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Gelungener Neustart im Golfclub Chieming

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Christian Köbler, Sportlicher Leiter des GC Chieming, vor der aufwendig installierten Schutzscheibe. »Die ist übrigens aus echtem Glas, nicht aus Plexiglas«, betont der gebürtige Münchner. (Foto: Settele)

Das war schon eine beachtliche Resonanz: Beim Neustart des Golfclubs (GC) Chieming nach achtwöchiger Corona-Zwangspause kamen zur herrlichen Anlage nach Hart. Alle mussten unter Angabe ihres Namens eine Startzeit reservieren (die Intervalle betragen zehn Minuten), und derzeit kann auch nur von 8 bis 18 Uhr gespielt werden. »Wir sind alle sehr froh, dass es jetzt wieder losgegangen ist, das war ein richtig guter Besuch – zumal die Wetterprognosen ja nicht die allerbesten waren«, freute sich Christian Köbler, der Sportliche Leiter des Clubs.


Die Umsetzung der Hygiene-Bestimmungen sei zwar sehr aufwendig gewesen, fügt Pressesprecherin Tina Kainzmaier hinzu, »wenn man jedoch bedenkt, dass das letzte Update keine drei Tage vor der Wiedereröffnung kam, so finde ich schon, dass wir sehr zufrieden sein können.« Vor allem zeigte sie sich erfreut darüber, »dass sogar Vierer-Flights gespielt werden dürfen.«

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Jedenfalls ist vieles neu im GC: etwa die in der Firma von Präsident Georg Brüderl angefertigte Glasscheibe, die Proshop und Büroräume wegen des Kundenverkehrs voneinander trennt. Auch zahlreiche Hinweisschilder, auf denen die Corona-Regeln an den Mann beziehungsweise an die Frau gebracht werden, wurden plakativ aufgestellt. Ob am Parkplatz, im Clubhaus oder im Restaurant Zur Gmahdn Wiesn – überall, wo es erforderlich schien, werden die Golfer jetzt an ihre »neuen Spielregeln« erinnert.

Nur sehr eingeschränkt können derzeit die sanitären Anlagen benutzt werden. Das Duschen ist beispielsweise nicht gestattet. »Ein beträchtlicher Teil der Golfer nutzt sonst natürlich schon unsere Duschmöglichkeiten – oft auch deshalb, um sich für die anschließende Abendveranstaltung frisch zu machen. Das ist zurzeit aber leider nicht erlaubt«, erklärt Köbler, der in München geboren, am Starnberger See aufgewachsen und nun in Salzburg zu Hause ist.

Ligabetrieb fällt für die meisten Teams aus

So sehr dem 25-Jährigen der Job im Golfclub Spaß macht, »momentan ist es schon der Wahnsinn, dass ich trotz meines Pendlerscheins teilweise bis zu einer Stunde an der Grenze stehe. Das ist vor allem zu Wochenbeginn wieder schlimmer geworden.« Seit knapp drei Jahren ist er nun in Chieming tätig – und findet »es natürlich schon enttäuschend«, dass für die meisten der neun GC-Mannschaften heuer die Liga-Saison ausfällt.

Nur die Regionalliga-Damen um Kapitän Franziska Hartl (Chieming) und die Oberliga-Herren um Kapitän Florian Achenbach (Marquartstein) schlagen in der Deutschen Golf Liga (DGL) ab, wobei hier die Spieltage eins bis drei bereits der Pandemie zum Opfer gefallen sind. Die weiteren sieben GC-Teams – nämlich jene, die auf bayerischer Ebene antreten – müssen sich heuer ohnehin mit Trainingseinheiten begnügen. »Für unsere Jugendmannschaft ist das sehr schade«, klagt Tina Kainzmaier, »denn sie hätte als letztjähriger bayerischer Mannschaftsmeister ihren Titel verteidigen können. Vielleicht klappt’s ja im nächsten Jahr.« Statt dreimal Mannschafts-Training pro Woche sollen die meisten Golfer wenigstens zweimal üben dürfen. »Privat spielen sie ja auch noch«, ergänzt Köbler, »außerdem sind sie in ständigem Kontakt mit unseren Trainern Michael Kriechbaum und Markus Banik beziehungsweise mit Jugendwart Bruno Crone. Gefördert werden sie also ganz normal, da sollen keineswegs Defizite entstehen«, sieht der Sportliche Leiter die Einschränkungen nicht allzu dramatisch. Auf der Suche nach einem positiven Aspekt der langen Corona-Pause wurde Tatjana Strohmayer fündig, deren Schwerpunkt im GC die Mitgliederverwaltung ist. »Da der Platz zwangsläufig geschont wurde und unsere Greenkeeper um Andrew Foyle zudem tolle Arbeit leisten, befindet er sich in absolutem Top-Zustand.«

An der Qualität der Anlage kann’s also nicht liegen, dass Präsident Brüderl nach drei Amtsperioden nicht mehr kandidieren wird, wenn die Ende April abgesagte Mitgliederversammlung nun im Spätsommer nachgeholt wird. »Sein Rückzug, den er auch schon bekannt gegeben hat, kommt völlig planmäßig, es gibt auch schon Kandidaten für die Nachfolge«, lässt Tina Kainzmaier schon mal anklingen, dass alles nahtlos weitergehen wird.

Die St. Georgenerin ist übrigens nicht nur für die Öffentlichkeits- und Medienarbeit zuständig, sondern managt auch den Ein- und Verkauf des Proshops. »Das ist eigentlich mein Schwerpunkt, aber bei uns muss sowieso jeder alles können – wir sind da ein super Team.«

Perspektive auf »mehr« ist vorhanden

Apropos Lob: Große Anerkennung erntet auch Georgia Petraki, die Pächterin des GC-Restaurants Zur Gmahdn Wiesn. Trotz erheblicher Einbußen – »es finden ja keine Turniere und Liga-Wettkämpfe statt, was meine Umsätze deutlich reduziert« – gibt auch sie sich gelassen: »Die Golfer sind eine große Familie. Sie zeigen sich sehr solidarisch und bestellen bei mir immer wieder Essen zum Mitnehmen.« Und die Perspektive auf »mehr« sei auch vorhanden, denn: »Am Montag möchte ich mit dem Gartenbetrieb loslegen, hoffentlich passt das Wetter. Das wäre dann der nächste Schritt in die Normalität.«

Die Auflagen seien Mitte dieser Woche »noch sehr undurchsichtig« gewesen, meint Georgia Petraki, »ich versuche, mich da ein wenig bei Kollegen aus meiner Branche zu informieren.« Doch diesbezüglich ergeht es ihr nicht anders als den Golfern: Auch die müssen derzeit auf ihrer Runde ohne Bunkerrechen und Fahnenstangen-Berührung zurechtkommen – dafür aber mit möglichst viel Abstand... cs

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