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»Ganz ohne Risiko wird das nicht funktionieren«

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Nochmal richtig Vollgas geben wollen Manuel Sternhuber (rechts/hier im Zweikampf mit Haidhausens Giuseppe Acquaviti) im Rückspiel gegen die SpVgg. Auch wenn sie das Hinspiel mit 0:3 verloren haben, hoffen sie am heutigen Samstag noch darauf, sich den Aufstieg in die Bezirksliga sichern zu können. (Foto: Butzhammer)

Der TSV Waging braucht ein kleines Fußball-Wunder, um den dritten Bezirksliga-Aufstieg in der Vereinsgeschichte (nach 2010 und 2013) zu schaffen: Heute um 15 Uhr gilt es in der Heimvorstellung im Wilhelm-Scharnow-Stadion gegen die SpVgg Haidhausen einen 0:3-Rückstand aus dem Hinspiel aufzuholen. Wie Kapitän Manuel Sternhuber (27), der »Sechser« des Teams von Veit Gröbner, die Lage vor diesem Relegations-Knaller einschätzt, dazu hat er im Gespräch mit unserer Sportredaktion Stellung genommen. »Ganz ohne Risiko wird das nicht funktionieren«, lautet seine Kernaussage.


Wie wollen Sie die Sensation schaffen und den Haidhausern mindestens drei Tore einschenken?

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Man hat ja heuer in beiden Champions-League-Halbfinals gesehen, was im Fußball alles möglich ist. Und wir haben unsere Fans im Rücken – die haben am Mittwoch auch eine halbe Stunde nach dem Spiel noch gesungen und mit Sprechchören verdeutlicht, dass Waging nie aufgeben wird. Klar wird es schwer, doch auch wenn wir mindestens drei Tore machen müssen, werden wir nicht mit offenem Visier spielen. Denn ein Gegentor würde bedeuten, dass wir fünf Buden machen müssten – das dürfte bei dieser Hitze fast unmöglich sein. Zumal ich mir vorstellen kann, dass Haidhausen eine gute Kontermannschaft ist.

Wie viele Zuschauer erwarten Sie gegen de Prato und Co.?

Wenn wir eine bessere Ausgangsposition geschafft hätten, wären es sicher 700 oder 800 geworden. Aber 400 bis 500 werden es auch so, da bin ich sicher. Wie gesagt: Unsere Fans sind überragend.

Dass Sie überhaupt so weit gekommen sind, war nach der eher mittelprächtigen Vorrunde – Platz vier mit sieben Punkten Rückstand auf Rang zwei – nicht unbedingt zu erwarten.

Das ist sicher ein Erfolg für uns. Unsere Niederlage in München war die erste seit dem 27. Oktober, als wir in Kay verloren hatten. Auf diese Serie – 15 Spiele ungeschlagen inklusive erste Relegationsrunde – können wir stolz sein. Man darf ja auch nicht vergessen, dass wir vor der Saison zahlreiche altgediente Spieler in den Ruhestand geschickt haben und diese Lücken mit jungen Leuten schließen mussten. So gesehen ist dieser zweite Platz schon eine tolle Sache.

Haben Sie in dieser Woche, weil Ali Gezer nicht mehr da ist, als Bindeglied zwischen Trainer und Spielern mehr zu tun?

Der Veit hat mir das Sprachrohr vor dem Spiel in der Kabine gegeben, weil er das selbst nicht so gerne macht. Sonst hat sich aber nicht viel geändert, ich bin auch mit Ali immer wieder in Kontakt.

Neuer Chefcoach wird Sepp Aschauer, der ja in der Region einen guten Ruf hat und auch schon mal beim TSV Waging tätig war. Freut sich die Mannschaft auf ihn?

Ja, total. Alle sind hochmotiviert. Er ist ein Top- Trainer, der sich in den letzten Jahren auch nochmal weiterentwickelt hat. Der Kontakt war nie abgerissen. Seit er weg war, haben wir uns immer gut ausgetauscht, wenn wir uns auf dem Fußballplatz getroffen haben. Soviel ich weiß, bleibt auch die Mannschaft komplett beisammen.

Gibt es auch schon Neuzugänge für die kommende Saison?

Ich weiß noch keinen, aber das kann sich ja noch ändern.

Sie gehören ja auch zu den Spielern, die das Vergnügen hatten, Ende der Saison 2014/15 von Werner Lorant trainiert zu werden. Wie siehen Sie die Zeit unter dem früheren Löwen-Dompteur mit ein paar Jahren Abstand?

Das war schon eine coole Erfahrung damals. Ich habe am Flügel gespielt und acht Tore gemacht, weil ich nie zurücklaufen musste. Er hat zu mir gesagt: »Bleib vorne und auf der Linie, ich will den Kalk von der Seitenauslinie an deinen Schuhen sehen.« Auch der Medien-Hype war damals der Wahnsinn, es haben ja gleich mehrere Fernsehsender bei uns gedreht.

An den TSV Teisendorf konnte heuer in der Liga niemand heranschnuppern. Können sich die »Rothosen« in der Bezirksliga halten?

Ein absolut würdiger Meister, der sich den Aufstieg schon über die letzten Jahre verdient hat. Da muss ich schon den Hut ziehen, wie souverän die Teisendorfer Meister geworden sind. Auch die Spiele gegen sie waren immer schöne Partien. Ich wünsche ihnen auf alle Fälle viel Glück in der Bezirksliga, in der sie sich mit der Euphorie bestimmt halten können – und vielleicht kommen wir ja auch noch nach ... cs