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Große Vorfreude auf den Saisonhöhepunkt nach schwierigem Start

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Sie freut sich auf die Titelkämpfe: Sophia Schneider vom SV Oberteisendorf. (Fotos: Hohler)
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Er kann zuversichtlich zur EM fahren: Dominic Schmuck vom SC Schleching.

Mit großer Beteiligung aus dem Stützpunkt Ruhpolding geht die Biathlon-Europameisterschaft in Minsk-Raubichi (Weißrussland/26. Februar bis 1. März) über die Bühne. Gleich fünf der Damen und zwei der Herren des Stützpunkts wurden nominiert (wir berichteten). Und für ein junges heimisches Duo bedeuten die Titelkämpfe sogar die Rückkehr an den Ort, an dem sie in der Saison 2014/15 ihre erste Junioren-WM bestritten hatten: Damals waren Sophia Schneider (SV Oberteisendorf) und Dominic Schmuck (SC Schleching) ebenfalls in Weißrussland am Start.


Dabei hatte die Saison sowohl für Schmuck – der bei der DM die IBU-Cup-Qualifikation nicht geschafft hatte – als auch für Schneider (lange Trainingspause nach einem Mittelfußbruch) – schwierig begonnen.

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Doch der Schlechinger kämpfte sich nach oben. Rang 29 beim Sprint in Obertilliach Ende 2019 und die Ränge 28 (Sprint) und 20 (Verfolgung) in Brezno-Osblie (Slowakei) stellten ihn noch nicht ganz zufrieden. Aber sie brachten ihm sichere Startplätze für die zwei aufeinanderfolgenden IBU-Cups im Martelltal ein, »und dort habe ich mich schon gut verkauft, auch am Schießstand«, erinnert sich der 23-Jährige. So hatte der Bundespolizist beim Sprint in der ersten Woche sowie beim Super-Sprint in der folgenden Woche sogar fehlerfrei geschossen.

Die EM sei »ein Saisonhöhepunkt und ein schöner Abschluss«, und an die Strecken von Minsk-Raubichi kann er sich noch gut erinnern. »Die sind schon anspruchsvoll, ähnlich wie in Ruhpolding.« Wichtig sei es, an die Leistung vom Martelltal anzuknüpfen, »denn wenn man ein gutes Ergebnis erreichen will, muss man bei der Schießleistung schon 90 bis 100 Prozent schaffen.« Schließlich sei die Konkurrenz sehr stark.

Das sieht auch Trainer Remo Krug so, der im IBU-Cup vorwiegend für die Männer zuständig ist und gemeinsam mit Peter Sendel (Frauen) sowie Gerald Hönig (vor allem als Schießtrainer) das Team in Minsk betreuen wird. Denn: »Für viele osteuropäische Verbände hat die EM eine hohe Bedeutung, weil sich nach den Erfolgen dort die Fördergelder richten.« Daher schickten diese Nationen zum einen teilweise auch starke Sportler aus dem Weltcup zur EM, und auch bei den Betreuerteams (unter anderem Physiotherapeuten, Wachsteams) sorge man für bestmögliche Voraussetzungen. In dieser Hinsicht sei das deutsche Team aber ebenfalls ordentlich aufgestellt, weiß der Inzeller.

Besonders groß ist die Vorfreude bei Sophia Schneider, die einen schweren Saisonstart hinter sich hat. Denn im Sommer hatte sie sich einen Mittelfußbruch zugezogen, konnte zwei Monate lang nicht trainieren. So konnte sie auch nicht bei den Deutschen Meisterschaften im Herbst antreten, um sich einen Platz für die internationalen Wettkämpfe zu sichern. Doch während der internationalen Rennen konnte sie sich am heimischen Stützpunkt gut vorbereiten, unter anderem mit Trainer Rüdiger Schöllmann vom Zoll-Skiteam, dem auch Schneider angehört. Schöllmann war am Stützpunkt für die Sportler da, während viele andere Trainer ja zu den Wettkämpfen mitgereist waren.

Und Schöllmann darf sich darüber freuen, dass neben Schneider auch Anna Weidel (WSV Kiefersfelden), Marion Deigentesch (SV Obereisendorf) und Maren Hammerschmidt (SK Winterberg) bei den Damen sowie Roman Rees (SV Schauinsland) bei den Herren für das Zoll-Skiteam mit am Start sind. Aus dem heimischen Stützpunkt ist auch Landespolizistin Stefanie Scherer (SC Wall) bei der EM dabei.

Als Schneider bei den ersten Deutschlandpokal-Rennen antrat, »um überhaupt wieder das Wettkampfgefühl zu bekommen«, tat sie sich noch schwer. »Weil ich so lange läuferisch nichts machen konnte, war ich verunsichert« – und das wirkte sich dann auch am Schießstand aus. Doch »bei den letzten zwei Deutschlandpokalen habe ich gemerkt, dass die Laufform wieder kommt. Ich habe nie aufgegeben, denn ich wusste: Ich kann es ja.«

Als die Vachendorferin das auf nationaler Ebene bewiesen hatte, kam die Chance mit dem IBU-Cup im Martelltal. Diese nutzte sie eindrucksvoll: Unter anderem wurde sie Sechste des sogenannten Super-Sprints, Vierte des »normalen« Sprints und Elfte des Verfolgungslaufs – und das auch mit guten Schießergebnissen.

»Es ist erstmal total cool, bei der EM dabei zu sein. Das war ja knapp«, zeigt sich die 22-Jährige erleichtert. »Ich bin einfach glücklich über meine Nominierung und möchte an meine Leistungen vom IBU-Cup anschließen«, hat sie sich vorgenommen.

Schneider hatte am Annette-Kolb-Gymnasium in Traunstein ihr Abitur gemacht, »und da wurden wir Sportler gut unterstützt«, lobt sie – und stellt klar: »Da muss man aber schon was tun.« Letztlich klappte es gut, und seit August 2016 gehört sie dem Zoll-Skiteam an.

Dort »kannst du dich voll auf den Sport konzentrieren und hast eine gute Unterstützung.« Allerdings hat sie nun trotzdem eine zusätzliche Ausbildung begonnen: Schneider absolviert ein Fernstudium »Sport und angewandte Trainingswissenschaften« in Ismaning. »Das ist vom Zoll abgesegnet, und die Prüfungen kann man in der wettkampffreien Zeit machen.«

Ihre sportlichen Prüfungen will Schneider nun zunächst in Minsk-Raubichi gut bestehen. Zu weit will sie in ihrer Karriere nicht vorausblicken. »Ich möchte mich einfach überhaupt weiterentwickeln, und auch die mentale Stärke für das Schießen verbessern«, hat sie sich vorgenommen. Dann könnte es auch mit dem nächsten Ziel klappen: »Irgendwann möchte ich natürlich schon im Weltcup ankommen.« who

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