weather-image
25°

Fußball-Kreis Inn/Salzach unter neuer Führung

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Die neue Vorstandschaft des Kreises Inn/Salzach mit den Vertretern des BFV (von links): Robert Schraudner (BFV-Bezirksvorsitzender), Bernhard Hellmich (Kreisjugendleiter), Thomas Langner (Kreisspielleiter), Stephan Bierschneider (Vorsitzender des Kreissportgerichts), Carmen Jutta Gardill (Kreisvorsitzende), Michaela Heinzlmeier (Frauen- und Mädchenbeauftragte), Sepp Kurzmeier (Schiedsrichter-Obmann), Helmut Riedl (Ehrenamtsbeauftragter des Kreises) und BFV-Präsident Dr. Rainer Koch. (Foto: BFV)

Eine Frau als Chef, ein gebürtiger Sachse und eine 21-Jährige – die Funktionärsriege im Fußball-Kreis Inn/Salzach ist so bunt wie nie. Carmen-Jutta Gardill von der SpVgg Pittenhart wurde ohne Gegenstimme zur Kreisvorsitzenden gewählt. »Ich bin die Verrückte, die Verantwortung übernehmen will«, stellte sie sich schmunzelnd vor.


Thomas Langner (SV Taching) ist für die nächsten vier Jahre neuer Kreisspielleiter. Gardills Nachfolgerin als Frauen- und Mädchenbeauftragte ist die Traunsteinerin Michaela Heinzlmeier (SV Saaldorf).

Anzeige

Kampfabstimmung bei Wahl des Jugendleiters

Spannend wurde es nur bei der Wahl zum Kreisjugendleiter: Mit dem Altöttinger Frank Maier (TSV Taufkirchen), der als Spielleiter für die älteren Jugendlichen in der Gruppe Inn zuständig ist, gab es überraschend einen Gegenkandidaten für Bernhard Hellmich (SpVgg Jettenbach). Doch der Amtsinhaber setzte sich mit 101 zu 71 Stimmen durch. Hellmich räumte Defizite ein: Vor allem bei den U-19- und U-17-Junioren gehe die Zahl der Mannschaften stark zurück. Bei den Jüngsten (U 9) müssten die Trainer endlich umdenken und den Leistungsgedanken in den Hintergrund rücken lassen. »Wir hatten in den vergangenen Jahren mehrere Spielabbrüche – einmal haben sich sogar die Eltern am Spielfeldrand geprügelt.«

Ansonsten herrschte Harmonie unter den knapp 200 Vereinsvertretern im Rosenheimer KuKo. Bernd Schulz (TuS Großkarolinenfeld), bisher Kreisvorsitzender und -spielleiter in Personalunion, stand noch einmal im Mittelpunkt. »Es waren zwölf schöne Jahre«, resümierte er. »Die Zusammenarbeit mit den Vereinen war – bis auf wenige Ausnahmen – gut.« Der Kreis mit seinen mehr als 200 Vereinen sei »eigentlich nicht schwer zu leiten.« Nur dauere es oft etwas länger, bis sich Neuerungen durchsetzten: der Live-Ticker etwa oder – Schulz’ großes Anliegen – der Futsal, der den Hallenfußball ersetzen soll. »Nicht ganz uneigennützig« ernannte Gardill ihren Vorgänger zum Ehren-Kreisvorsitzenden. Schließlich hat sich der 63-Jährige bereiterklärt, auch künftig mit Rat und Tat bereitzustehen.

Bei den Schiedsrichtern im Kreis heißt das Aushängeschild Michael Bacher. Der Ameranger pfeift in der III. Liga und steht in der II. Bundesliga an der Linie. »Er steht heuer auch wieder sehr gut da. Ich hoffe, dass er nochmal einen oder zwei Sprünge nach oben macht«, sagte Kreis-Schiedsrichter-Obmann Josef Kurzmeier (SV Ramerberg).

Zu wenige Schiedsrichter für die vielen Spiele

Insgesamt 656 Unparteiische zählen die drei Gruppen, nur noch 471 stehen aber auf dem Platz. Kurzmeier appellierte an die Vereine, für Nachwuchs zu sorgen. Bayernweit sieht es noch schlechter aus: 14 000 Spiele finden jedes Wochenende statt – doch es gibt nur 10 000 Schiedsrichter.

Altenmarkts Bürgermeister Stephan Bierschneider zog als Sportgerichts-Vorsitzender eine positive Bilanz. Die Zahl der Fälle pro Jahr sei in den vergangenen zehn Jahren von 800 auf 550 gesunken. »Nur ein bis zwei Spiele, die jedes Jahr aus dem Ruder laufen, trüben die Bilanz.« Und die Zahl der Spielausfälle sei zu hoch. Allein bei den Herren und Frauen seien in vier Jahren rund 1300 Punkte am grünen Tisch vergeben worden.

BFV-Präsident und DFB-Vize Dr. Rainer Koch appellierte an den Zusammenhalt von Amateuren und Profis. »Wir müssen verstehen, dass wir einander brauchen. Ohne Amateurfußball gibt es keine Talente, keine Bundesliga, keine Nationalmannschaft – und keine Fans in den Stadien.« Andererseits flössen allein aus den Zuschauereinnahmen der bayerischen Profiklubs 1,2 Millionen Euro pro Jahr in den Haushalt des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV). »Nichts wäre schlimmer als ein Bruch zwischen Amateur- und Profifußball«, wurde er noch deutlicher.

Im Spielbetrieb sprachen sich die Vereinsvertreter nur für eine von drei vorgeschlagenen Änderungen aus: 78 Prozent stimmten dafür, dass A-Junioren mit ihrem 18. Geburtstag wieder in der Herren-Mannschaft spielen dürfen. Eine Einschränkung des Einsatzes von Spielern aus der ersten Mannschaft in den Reserven der B- und C-Klassen wollten nur 22 Prozent. Die Möglichkeit, in der Kreisliga und darunter fünf statt drei (bei Junioren und Frauen: vier) Spieler auszuwechseln, fanden nur 32 Prozent gut. Die Entscheidung darüber fällt auf dem BFV-Verbandstag im Mai. ah