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Er war in Schweden gut in Fahrt und qualifizierte sich für die WM-Läufe: Franz Mayerbüchler aus Inzell. (Foto: Jesper Veldhuizen)

Grandioses Finale nach schwachem Start

Riesige Freude bei Franz Mayerbüchler: Der Inzeller hat sich erstmals in seiner Karriere für die Eisspeedway-Weltmeisterschaft qualifiziert. Bei der WM-Qualifikation in Örnsköldsvik (Schweden) holte sich der 28-Jährige den 5. Platz und darf nun in der WM (Grand Prix) mitfahren.


Nach seinen ersten vier von fünf Läufen in Örnsköldsvik hatte Mayerbüchler sechs Punkte gesammelt – das hätte noch nicht zu einem Platz im Grand Prix gereicht. Im letzten Lauf »habe ich einen schlechten Start erwischt und war Letzter. In den ersten zwei Runden bin ich etwas verhalten gefahren. Ich habe zunächst versucht, außen zu überholen – aber das ging nicht. Danach habe ich nach und nach meine Konkurrenten innen überholt.« Als er die ersten zwei Piloten bereits hinter sich gelassen hatte, »habe ich mir in der letzten Kurve auch noch den Führenden geschnappt – der war, glaube ich, ganz schön überrascht.« So gab's für den Laufsieg noch einmal drei Punkte obendrauf, und mit neun Punkten wurde Mayerbüchler Fünfter.

Die gute Leistung hatte sich zumindest angedeutet. »Ich war davor fünf Tage in Bollnäs (Schweden) zum Training. Da haben wir drei Tage vor der Qualifikation mit einigen anderen Fahrern auch Startbahn-Training und solche Sachen gemacht.« Weil er auch bei den gemeinsamen Fahrten im Vergleich zu den anderen Fahrern gut unterwegs gewesen sei, »habe ich ein gutes Gefühl mit nach Örnsköldsvik mitgenommen.«

Dort hatte er allerdings erst einmal Pech: »Im ersten Lauf lag Niclas Svensson vor mir. Dann fiel er mit einem Motorschaden aus, und ich konnte nicht mehr ausweichen. Es gab einen ziemlich heftigen Abflug.« Mayerbüchler hatte Glück im Unglück: »Wir waren beide zum Glück praktisch unverletzt, und auch mein Motorrad hat kaum etwas abbekommen.« Da Svensson als Sturzverursacher galt, durfte der Schwede beim Wiederholungslauf nicht antreten – der noch etwas angeschlagene Inzeller konnte zwar die zwei verbliebenen Konkurrenten nicht bezwingen, kassierte als Dritter aber immerhin einen Punkt. Deren fünf sammelte er in den folgenden drei Durchgängen, ehe er sein furioses Finale folgen ließ.

»Das Eis war zwar recht hart, aber das Wetter war gut und die Bedingungen«, freut sich der Inzeller. Körperlich hatte er sich immer fit gehalten, »und vor allem ab dem Herbst gut trainiert. Das ist auch eine Kopfsache: Wenn du weißt, du bist fit, dann geht es einfach leichter, das gibt einem schon Sicherheit für die Rennen.«

Fahrerisch fühlt er sich ebenfalls wieder gut. »Ich bin vom Speed her wieder ungefähr auf dem Level von der Deutschen Meisterschaft 2019«, schätzt er – damals hatte er als Dritter der nationalen Titelkämpfe überrascht und seinen bis dahin größten Erfolg erkämpft.

Nun hat er auch auf internationaler Ebene bemerkenswert aufgetrumpft. Daran will er im Laufe der weiteren Saison anknüpfen. Von der WM sind nach der jüngsten Absage von Inzell nur noch die Veranstaltungen in Togliatti (Russland/12. und 13. Februar) sowie in Heerenveen (Niederlande/ 2. und 3. April) übrig. Da es bisher keine Visa für Russland gab, unterstützt nun der Weltverband FIM die Piloten dabei, dass sie dort eine Einreisegenehmigung bekommen.

In der langen Pause zwischen den zwei WM-Veranstaltungen kann Mayerbüchler übrigens weitere Fahrpraxis auf hohem Niveau sammeln: Denn er hat auch für die Europameisterschaft 2022 einen Startplatz bekommen, die nun in zwei Rennen ausgefahren werden soll: Am 19. Februar geht es in Sanok zur Sache, am 19. März in Tomaszow Mazowiecki (Polen).

Schon vor der WM-Qualifikation waren von der FIM anhand früherer Leistungen sieben Fahrer für den Grand Prix gesetzt worden. Dies sind WM-Titelverteidiger Dinar Walejew, seine Landsmänner Daniil Iwanow und Dimitri Koltakow; hinzu kommen Jasper Iwema (Niederlande), Franz Zorn (Österreich), Hans Weber (MSC Teisendorf) und Martin Haarahiltunen (Schweden). Zudem schafften es die ersten acht Piloten von Örnsköldsvik in den Grand Prix, dessen Veranstalter dann jeweils einen Fahrer per Wildcard ins 16er-Hauptfeld befördern können.

Die Ergebnisse: 1. Nikita Bogdanow 15 Punkte; 2. Dimitri Khomisewitsch, beide Russland 14; 3. Ove Ledström, Schweden 12; 4. Harald Simon, Österreich 10; 5. Franz Mayerbüchler, Inzell 9; 6. Aki Ala-Riihimäki 9; 7. Max Koivula, beide Finnland 8; 8. Lukas Hutla, 8; 9. Jiri Wildt, beide Tschechien 7; 10. Jimmy Hörnell, Schweden 7; 11. Andrej Divis, Tschechien 5; 12. Joakim Söderström, Schweden; 13. Niek Schaap, Niederlande, 14. Jo Saetre, Norwegen, 15. Michael Knapp, Polen, 16. Benedikt Monn, Miesbach je 3 (hier entschieden die direkten Vergleiche und die Bestplatzierungen); 17. Niclas Svensson, Schweden 0.

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