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»Genügend Ruhepausen für die Pferde«

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Sie sind schon ein eingespieltes Team: David Will und Cento du Rouet. (Foto: Hohler)

Er genoss sein Heimspiel sichtlich: der Isinger David Will. Er ist zwar schon seit Jahren beim RuF Pfungstadt, kommt aber gerne nach Hause und verbuchte beim Chiemsee-Pferdefestival auf Gut Ising auch wieder einige Spitzenplätze.


Im vorletzten Springen des Turniers gab es für ihn sogar einen Sieg in einer hochkarätigen CSI-2*-Springprüfung der Klasse S* mit Siegerrunde. Während dieser Sieg auf das Konto seines Pferdes Monodie ging, hatte er am ersten Turnierwochenende im Großen Preis auf Cento du Rouet im Stechen als Neunter nur durch einen Abwurf die Chance auf einen Podestplatz verfehlt. Cento du Rouet »ist jetzt zehn Jahre alt, da sind die Pferde dann so weit, dass sie auch schwere Prüfungen gut bewältigen können«, so Will.

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Der Isinger hatte ja in der heimischen Reitschule bei seinem Vater gelernt. Er ist aber schon seit Jahren beim RuF Pfungstadt, wo Dietmar Gugler sein Chef ist.

Dass er ein aktiver Turnierreiter werden würde, zeichnete sich bei ihm zunächst gar nicht ab. »Ich war als Bub gar nicht so heiß drauf. Vielleicht war es zu einfach, weil ich ja immer die Möglichkeit gehabt hätte. Ich bin nicht so oft geritten, erst mit neun Jahren habe ich begonnen, regelmäßig etwas zu machen«, erinnert er sich.

Dann allerdings wurde das Pensum bald von einmal je Woche gesteigert. So wurde er zum Turniersportler, zu seinen Wettkämpfen gehören auch zum Beispiel Auftritte in Miami, Mexiko City oder Madrid. Das sorgt unter anderem dafür, dass er während der Turniersaison »sowieso meistens von Donnerstag bis Sonntag« unterwegs ist. »Da ist es wichtig, ein gutes Team zu haben, damit die Pferde, die ich nicht dabei habe, daheim weiter trainiert werden.« Zudem muss er die Saison gut planen. Schließlich sollen von seinen insgesamt gut zehn Pferden – von denen je Turnier meist drei bis vier dabei sind – »alle immer genügend Ruhepausen zwischen verschiedenen Einsätzen bekommen.«

Das vermindere die Verletzungsgefahr ebenso wie eine richtige Mischung zwischen Be- und Entlastung. »Und natürlich müssen sie auch oft genug aufs Paddock oder auf die Weide. Denn wenn sie zu lang in der Box stehen, wird ihnen langweilig, und dann kann es eher sein, dass sie Unsinn machen« – und sich dabei eventuell verletzen. Dagegen sei klar: »Die zerren sich nicht gleich bei einem Bocksprung auf der Weide.«

Will hat zwar auch einige eigene Pferde, »aber gerade die besseren gehören anderen Besitzern.« Sorge, dass ihm die Pferde plötzlich »wegverkauft« werden könnten, hat er aber nicht. »Da entwickelt sich meistens über Jahre eine gute Zusammenarbeit mit den Besitzern.«

Fairness herrsche nicht nur in diesem Bereich, sondern auch mit anderen Reitern. »Natürlich will jeder im Parcours seine Bestleistung bringen, aber man gibt sich auch gegenseitig Tipps.« Das gelte auch für mögliche Fehlerkorrekturen. »Bei mir schaut auch der Dietmar Gugler oft, was ich besser machen könnte, aber man fragt immer wieder auch andere Reiter.« So wichtig es sei, dass man selbst eine eigene Linie habe: Ratschläge anderer seien wichtig, »sonst kann man sich auch verrennen.«

Stürze seien bei ihm eher selten und verliefen auch im Normalfall glimpflich. Wichtig sei, dass man das gerittene Pferd einschätzen könne. »Neulich habe ich erst noch eine Kollegin etwas aufgezogen, als sie von einem Pferd gefallen ist, und dann bin ich kurz darauf vom gleichen Pferd gefallen. So was wird eben gleich bestraft«, lacht Will – mit Monodie und Cento du Rouet passierte ihm das im Turnierverlauf natürlich nicht... who