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Gemischte Gefühle bei den Köberle-Schwestern

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Er sicherte sich beim letzten Lauf der Supermoto-Meisterschaft in Melk den ÖM-Titel in der Klasse S 3: der Oberteisendorfer Thomas Hiebl. (Foto: www.supermotogirls.de)

Gemischte Gefühle herrschten zuletzt bei den heimischen Motorradfahrerinnen Steffi und Nicole Köberle (Fridolfing): Während Steffi Köberle beim Motocross in Windsberg mit einem Doppelsieg ihre Führung in der Gesamtwertung der Südbayern-Serie ausbaute, hatte ihre jüngere Schwester beim Finale der österreichischen Supermoto-Meisterschaft in Melk Pech und wurde in ihren beiden Läufen jeweils als Letzte gewertet. Freuen durfte sich in Melk auch Thomas Hiebl, denn der Oberteisendorfer holte sich den Gesamtsieg in der österreichischen Meisterschaft der Klasse S 3.


Beim Lauf zur Motocross-Südbayernserie konnte Steffi Köberle mit einem Tagessieg in der Klasse Ladies Cup ihre Führung in der Jahreswertung ausbauen. Bereits im Zeittraining konnte die 21-Jährige sich klar vor den Gegnerinnen platzieren. In beiden Läufen fuhr die Fridolfingerin nach gutem Start gleich in den ersten Kurven einen Vorsprung heraus und sicherte sich so den jeweiligen Laufsieg.

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In der Gesamtwertung führt Steffi Köberle jetzt mit einem Vorsprung von 48 Punkten auf die Zweitplatzierte Antonia Schmied aus Kempten. Beim nächsten Rennen am Samstag, 28. September in Eichenried bei München kann die 21-Jährige vorzeitig den Gesamtsieg 2019 einfahren.

Denkbar ungünstig lief es stattdessen für Nicole Köberle beim Finallauf zur Supermoto-ÖM im niederösterreichischen Melk. Auf der sehr schnellen permanenten Strecke, die ihr in den vergangenen Jahren sehr gelegen war, konnte sie diesmal nicht überzeugen.

Dabei hatte das Team zum Zeittraining die optimale Einstellung gefunden. So konnte Köberle einen für das sehr stark besetzte Fahrerfeld guten 17. Startplatz erfahren. Zum Start des ersten Rennlaufs unter optimalen Bedingungen ging die 18-Jährige mit einem guten Gefühl auf die Maschine.

Auf der anspruchsvollen Strecke in Melk werden am Ende der Start/Ziel-Geraden Geschwindigkeiten von über 150 Stundenkilometern mit der 450er-Supermoto-Maschine erreicht.

Im Lauf des Rennens passierte nach einem Sturz eines Konkurrenten im Offroad-Anteil der Strecke ein kleines Missgeschick mit gravierenden Folgen: Unter geschwenkter gelber Flagge überholte Nicole Köberle einen Fahrer und wurde deshalb in der Laufwertung um zehn Plätze nach hinten versetzt. Dies bedeutete in diesem Lauf den letzten Platz.

Zum Start des zweiten Rennens lief es zunächst deutlich besser. Nicole Köberle fand sich nach den ersten Kurven auf Platz zehn ein. Etwa um diesen Platz waren die drei Frauen in der S-3-Meisterschaft im Kampf um die Punkte. Maria Eschlberger aus Surheim konnte Köberle knapp folgen und dahinter lauerte auch die Tschechin Nikola Stara.

In der siebten Runde des Rennens klappte Köberle dann im Offroad-Teil das Vorderrad ein und sie stürzte direkt vor Eschlberger. Dabei verhakten sich die Motorräder dermaßen, dass die Pilotinnen über eineinhalb Minuten brauchten, um beide Maschinen wieder zu trennen. In der Wertung bedeute dies, dass beide am Ende des Rennens geführt wurden, und das gesamte Feld an ihnen vorbeiziehen konnte. So wurde Nicole Köberle auch in diesem Lauf als Letzte geführt.

In der ÖM-Gesamtwertung der S-3-Klasse holte sich Thomas Hiebl mit 268 Punkten knapp vor dem Tschechen Denis Fligr (266) sowie Luca Reichenfelser (Österreich/251) den Titel. Eschlberger (122) wurde Gesamtachte, Köberle (92) Gesamtzwölfte. Im Grenzlandcup wiederum kam in der Klasse der Young Racer Hiebl (368) vor Reichenfelser (333) zum Gesamtsieg. Sechster wurde hier Christoph Geier (MSC Kirchweidach/206), Achte Maria Eschlberger (174) und Zehnte Nicole Köberle (138).

Sehr stark präsentierte sich auch der Inzeller Peter Mayerbüchler in der Klasse S 1 Prestige: Hinter Andreas Buschberger (MSV Schwanenstadt/287), Robert Gattinger (258) und Manuel Stehrer (193) wurde er mit 182 Zählern Vierter der ÖM, Kevin Zahorak (AMC Freilassing/106) Elfter.

Im Grenzlandcup lag in dieser Klasse Stehrer (273 Punkte) vorn, Mayerbüchler (229) wurde Fünfter und Kevin Zahorak (AMC Freilassing/155) Neunter.

Im Grenzlandcup holte sich in der Klasse Ü 40 (Crazy Old Boy) der Traunsteiner Michael Kozlirsch vom MSC Tittmoning-Kirchanschöring mit 220 Punkten den 5. Platz, Rang neun ging an seinen Vereinskollegen Josef Weidinger aus Waging mit 89 Punkten. Gesamtsieger wurde hier Ewald Baumgartner (Österreich/313). In der Ü 50 verwies Bernd Zahlauer (AMC Freilassing/299) die Konkurrenz auf die Plätze.

Somit ist die Saison 2019 im Supermoto beendet. Nicole Köberle und ihr Team werden auch für 2020 versuchen, mit der Unterstützung durch ihre Sponsoren wieder ins Rennsportgeschehen einzugreifen – voraussichtlich im Supermoto wie auch im Motocross.

Für Steffi Köberle stehen noch zwei Rennen in der Südbayernserie auf dem Programm. Zudem nimmt sie noch an einigen Trainingsfahrten in Tschechien und Ungarn teil. who