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Fußball-Frauen starten Mission Olympia in Grassau

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Die heiße Phase der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Brasilien hat nun auch für die deutsche Nationalmannschaft der Frauen begonnen – und Bundestrainerin Silvia Neid hat sich Grassau als erste Station für ein Trainingslager ausgesucht. »Hier ist es richtig, richtig schön«, sagte die Bundestrainerin bei einer Pressekonferenz des Deutschen Fußball Bundes (DFB) im Hotel Golfresort Achental, in dem die Mannschaft auch untergebracht ist.


Man habe hier viele Möglichkeiten, betonte sie. Es gebe einen guten Fitnessraum, man sitze auch nicht zu eng aufeinander. Und vor allem: »Der Platzwart hat einen richtig guten Job gemacht, der Platz ist in einem Topzustand.« Und, fügte Neid mit einem Lächeln hinzu: »Man kann hier auch Golf spielen.« Ob das ihre Spielerinnen nützen werden, wisse sie zwar nicht. »Aber ich werde den Golfschläger schon ab und an schwingen«, verriet sie.

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Nicht viel Zeit, um die Gegend zu erkunden

Ansonsten hat die Mannschaft allerdings nicht viel Zeit, die Gegend zu erkunden – zu straff ist der Zeitplan den Neid und ihr Trainerteam ausgearbeitet haben. Immerhin ging's gestern Vormittag mal mit dem Rad zum Chiemsee. Und auch der Samstagnachmittag steht den Spielerinnen zur freien Verfügung. Davor werden sie sich allerdings noch den Grassauern präsentieren. Denn Managerin Doris Fitschen kündigte an, dass für Samstag um 10.30 Uhr ein öffentliches Training geplant sei. Quasi als Dankeschön für die herzliche Aufnahme im Ort. »Die Bedingungen hier sind wirklich hervorragend«, hob auch Fitschen hervor. Vor allem schätze man, dass hier alles in Laufnähe sei, fügte sie noch hinzu.

Nach der Maßnahme in Grassau – dort sind die Schwerpunkte vor allem die Athletik, die Fitness und die individuelle Entwicklung – sind insgesamt noch drei weitere Trainingslager geplant – und zwar in Barsinghausen (3. bis 8. Juli), in Bad Gögging (11. bis 15. Juli) und in Paderborn (18. bis 23. Juli). Dort findet gegen Ghana auch die Olympia-Generalprobe am 22. Juli um 18 Uhr statt. Vor der Abreise zu den Olympischen Spielen trifft sich die Mannschaft dann am 27. Juli in Frankfurt am Main, der Abflug nach Sao Paulo ist für den 29. Juli geplant.

Vor ihrem letzten großen Wettkampf – nach Olympia übernimmt ja Steffi Jones – ist Silvia Neid nun mehrfach gefordert: als Motivatorin, Organisatorin und Entscheiderin bei der Kader-Auswahl. Im Gegensatz zu EM oder WM dürfen bei Olympia nämlich nur 16 Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen nominiert werden. Vor der offiziellen Nominierung am 18. Juli komme es daher darauf an, »dass wir sehr variable Spielerinnen haben, die sehr flexibel sind«, erklärte Neid.

Schließlich habe man ein großes Ziel vor Augen: »Wir haben noch nie Gold bei Olympia gewonnen.« Allerdings sei es bis dahin ein weiter Weg und vom Finale im Maracana-Stadion träume sie noch nicht. »Sportlich gesehen sind hervorragende Nationen vor Ort und viele davon haben das gleiche Ziel wie wir.« Man wolle zunächst einmal die Vorrunde gut überstehen. »Und dann ist alles möglich.« Jetzt genieße sie jeden Tag mit der Mannschaft. »Es ist schön, dass wir noch einmal die Chance haben, gemeinsam etwas zu gewinnen«, betonte Neid.

Goldmedaille zum Abschied wäre die Krönung

Auch Fitschen freut sich bereits auf Brasilien. »Es werden schöne Erlebnisse werden.« Dabei steht diesmal auch eine Premiere für den DFB an. Denn erstmals werden Frauen und Herren (U 21) gemeinsam bei Olympia antreten. Angst vor dem Zika-Virus hat Neid nicht. »Wir sind da im ständigen Austausch mit unserem Arzt.«

Übrigens verfolgt Neid aktuell natürlich auch die EM in Frankreich. Sie traut dabei der Elf von Jogi Löw den ganz großen Wurf zu. »Ich glaube, dass wir den Titel holen können«, sagte sie. Allerdings sei auch die Konkurrenz stark und nannte dabei Spanien, Italien, Frankreich und Belgien als weitere Titelkandidaten.

Dann konzentrierte sich die Bundestrainerin aber schnell wieder auf ihre Mannschaft. Schließlich gibt es bis zum Abflug nach Brasilien noch eine jede Menge zu tun. Und auch wenn Neid nicht davon träumen mag: Die Goldmedaille zum Abschied wäre die Krönung ihrer erfolgreichen Laufbahn als Bundestrainerin. SB