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Für großen Kampf am Ende nicht belohnt

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Bitterer Abend für die Bayernliga-Basketballer: Traunsteins Topscorer Stefan Gruber (rechts, hier gegen den Schwabinger Alexander Roth) verletzte sich gegen Schwabing II kurz vor Schluss und wird dem TV Traunstein nun längere Zeit fehlen. (Foto: Weitz)

Es war das erwartet schwere Kräftemessen für die Bayernliga-Basketballer des TV Traunstein. Der Aufsteiger bekam es gegen den MTSV Schwabing II mit zahlreichen Jugend-Bundesligaspielern zu tun. Von dieser Tatsache ließen sich die TVTler aber lange wenig beeindrucken und man hielt das Spiel bis weit ins vierte Viertel hinein offen. Den Schock angesichts des verletzungsbedingten Ausscheidens von Stefan Gruber war aber zu viel für die Traunsteiner, sodass man letztlich mit 63:80 verlor (wir berichteten bereits kurz). Die Höhe des Ergebnisses spiegelte den Spielverlauf aber nicht wider.


Nicht die besten Voraussetzungen hatte man aufseiten der Traunsteiner vor der Begegnung gegen die Regionalliga-Reserve aus Schwabing. Mit Benedikt Aumeier, Stefan Schnellinger, Sebastian Foltys und Marinko Varnica musste man kurzfristig aus privaten und beruflichen Gründen auf gleich vier wichtige Spieler verzichten. Ebenso fiel krankheitsbedingt Andreas Schmidmayer aus.

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Nach anfänglichem Abtasten gelang es den Gästen, schneller in die Partie zu finden. Dabei profitierten sie vor allem von Größenvorteilen sowohl auf den Flügelpositionen, als auch auf der Centerposition. Kurz vor Ende des ersten Viertels war der Rückstand des TVT deshalb kurzzeitig zweistellig. In einer Auszeit fand TVT-Coach Enes Tadzic aber die richtigen Worte an seine Mannschaft. Allen voran ging Kapitän Thomas Weber. Ob aus der Distanz oder beim Zug zum Korb strahlte der Aufbauspieler immer Gefahr aus. Zusammen mit Valentin Rausch verkürzte er den Rückstand bis zur Viertelpause (17:24).

Lob von Trainer Tadzic in der Halbzeitpause

So ließ der TVT auch nicht im folgenden Spielabschnitt abreißen und schaffte es vor allem, die Defensive auf ein höheres Level zu heben. Gerade Alexander Guggenberger leistete im Kampf um den Rebound sehr gute Arbeit und vertrat den gesundheitlich angeschlagenen Franz Hell hervorragend. In der Offensive verschaffte Sebastian Kösterke immer wieder zweite Wurfchancen. Den besseren Körpereinsatz und die größere Entschlossenheit lobte Enes Tadzic in der Pause (31:37). Er sprach seinem Team Mut zu.

Rund hundert Zuschauer bekamen diesen Mut auch prompt zu sehen. Die weiterhin gefährlichen Rausch und Weber schulterten mit Stefan Gruber die offensive Last, während in der Defensive das gesamte Team konzentriert blieb. Ein übertriebenes Maß an Aggressivität zeigten hingegen die Schwabinger. Stefan Gruber wurde beim Korblegerversuch an den Schultern nach unten gerissen. Die Traunsteiner mussten einen ersten Schreckmoment durchstehen, als Gruber zunächst benommen am Boden liegen blieb, schließlich aber wieder ins Geschehen eingreifen konnte. Das harte Einsteigen der Münchner war sicherlich auch der wachsenden Nervosität geschuldet, denn der TVT hatte es geschafft, das Spiel bis zum Ende des Abschnitts auszugleichen (54:54).

Zwei Freiwürfe von Alexander Guggenberger brachten dann auch die erste Führung zu Beginn des vierten Viertels. Das Spiel stand auf Messers Schneide und das lautstarke Heimpublikum fieberte dem Ende entgegen. Es herrschte allerdings sehr schnell Ruhe, als Stefan Gruber rund fünf Minuten vor dem Ende nach einem Sprungwurf unter Schmerzen zu Boden ging. Unglücklich war er beim Herabkommen auf einem gegnerischen Fuß gelandet und konnte nur noch mit Unterstützung seiner Teamkameraden das Spielfeld verlassen. Eine erste ärztliche Diagnose nach dem Spiel deutet auf eine Bänderverletzung im Sprunggelenk hin.

Die verbliebenen Traunsteiner versuchten zwar nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden ihres Topscorers, den Glauben an einen Sieg zu wahren, der Schock war aber allen noch anzusehen und auch taktisch war das Fehlen von Stefan Gruber in der Kürze der Zeit nicht zu kompensieren. Dies nutzten die Schwabinger und starteten einen 19:3-Lauf, der das Spiel entschied und letztlich für den zu hoch ausgefallenen Endstand von 63:80 sorgte.

Diese Niederlage ist zu verkraften

Die Niederlage gegen ambitionierte Schwabinger ist sicherlich zu verkraften. Im Kampf um den Klassenerhalt muss der TVT die Punkte vor allem gegen andere Gegner erzielen. Bitter ist allerdings der Ausfall von Stefan Gruber. Der Topscorer wird auf unbestimmte Zeit fehlen. Es wird keine leichte Aufgabe sein, sein Fehlen zu kompensieren, sind es doch durchschnittlich knapp 26 Punkte, die nun rein statistisch fehlen. Es bleibt abzuwarten, wie dem Team der notwendige Anpassungsprozess gelingt.

Für den TVT spielten: Thomas Weber (21 Punkte/4 Dreier), Stefan Gruber (19), Valentin Rausch (15/3), Alexander Guggenberger (4), Sebastian Kösterke (4), Ante Bandov, Simon Haunerdinger, Franz Hell, Niklas Joerger, Florian Pavic und Lukas Schwankner. JR

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