»Für'n Bibi«: 147 Teilnehmer beim Hochfelln-Berglauf

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Ein neuer Rekord: Zum 11. Mal hat Andrea Mayr den Hochfelln-Berglauf gewonnen. Das gab es noch nie.
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Nach 43:11,6 Minuten hatte er es geschafft: Filimon Abraham gewann zum ersten Mal den Hochfelln-Berglauf. Manuel Innerhofer wurde Zweiter vor David Sambale. (Fotos: A. Hauser)

Noch einmal um die Kurve und dann den steilen Hang hinauf: So leicht sah es aus, als Lokalmatador Filimon Abraham (LG Festina Rupertiwinkel) nach gut 43 Minuten das Ziel des 47. Hochfelln-Berglaufs erreicht hatte. Und das sogar mit einem kleinen Vorsprung auf Manuel Innerhofer (LC Oberpinzgau), der ihm über das ganze Rennen im Nacken saß. Bei den Frauen holte sich die sechsmalige Berglauf-Weltmeisterin Andrea Mayr (SV Schwechat) den Sieg. Sie stellte damit einen neuen Rekord auf: Die Österreicherin ist nämlich bisher die Einzige, die bisher elfmal ganz oben auf dem Podest stand.


Der Hochfelln-Berglauf war in diesem Jahr ein ganz besonderes Rennen, wie der Organisationsleiter und Vorsitzende des Ski-Clubs Bergen, Dr. Jürgen Schmid, in einem Gespräch mit unserer Redaktion erzählte. Zum ersten Mal war Georg »Bibi« Anfang, der den Hochfelln-Berglauf 1974 ins Leben gerufen und seitdem organisiert hatte, nicht mehr dabei. »Viele Läufer sind nur seinetwegen an den Start gegangen«, erzählt Schmid berührt.

So auch Andrea Mayr, die – als sie im Juni von der Todesmeldung erfahren hatte – sofort ihre Teilnahme zugesagt hatte. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt wegen der Corona-Beschränkungen noch gar nicht feststand, ob der Berglauf überhaupt stattfinden kann.

»Mein Lauf war heute für'n Bibi«, sagte Andrea Mayr im Ziel. Und auch bei der kurzen Siegerehrung, die pandemiebedingt gleich auf dem Gipfel des Hochfellns stattfand, rief sie auf dem Podest »Für'n Bibi.« Sie ist überzeugt: »Er schaut ziemlich sicher von oben runter, sonst wäre das Wetter nicht so schön.« Und das war es auf jeden Fall: Bei sommerlichen Temperaturen waren zahlreiche Schaulustige an die Strecke gekommen, die die Bergläufer anfeuerten und ihnen zujubelten.

Gleich nach dem lauten Startschuss setzte sich Filimon Abraham von der Menge ab – dicht auf seinen Fersen: der Österreicher Manuel Innerhofer. Doch Abraham startete ziemlich zügig und hielt so Innerhofer auf Abstand, der die Lücke zu seinem Kontrahenten nicht mehr schließen konnte. Bereits bei der Mittelstation war Filimon Abraham vorne und der von Dr. Jürgen Schmid angekündigte »harte« Kampf war mehr oder weniger schon entschieden. So hielt Filimon Abraham sein Tempo und lief mit knapp einer Minute Vorsprung vor Innerhofer ins Ziel. »Ich bin vielleicht etwas zu schnell losgerannt«, resümiert der Österreicher seinen Lauf. Er wollte zu Beginn mit dem Lokalmatadoren mithalten, doch am Ende habe Filimon Abraham einfach die Strecke besser gekannt.

Und der Gewinner war sehr zufrieden mit dem Lauf. Zwar wollte er die 1070 Höhenmeter und 8,9 Kilometer unter 43 Minuten hinlegen, aber er sei trotzdem mit seiner Leistung und der Platzierung zufrieden, erzählte er. »Das Training hat sich gelohnt.« Platz drei belegte David Sambale vom SC Immenstadt vor Martin Leitner (Team BMK Jettenberg), Anian Rottmüller (TuS Bad Aibling) und dem Österreicher Daniel Rohringer (La Sportiva Mountain Running).

Bei den Damen kam hinter Andrea Mayr, die ab etwa der Hälfte des Rennens in Begleitung ihres Hundes Billy lief, Annika Seefeld vom Sparda-Team Rechberghausen (Baden-Württemberg) ins Ziel. Den dritten Platz erreichte Lena Bächle vom SV Oberteisendorf. Die 21-Jährige sprach im Ziel von einem harten Rennen, war aber mit ihrer Leistung sehr zufrieden und strahlte über beide Ohren. Sie war schon einmal vor ein paar Jahren beim Hochfelln-Berglauf gestartet. Dass es in diesem Jahr so gut für die Langläuferin laufen würde, damit hätte sie nicht gerechnet.

Beim diesjährigen Hochfelln-Berglauf waren von den 150 gemeldeten Teilnehmern 147 an den Start gegangen. Wegen der Corona-Pandemie konnten die Organisatoren nicht ganz so viele Läufer zulassen, wie in den Jahren zuvor, informierte Schmid. Letztendlich waren die Organisatoren sehr froh, dass nach der letztjährigen Absage dieses Jahr der Berglauf überhaupt über die Bühne gehen konnte. Und alles so gut geklappt habe. Es sei eine ziemliche »Zitterpartie« gewesen, bis erst Anfang September feststand, dass der Lauf durchgeführt werden kann, erzählte Schmid. Zwar konnten in diesem Jahr viele Top-Athleten nicht dabei sein, aber so hatte der Berglauf einen etwas regionaleren Charakter mit vielen heimischen Läufern. Und dass diese viel drauf haben, zeigte Filimon Abraham, der auf der ganzen Strecke überzeugte.

Antonia Hauser

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