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Größter Erfolg vor größter Kulisse

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Gratulation von den Konkurrenten: Markus Reiterberger (Mitte) feierte am Lausitzring einen Doppelsieg vor Xavi Forés (links) und Max Neukirchner (rechts). (Foto: Wiessmann)

Doppelsieg vor 58 000 Zuschauern: Der Obinger Motorradrennfahrer Markus Reiterberger hat in der Internationalen Deutschen Motoradmeisterschaft (IDM) für Aufsehen gesorgt. Am Lausitzring konnte der Titelverteidiger der Klasse Superbike erstmals in diesem Jahr das Ducati-Team um Xavi Forés und Max Neukirchner bezwingen.


Doch nicht nur in der Motorradszene begeisterte der junge Obinger: Da die Rennen der Klasse Superbike (und Superstock) im Rahmen des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) ausgetragen wurden, sahen die Automobilfans ebenfalls, was die Zweirad-Fraktion – die sonst an einem Rennwochenende vor gut 15 000 Fans fährt – auf dem Ring an Einsatz und Tempo bot.

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Motorradstars im Mittelpunkt

Und das war beeindruckend. Am eigentlichen Trainingstag des DTM hatten die Autos sogar – weil bei starkem Nebel der Einsatz des Rettungshubschraubers nicht gewährleistet war – bis zum Nachmittag stillstehen müssen, und so sorgten die Motorradstars für das Renngefühl. »Es war das ganze Wochenende komplett nass. Wir hatten davor den größten Respekt, weil wir befürchtet hatten, dass wir wegen des Reifenabriebs bei den DTM-Autos beim Anbremsen Probleme bekommen könnten«, berichtet Reiterberger. Doch letztlich war der Abrieb nicht so schlimm.

Im ersten Rennen waren die Superbiker auf Regenreifen unterwegs, »und so viel Spaß habe ich noch nie im Regen gehabt«, freut sich der 20-Jährige. Zunächst fuhr Forés ihm um einige Sekunden davon, dann »habe ich aufgeholt und ihn sogar distanzieren können«, berichtet der Pilot des Teams Van-Zon-Remeha-BMW. Mit über acht Sekunden Vorsprung gewann er vor dem Spanier und dessen Ducati-Teamkollegen Max Neukirchner (Stollberg) und Lorenzo Lanzi (Italien) sowie Bastien Mackels (Belgien), der Mannschaftskollege von Reiterberger.

Der zweite Lauf wurde zum Reifenpoker. Die Strecke war erst ein wenig abgetrocknet. »Ich war mir selbst nicht sicher, welche Reifen wir nehmen sollen«, gibt Reiterberger offen zu. Teamchef Werner Daemen – früher selbst ein erfolgreicher Rennfahrer – riet dazu, nicht nur beim Hinterreifen, sondern auch beim Vorderreifen auf Intermediates zu setzen. Das bewährte sich: Zunächst fuhren Neukirchner und Forés – die vorne Regenreifen montiert hatten – vorneweg, »und ich musste beim Anbremsen sehr vorsichtig sein«, so Reiterberger. Doch die Strecke trocknete allmählich etwas ab – nun war der Obinger im Vorteil, schnappte sich erst den Spanier, dann den Stollberger und ging in der neunten von achtzehn Runden in Führung. Nach gut 26:30 Minuten Fahrzeit für die rund 58,3 km lange Strecke hatte Reiterberger 11 Sekunden Vorsprung auf Neukirchner und schon 24 auf Forés. Auf Rang 4 folgte Mackels.

»Das war der Wahnsinn, vor 58 000 Zuschauern so zu gewinnen. Die zwei Siege sind fast mehr wert als der IDM-Titel«, jubelt der 20-Jährige – zumal ja auch die DTM-Verantwortlichen und die BMW-Chefs seine Glanzleistung vor Ort verfolgt hatten.

2015 vier WM-Einsätze

Nun will er am kommenden Wochenende beim Saisonfinale am Hockenheimring noch einmal überzeugen. Schon jetzt steht fest, dass er wieder mit seinem bewährten Team im Jahr 2015 in der IDM Superbike antreten wird. Hinzu kommen mindestens vier Wildcard-Einsätze in der Superbike-WM.

Eine komplette WM-Saison ist – noch – nicht zu finanzieren. »Wenn man sich in ein Team einkaufen müsste, würde das für einen Fahrer fast doppelt so viel kosten wie jetzt in der IDM vier Piloten. Man könnte zwar dadurch etwas sparen, dass wir selbst unser Team schon haben, aber das wäre immer noch zu teuer«, weiß er.

Bei den Wildcard-Einsätzen aber kann er auf gutes Material setzen: »Wir bekommen die neue BMW und bauen die selbst auf, erhalten aber volle Unterstützung vom Werk«, freut er sich. Damit wolle man im kommenden Jahr auch in der WM für Aufsehen sorgen – in der IDM ist dies zuletzt eindrucksvoll gelungen ... who