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Furioser Beginn und fatales Ende

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Er trug zunächst mit einem Treffer zum klaren Vorsprung der Inzeller bei, kassierte dann aber eine unnötige Spieldauer-Disziplinarstrafe: Julian Meyer (links). (Foto: Wukits)

Das könnte es schon gewesen sein: Der DEC Inzell ist dem Abstieg aus der Eishockey-Landesliga ein großes Stück nähergerückt. Gegen den ESC Kempten setzte es in der Abstiegsrunde der Landesliga in der heimischen Max-Aicher-Arena eine 6:7-Niederlage.


Ausgerechnet gegen den Mitkonkurrenten ließen sich die DEC-Akteure die Butter vom Brot nehmen. Mit 2:0, 5:2 und 6:3 hatten die Hausherren bereits geführt und ansehnliche zwei Drittel gespielt. Allerdings zeigte die DEC-Abwehr bereits in dieser Phase erhebliche Schwächen, ehe im Schlussdrittel alle Dämme in der Hintermannschaft brachen. Fassungslos zeigte sich DEC-Trainer Thomas Schwabl: »Eigentlich will ich heute gar nichts sagen«, meinte er mit blasser Miene. »Das zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Saison. Plötzlich versuchen wir Pässe zu spielen, die nie hinhauen können, und fangen uns die Tore ein.«

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Dabei begannen die Inzeller mit einem gut aufgelegten Martin Zahora furios. Der 21-Jährige aus Budweis sorgte mit seinen zwei Toren nach fünf Minuten für einen 2:0-Vorsprung. Vor allem das 1:0 war ein sehenswerter Alleingang des jungen Tschechen. Bis zur ersten Pause kamen die Gäste jedoch zum 2:2 heran.

Im zweiten Drittel brachten Sebastian Schwabl in Überzahl und Christian Rieder in Unterzahl sowie Julian Meyer den DEC mit 5:2 in Führung. Nach einem Gegentreffer kurz vor der Drittelpause erhöhte Martin Zahora zum Auftakt des Schlussabschnitts mit seinem dritten Treffer auf 6:3 (42. Minute), wobei er den Puck förmlich ins Netz nagelte.

Während die Zuschauer bereits mit weiteren Toren ihres Teams rechneten, nahmen die Gäste die Einladungen der völlig konfusen Abwehr des DEC dankend an. Auf die Palme brachte Schwabl die Spieldauer-Disziplinarstrafe von Julian Meyer wegen eines Checks mit Verletzung des Gegenspielers. »So kann ich in den Mann nicht reingehen, das kann man anders lösen. Da fällt mir nichts mehr dazu ein«, schimpfte der Trainer, dessen Mannschaft dann binnen 15 Minuten vier Gegentreffer schlucken musste.

Rein rechnerisch haben die Inzeller noch immer die Chance auf den Ligaerhalt. »Da muss aber ein Wunder passieren. Das Problem ist aber, wir schlagen uns immer selbst. Wir sind oft die bessere Mannschaft, aber halt nur 45 Minuten. Es hat sich wohl nicht bei allen rumgesprochen, dass ein Spiel 60 Minuten dauert«, schimpfte Schwabl. Auf die Frage, ob er sich die sportliche Lage seines Teams auch selbst ankreide, meinte er: »Mit Sicherheit habe ich einige Fehler gemacht. Ich kann mir aber nicht ankreiden lassen, wie sie zum Beispiel heute die letzten Minuten gespielt haben. Schließlich haben sie lange Zeit ein wirklich gutes Spiel gezeigt.«

Nun heißt es für die Inzeller 14 Tage zu warten und zu schauen, was die Konkurrenz aus Oberstdorf, Burgau, Kempten und Forst macht. Im allerletzten Spiel der Abstiegsrunde könnte es am 6. März in Kempten möglicherweise doch noch zum großen Showdown kommen.

Inzell - ESC Kempten 6:7 (2:2/3:1/1:4): Tore: 1:0/2:0 (3./5.) Martin Zahora, 2:1 (8.) Nikolas Oppenberger, 2:2 (11.) Sebastian Schütze, 3:2 (24.) Sebastian Schwabl, 4:2 (27.) Christian Rieder, 5:2 (37.) Julian Meyer, 5:3 (40.) Benedikt Stempfel, 6:3 (42.) Martin Zahora, 6:4 (45.) Eugen Scheffler, 6:5 (47.) Benedikt Stempfel, 6:6 (50.) Nikolas Oppenberger, 6:7 (58.) Eugen Scheffler. – Strafen: DEC (23 + 20 für Julian Meyer) - ESC (20). – Zuschauer: 200. SHu