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»Gerechtigkeit gibt es wahrscheinlich nie«

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Traunsteins Trainer Rainer Elfinger wäre ein Abbruch der Saison im Amateurfußball lieber gewesen. (Foto: Weitz)

Viele offene Fragen, aber keine Alternative: Mehrheitlich haben sich die Fußballvereine für den Vorschlag des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) ausgesprochen, die unterbrochene Saison sportlich zu Ende zu bringen – auch wenn dabei noch viele Details unklar sind. Beim Landesligisten Sportbund Chiemgau Traunstein gibt es ebenfalls Unterstützung für den Vorschlag: »Wir gehen da mit dem Verband«, sagt Pressesprecher Peter Mallmann. »Der Weg ist alternativlos.«


Zuletzt hatte der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbands beschlossen, dass die Saison, die momentan noch bis zum 31. August ausgesetzt ist, sportlich zu Ende gebracht werden soll (wir berichteten). Ob die Saison aber wirklich am 1. September weitergehen kann, hängt von den staatlichen Vorgaben ab, wie der BFV betont.

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Das ist auch beim SBC klar: »Das ist ein fiktiver Termin, letztendlich entscheidet die Politik«, sagt Peter Mallmann. »Wir sind aber darauf vorbereitet.« Wichtig sei nun vor allem, »dass die Leute gesund bleiben«. Der Verein müssen schauen, dass sich die Spieler für einen möglichen Neustart fit halten, zudem müsste vor einer Saisonfortsetzung auch das gemeinsame Training wieder möglich sein.

»Man braucht auf alle Fälle fünf Wochen Vorlauf, um wieder eine Mannschaft auf dem Platz zu haben«, meint Peter Mallmann. Bisher setzt Traunsteins Trainer Rainer Elfinger auf die Selbstdisziplin der Spieler: »Ich habe ihnen bewusst keine Trainingspläne gegeben.« Die soll es erst geben, wenn auch absehbar ist, wann die Saison weitergeht. »Im Moment macht das wenig Sinn, weil es keine klaren Vorgaben gibt.« Seine Spieler seien aber »clever genug«, sich selbst fit zu halten. »Wenn es konkret wird, setzen wir das um, was wir umsetzen dürfen«, meint der SBC-Trainer.

Er hofft, dass die Vereine spätestens im Juli Bescheid bekommen, wie und wann es weitergeht – beispielsweise mit Mannschafts- und Kleingruppentraining ab Ende Juli oder Anfang August. Eine ausreichende Vorbereitungszeit will der BFV den Vereinen einräumen. Voraussetzung für eine Fortsetzung des Spielbetriebs ist deshalb auch, dass zunächst die Sportstätten wieder geöffnet werden. »Es bleibt spannend, ob wir den Spielbetrieb wirklich am 1. September wieder aufnehmen«, sagt Rainer Elfinger.

»Wir sind alle froh, wenn es wieder losgeht«, ergänzt Peter Mallmann. »Aber das muss mit Bedacht sein. Man muss sich die Zeit nehmen und Geduld haben.« Schließlich gebe es auch noch immer noch viele Unklarheiten wie die Wechselmodalitäten. »Das ist alles eine Wundertüte«, sagt der SBC-Pressesprecher. Das sieht der Trainer ähnlich: »Vielleicht müssen sich die Vereine da untereinander einigen. Das wird schon schwierig.«

Die vielen Unklarheiten sind für Rainer Elfinger ein Argument, warum ihm ein Abbruch der Saison lieber gewesen wäre: »Ich persönlich finde die Pläne nicht gut. Es gibt gute Gründe dafür, die Saison abzubrechen und die Wechselfrist zu lassen. Da hätte ich lieber den Deckel drauf gemacht. Gerechtigkeit gibt es wahrscheinlich nie.«

Der Coach erwartet nun vor allem klare Vorgaben vom Verband: »Das kann sonst ein richtiges Rumgeeiere werden«, befürchtet er. »Wir können jetzt nur abwarten und entspannt bleiben. Wir nehmen die Situation an.« Ein fixes Ende der Saison hat der BFV nicht festgelegt, weil selbst eine erneute Corona-Unterbrechung nicht ausgeschlossen ist. In der Landesliga Südost stehen noch elf Spieltage aus, der SB Chiemgau Traunstein hat erst 21 von den insgesamt 34 Saisonspielen absolviert und belegt mit 36 Punkten den 6. Platz – nur drei Zähler hinter dem VfB Hallbergmoos als Tabellenzweitem.

Peter Mallmann kann sich vorstellen, dass noch drei bis vier Partien in diesem Jahr absolviert und die restliche Saison im Frühjahr 2021 zu Ende gespielt wird – die Saison 2020/2021 könnte dann sogar komplett entfallen. Ein Ziel beim BFV ist deshalb, am 1. Juli 2021 wieder ganz normal in die Saison 2021/2022 zu starten.

Trotz aller Unklarheiten laufen auch bei der Sportlichen Leitung des SB Chiemgau die Planungen für den Kader bereits. »Sie versuchen, alles in die richtigen Bahnen zu lenken und planen ganz normal weiter«, erklärt Peter Mallmann.

»Es wäre blauäugig, wenn wir uns jetzt gar nicht darum kümmern würden«, sagt Trainer Rainer Elfinger. »Wir reden mit den Spielern.« Ein Großteil von ihnen habe bereits zugesagt, zu bleiben, weiß der Coach. Zudem will sich der Verein für die nächste Spielzeit »punktuell verstärken«, auch aus der eigenen Jugend. »Ich plane jetzt mit den Spielern, die bisher zugesagt haben«, erklärt Rainer Elfinger – auch wenn noch längst nicht klar ist, für wann. »Die Jungs werden dann sicher mit Feuer und Flamme trainieren«, meint der Trainer, der selbst ebenfalls froh ist, wenn die Corona-Zwangspause zu Ende geht: »Ich freue mich schon darauf, wieder auf dem Rasen zu stehen und ein bisschen zu kicken.« jom

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