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»Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen«

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Mit großem Stolz blickt Stefan Schwankner – hier umrahmt von seinen Söhnen Lukas (links) und Felix (rechts) – auf zwölf Jahre Basketball-Abteilungsleitung beim TV Traunstein zurück. (Foto: Kösterke)

Bei den Basketballern des TV Traunstein geht eine Ära zu Ende. In Videokonferenzen verkündete Stefan Schwankner den Mitgliedern, dass er seinen Posten als Abteilungsleiter mit sofortiger Wirkung abgebe. Bis zu den Neuwahlen werden die Amtsgeschäfte kommissarisch von Sebastian Kösterke geleitet. Er bekleidet beim TVTBB bereits die Rollen des Sportwarts sowie des Leiters für die Bereiche Marketing und Kommunikation. Schwankner unterstützt die Abteilung weiterhin mit seiner Erfahrung als Mitglied im Förderverein.


»Es mag vielleicht merkwürdig klingen, aber für mich ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen«, sagte der scheidende Abteilungsleiter. »Nachdem wir uns bereits letztes Jahr breiter aufstellen konnten, haben wir nun die große Chance, die Ausweitung des Organisationsteams weiter voranzutreiben.« Schwankner weiter: »Die Corona-Lage gibt uns wertvolle Zeit, um ausführliche Gespräche mit Kandidaten zu führen und sie auch gleich bei der strategischen Ausrichtung mitgestalten zu lassen. Mein Rückzug soll hier ein Zeichen setzen, dass wir uns weiter frischen Wind verschreiben.« Neben der Neubesetzung des Abteilungsleiters soll auch die Schaffung zusätzlicher Positionen des Organisationsteams angegangen werden.

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Der 55-jährige IT-Projekt-Manager macht kein Geheimnis daraus, dass er bereits vor der Versammlung im vergangenen Juni überlegt hatte, ob er nochmals zur Wahl antreten solle. »Nachdem ich meine beiden Jungs von U-10- bis zu Bayernliga-Spielern heranwachsen gesehen und die Entwicklung der Abteilung über eine Dekade lang vorangetrieben habe, wäre es damals schon passend gewesen, aufzuhören. Dennoch habe ich mich dann dafür entschieden, unser Projekt noch durch eine weitere strategisch-bedeutsame Phase hindurch zu begleiten.«

Denn nur ein Jahr zuvor hatte man beim TVTBB nach einer langen Zeit des Aufbaus eine große Entscheidung zu treffen: Will man den Aufstieg des Aushängeschildes Herren I in die Bayernliga sowie den Höchststand von vier Jugendteams sowie den Damen auf Bezirkslevel als Höhepunkt der Abteilung für kurze Zeit genießen oder den Erfolg langfristig manifestieren? »Wir haben uns im Team gemeinsam für den Weg der Nachhaltigkeit entschieden, also für die Gewinnung von weiteren Mitstreitern als Investitionen ins Bayernligateam und – noch wichtiger – in die Nachwuchsarbeit«, betont Stefan Schwankner.

Wegweisende Schritte eingeleitet

Nach der erstmaligen Verpflichtung eines hauptamtlichen Herren I-Trainers zur Saison 2018/19 erfuhr die Abteilung im vergangenen Sommer weitere Verstärkung: Es wurde ein Förderverein gegründet (Vorsitz: Lorenz Fakler) sowie die Positionen des Sportdirektors (Franz Buchenrieder), Jugendkoordinators (Luis Pires) und des Marketing- und Kommunikationschefs (Sebastian Kösterke) besetzt. Zudem konnten mit Kenan Biberovic und Lorenzo Griffin nicht nur wertvolle Verstärkungen für die Bayernliga, sondern auch zwei herausragende Jugendtrainer geholt werden.

»Als Abteilungsleiter habe ich diese Weiterentwicklung verantwortet und in den letzten zwei Jahren dafür gesorgt, die im Ehrenamt geführte Abteilung mit ersten und notwendigen semiprofessionellen Strukturen zu verbinden«, sagt Stefan Schwankner. Als weiterer Höhepunkt konnte im Herbst 2019 der Einzug in die neue Vereinshalle am AKG gefeiert werden. Diese Gemeinschaftsleistung von Stadt, Landkreis und TV Traunstein bietet nun eine sehr gute Basis für die weitere Entwicklung. »Dafür sowie für alles andere, was Stefan geleistet hat, möchten wir uns im Namen der gesamten Basketball-Abteilung sowie des Fördervereins aufs Allerherzlichste bei ihm bedanken«, betonen Sebastian Kösterke und Lorenz Fakler, »wir ziehen den Hut vor seinem unglaublichen Engagement!«

Schwankner kann auf eine äußerst erfolgreiche Zeit zurückblicken. Unter seiner Führung entwickelte sich der TVTBB zu einem der Basketball-Zentren im Kreis Südost. Mit 140 aktiven Spielern, davon 110 im männlichen und weiblichen Jugendbereich, konnten wieder Angebote für alle Altersgruppen geschaffen werden. Zudem gelang es, unter dem Abteilungsmotto »Wir leben Basketball« zahlreiche ehrenamtliche Trainer, Schiedsrichter und Helfer zu gewinnen. Auch hier stand das Fördern und Fordern der Jugend stets im Vordergrund. So durften Jugendliche lernen, was es heißt, Verantwortung in Ämtern zu übernehmen und soziale Kompetenzen an die jüngeren Spieler weiterzugeben. Besonders stolz macht ihn, dass der Aufstieg der Herren I aus der Kreisklasse in die Bayernliga in nur acht Jahren und basierend auf Eigengewächsen geschafft wurde.

Auf die Frage, warum er sich so lange und engagiert für die Abteilung eingesetzt hat, antwortet Schwankner: »Mit meiner Rückkehr nach Traunstein im Jahr 2003 – die Abteilung bestand damals nur noch aus etwa 20 Aktiven – war es stets mein Ziel, mich wieder zu engagieren und etwas zurückzugeben. Ich möchte viele Leute ermuntern, dasselbe zu tun. Denn ich habe beruflich und privat sehr viel von den eigenen Erfahrungen als Spieler, Trainer und Schiedsrichter in meiner ersten aktiven Zeit beim TVTBB profitiert.«

Anlässlich seines Rückzuges dankt Schwankner nun herzlich seinen langjährigen Wegbegleitern Tanja Klaus-Joerger, Fritz Rausch, Hartmut Belser, Zoltán Lippay sowie Manfred und Sebastian Kösterke. Ebenso bei den zahlreichen Helfern, Trainern, Aushilfstrainern, Auswärtsfahrern, Trikotwäschern, Kuchenverkäufern, Spielertröstern und Sponsoren. »Selbstverständlich gehört zu einem erfolgreichen Gelingen auch die dauerhafte und kompetente Unterstützung seitens des Vorstands des Turnvereins. Nur so war es möglich, unser Projekt auf das heutige Niveau zu bringen und gemeinsam im Team mit viel Begeisterung diese Vision zu gestalten.«

Die Familie als großer Rückhalt

Natürlich war auch die eigene Familie eine große Triebfeder: »Ganz besonders möchte ich mich auch bei meiner Frau Monika bedanken, die es ermöglicht hat, dass wir als Familie mit gemeinsamer Begeisterung dies alles ermöglicht und gelebt haben. Ebenso meinen beiden Söhnen, die neben ihrer Aktivität als Spieler auch mit viel Begeisterung das Trainer- und Schiedsrichteramt ausüben.« Nun freue er sich darauf, mehr Zeit mit ihnen zu verbringen und im privaten Bereich mal ganz andere Projekte voranzutreiben. Was das sein wird? »Man soll sich überraschen lassen«, so der scheidende Abteilungsleiter mit einem Augenzwinkern. SK

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