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Für die gute Versorgung »sind wir ein bisschen berühmt«

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Das Team im Pressezentrum (von links): Lisa Rieder, Annette Märkl, Julie Märkl, Verena Fettig, Juanita Odenigbo und Danielle Sender. Auf dem Foto fehlt Sandra Romor.

Nicht nur die Eisschnellläufer, sondern auch die Journalisten sollen bei der Einzelstrecken-Weltmeisterschaft in Inzell optimale Bedingungen vorfinden. Dafür sorgt in der Sporthalle Annette Märkl mit ihrem Team. Die sieben Frauen kümmern sich ehrenamtlich um den Raum für die Pressekonferenzen, verpflegen die Journalisten aus der ganzen Welt und die Sportler, die in der Halle eine Rückzugsmöglichkeit haben. Sie sind auch Anlaufstelle für alle möglichen Fragen und Annette Märkl kümmert sich darum, dass die Sportler nach ihren Wettkämpfen bei Bedarf zur Pressekonferenz kommen.


Besonders gefordert sind die ehrenamtlichen Helferinnen in der Mittagszeit. »Da kommen alle auf einmal«, sagt Annette Märkl. »Die Leute wissen, dass sie in Inzell gut versorgt werden. Dafür sind wir ein bisschen berühmt.« Kein Wunder also, dass gerade beim Mittagessen »Stoßbetrieb« herrscht.

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Dafür wird es während der Wettkämpfe in der Halle ruhiger. »Bei spannenden Rennen herrscht bei uns tote Hose«, erzählt Annette Märkl. Dann haben die Helferinnen auch Zeit, auf der Videoleinwand oder in der Max-Aicher-Arena die Wettkämpfe anzuschauen – und den Startern aus Inzell zuzujubeln. Annette Märkl, die in Inzell als Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) in der Apotheke arbeitet, kennt die Inzeller Eisschnellläufer schon »von Kind an. Da habe ich einen sehr persönlichen Bezug. Und da jubeln wir auch bei einem Platz acht, zehn oder zwölf.«

Kommen die Eisschnellläufer in die Sporthalle, bleiben sie aber meistens für sich. »Die Sportler wollen hier ihre Ruhe. Deshalb achte ich darauf, dass sie abgeschirmt sind«, betont Annette Märkl. Sie erinnert sich aber noch gut daran, dass bei der Weltmeisterschaft 2011 ein Sportler zur Verpflegungsstation kam und von den Würsten probieren wollte. Danach ging er zu seinem Wettkampf – und Annette Märkl erkannte Shani Davis erst auf dem Bildschirm. »Er ist Weltmeister geworden und nach der Pressekonferenz wiedergekommen, um weiter Würste zu essen«, erzählt sie und lacht.

Für die Eisschnellläufer gibt es ansonsten hauptsächlich Getränke, Obst und eine Sache, die an den Verpflegungsstationen auf keinen Fall fehlen darf: »Zopf geht immer«, weiß Annette Märkl aus Erfahrung. Schon seit 20 Jahren kümmert sich die 61-Jährige um die Verpflegung bei Eisschnelllauf-Wettbewerben. »Am Anfang habe ich in einem kleinen Nebenraum Kaffee für 15 oder 20 Presseleute gekocht«, erinnert sie sich. Angefangen hat alles, weil die ganze Familie – ihre Tochter war selbst Eisschnellläuferin, ihr Mann und die Söhne spielen Eishockey – beim DEC aktiv war. Auch bei Veranstaltungen der Eishockey-Abteilung hilft Annette Märkl immer wieder mit. »Das Inzeller Eis sorgt für ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl. Da hält das ganze Dorf zusammen. Alle wissen, welche Bedeutung Eisschnelllauf für ganz Inzell hat.«

Als die Wettkämpfe noch unter freiem Himmel ausgetragen wurden, war die Zahl der Journalisten immer auch vom Wetter abhängig. Trotzdem nahm die Zahl der Reporter von Jahr zu Jahr zu. Besonders viel zu tun hatte das Team um Annette Märkl zu Hochzeiten von Anni Friesinger.

Doch auch jetzt geht den ehrenamtlichen Helferinnen die Arbeit nicht aus. Morgens wird das Essen angeliefert, das Team richtet Häppchen her und bereitet auch den Raum für Pressekonferenzen vor. »Morgens haben wir intensive Stunden«, sagt Annette Märkl. Deshalb gehe sie abends auch nicht im Ort feiern. »Nach den Wettkämpfen gibt es ein Helferessen, das ist dann unsere Abschlussparty. Die können wir genießen.« Dabei lassen sich selbst manche Sportler das Rahmenprogramm bei der WM nicht entgehen. »Es sind auch schon Eisschnellläufer zu mir gekommen und haben gefragt, ob ich etwas gegen Kopfschmerzen habe, wenn sie am Abend davor zu lange in der Dorfdisco waren«, erinnert sich Annette Märkl, die als PTA natürlich helfen konnte. Auch sonst kommen Sportler oder Journalisten mit allen möglichen Fragen – zum Beispiel zu Transfers, Übernachtungs- oder Feiermöglichkeiten – zu der 61-Jährigen. »Man kennt sich mit den Jahren und alle wissen, dass wir vom Ort sind und uns auskennen.«

Außerdem gibt es bei Annette Märkl nicht nur Rat und Hilfe bei »Wehwehchen«, sie versorgt Sportler und Journalisten auch mal mit selbst gebackenem Kuchen. Wünsche bleiben da fast keine offen. »Manchmal muss man ein bisschen improvisieren – oder zaubern«, meint die 61-Jährige, die die Journalisten auch mal mit ein paar Wörtern Chinesisch oder Koreanisch überrascht. Wichtig für Annette Märkl ist nämlich nicht nur, dass sie in einem »netten Team« arbeitet. »Es macht mir Spaß, wenn ich sehe, dass die Leute zufrieden sind.« Jonas Müller

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