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Gefühlter Sieg des SB Chiemgau Traunstein

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Ihm gelang der Ausgleichstreffer des SB Chiemgau: Daniel Willberger. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Ndiaye, Kaltenhauser, Petzka (ab 67. Schön), Bauer, Thudt (ab 77. Köppl), Mauerkirchner, Willberger, Fenninger (ab 54. Tahir), Daniel, Marchl, Kennedy.


TSV Eching: Hornof, Stoiber, Kantar, Bittner, Gundel, Ott, Stegmeier (ab 71. Schuler), Tomasevic, Gebhard, Kilic (ab 65. Hahner), Juric.

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Schiedsrichter: Höcker (SV Schalding-Heining).

Zuschauer: 610.

Tore: 0:1 Juric (29.), 0:2 Gundel (59.), 1:2 Schön (70.), 2:2 Willberger (94.).

Gelb-Rote Karte: - / Juric (96.).

Nach vier Niederlagen in Folge hat Aufsteiger SB Chiemgau Traunstein in der Fußball-Landesliga Südost einen gefühlten Sieg gelandet: Die Mannen von Trainer Adam Gawron erreichten vor 610 Zuschauern im Jakob-Schaumaier-Sportpark gegen den TSV Eching trotz eines 0:2-Rückstandes ein verdientes 2:2-Remis.

Marko Juric (29./Kopfball nach Ecke von Tolgahan Kilic) und Marc Gundel (59./Schuss aus 40 Metern nach Torwartfehler von Issa Ndiaya, der viel zu weit rausgekommen war) hatten die Crew von TSV-Trainer Alfred Ostertag mit 2:0 in Führung gebracht. Die bis dahin schwachen Traunsteiner wirkten ab der Einwechslung von Patrick Schön lebendiger, und der Joker traf prompt mit einem sehenswerten 18-Meter-Schuss zum 1:2-Anschluss, wobei er das Leder mit viel Gefühl über Schlussmann Franz Hornof hinweg ins Netz hob (70.).

Obwohl der SBC nach der schweren Wadenverletzung von Davut Tahir (83./Gebrochen ist zum Glück nichts«, so Kapitän Max Bauer gestern) nur noch zehn Mann auf dem Platz hatte (das Auswechselkontingent war bereits erschöpft), gelang Daniel Willberger in der vierten Minute der Nachspielzeit der 2:2-Ausgleich: Einen Freistoß – getreten von Schön nahe der rechten Eckfahne – lenkte er per Oberschenkel in den Echinger Kasten. »Diesen Freistoß hätte der Schiedsrichter nie geben dürfen«, klagte Gästetrainer Alfred Ostertag. Sein Traunsteiner Kollege Adam Gawron konterte: »Über den Freistoß kann man vielleicht diskutieren. Doch wenn es kurz zuvor nach dem Foul an Stefan Mauerkirchner Elfmeter gegeben hätte, dann hätten sich die Echinger auch nicht beschweren dürfen.«

Insgesamt war Gawron, der Schön und Tahir überraschend draußen ließ und stattdessen Patrick Petzka und Maxi Fenninger in die Startformation beorderte (»Wir wollten diesmal die kampfstärksten Spieler bringen«), mit seiner Truppe zufrieden. »Riesenlob an die Mannschaft und endlich wieder ein Punkt nach langer Durststrecke«, freute sich der A-Lizenz-Inhaber. Er erkannte aber auch, »dass Issa nicht allmächtig ist – das hat man beim zweiten Gegentor gesehen«.

Dagegen war Ostertag, der auf Offensiv-Routinier Fabijan Hrgota (Muskelfaseriss) verzichten musste, mit der Punkteteilung nicht zufrieden: »Wir haben schon zum dritten Mal in dieser Saison ein 2:0 aus der Hand gegeben. In der Schlussphase haben wir die Traunsteiner über die Außen zu leicht spielen lassen.«

Die SBC-Fans – darunter Landrat Sigi Walch, der noch nie eine Niederlage im Jakob-Schaumaier-Sportpark erlebt hat – jubelten und klatschten zwar nach der furiosen Aufholjagd, doch lange Zeit hatten sie ein Hausherren-Team gesehen, das massive Probleme im Spielaufbau und im Erarbeiten von Torchancen hatte. Vor allem im Mittelfeld gab es Defizite.

Hochkarätige SBC-Möglichkeiten hatten eher Seltenheitswert. Dennoch hätten Mauerkirchner (6., 75. und 79. Minute), Willberger (10. und 86.), Fenninger (48.) oder Bauer (80./Hackentrick nach Schön-Ecke) den einen oder anderen Treffer machen können. Bei Ndiaye müssen sich die Traunsteiner jedoch bedanken, dass es in der 73. Minute nicht 1:3 stand – da reagierte der Klasse-Torwart nämlich bei einer Konterchance von Gundel prächtig.

Nicht unerwähnt bleiben sollten auch noch das Ausscheiden von Echings Kilic (65./wegen Kreislaufproblemen) und die Gelb-Rote Karte für TSV-Akteur Juric (96.), die zugleich den Schlusspunkt eines unterhaltsamen Fußballabends bildete. cs