weather-image

Fünf Stützpunkt-Athleten dürfen noch hoffen

3.7
3.7
Bildtext einblenden
Er gehört zu den läuferisch stärksten Athleten in der deutschen Mannschaft: Johannes Kühn. (Foto: Hohler)

Die heimischen Biahtleten sind wieder voll im Training. Nach der Deutschen Meisterschaft hatten sie gut eine Woche Pause, seit einigen Tagen geht es für sie wieder zur Sache. Klar ist nun auch, wer sich bei der DM einen Platz für den IBU-Cup gesichert hat – zumindest bei den Frauen. Bei den Männern dagegen gilt die Devise »drei aus sieben«.


Angesichts der enormen Leistungsdichte – die sich auch bei der Deutschen Meisterschaft wieder gezeigt hatte – gehen bei den Männern insgesamt sieben Sportler in die Vorbereitung, für die es um drei freie Plätze im IBU-Cup-Team geht. Dies sind die fünf Athleten des Stützpunkts Ruhpolding Matthias Dorfer (SV Marzoll), Niklas Homberg, Michael Willeitner (beide SK Berchtesgaden), Florian Graf (WSV Eppenschlag) und Philipp Nawrath (SK Nesselwang). Hinzu kommen vom Stützpunkt Oberhof noch Philipp Horn (SV Frankenhain) und Lucas Fratzscher (WSV Oberhof).

Anzeige

Bereits gesetzt für den IBU-Cup waren Roman Rees (SZ Schauinsland), der Tüßlinger Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl/beide Stützpunkt) und David Zobel (SC Partenkirchen).

Für sie wie auch für die drei, die nach den Lehrgängen noch nachrücken, ist der IBU-Cup die Chance auf zwei noch freie Plätze im Weltcupteam. Fest im Team sind die vier Arrivierten Simon Schempp (SZ Uhingen/Stützpunkt), Benedikt Doll (SZ Breitnau), Arnd Peiffer (WSV Clausthal-Zellerfeld) und Erik Lesser (SVE Frankenhain). Nach den Titelgewinnen von Schempp und Lesser bei der WM 2017 haben hier Bundestrainer Mark Kirchner und Disziplintrainer Andi Stitzl (Bergen) ein echtes »Weltmeister-Quartett« zur Verfügung.

»Als läuferisch starker Mann ganz wichtig«

Auch dem vornominierten IBU-Cup-Trio trauen die Trainer einiges zu. »Johannes Kühn ist trotz seiner Verletzung im vergangenen Winter konditionell schon auf einem guten Niveau. Er ist für uns als läuferisch starker Mann auch ganz wichtig, um bei einem eventuellen Ausfall die Staffel abzusichern«, erläuterte das Trainerduo bei der DM.

Auch der 25-Jährige selbst weiß um seine Stärken: »Wenn ich im Weltcup eingesetzt wurde, war ich läuferisch nie der langsamste Deutsche.« Doch ihm ist auch bewusst, wie wichtig die Gesundheit ist. Im vergangenen November hatte er sich einen Schulterbruch zugezogen. Damit verpasste er die komplette Wettkampfsaison und konnte gut drei Monate lang nicht trainieren. Im Schießen dauerte die Pause noch etwas länger, und »besonders das Liegendschießen war längere Zeit noch relativ schmerzhaft.« Aber beim abschließenden Massenstart der DM in Ruhpolding (3. Platz) kam Kühn auch im Schießen schon relativ gut durch. »Grundsätzlich dürfte das Schießen passen. Wenn ich fit und gesund bin, ist der Weltcup natürlich auch das Ziel. Aber klar ist auch: Läuft es gut, kommt alles von allein. Läuft es nicht, brauche ich an Olympia gar nicht zu denken.«

Denn die Olympischen Spiele sind natürlich das Ziel der Athleten. Die Qualifikation dafür erfolgt über die Weltcups. Das heißt, die »Nachrücker« müssen sich erst einen Platz im IBU-Cup erkämpfen und dort überzeugen, dann können sie sich im Weltcup zeigen.

Das gilt auch für die Frauen. Hier stehen sogar fünf Weltcupplätze zunächst fest. Neben Laura Dahlmeier (SC Partenkirchen) sind Franziska Preuß (SC Haag), Maren Hammerschmidt (SK Winterberg), Vanessa Hinz (SC Schliersee) und Franziska Hildebrand (WSV Clausthal-Zellerfeld/alle Stützpunkt Ruhpolding) gesetzt.

Für den IBU-Cup vornominiert waren bereits Nadine Horchler (SC Willingen/31 Jahre) und Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal/Stützpunkt/28). Die insgesamt stärksten Leistungen unter den weiteren Sportlerinnen bot Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld/Stützpunkt). Die 28-Jährige wurde ebenso für den IBU-Cup nominiert wie drei junge Talente: die 24-jährige Luise Kummer (SVE Frankenhain), Marie Heinrich (Großbreitenbacher SV, 22 Jahre) und Christin Maier (SC Urach/21 Jahre).

Marion Deigentesch zweite Nachrückerin

Zwei heimische Talente haben ebenfalls noch Chancen: Anne Weidel (WSV Kiefersfelden) war erkrankt, daher erhält die 21-Jährige den Krankenstatus. »Das heißt, sie ist ab dem zweiten IBU-Cup dabei«, so der für das IBU-Cup-Team zuständige Trainer Remo Krug (Inzell). Knapp verfehlt hatte die direkte Nominierung Marion Deigentesch, die aber als zweite Nachrückerin benannt wurde.

Die 22-Jährige vom SV Oberteisendorf »war knapp dran, aber da war noch der ein oder andere Schießfehler zu viel dabei. Aber läuferisch war sie gut dabei«, lobt Krug. Daher sind Deigenteschs Chancen weiter intakt: »Zum einen stehen ja noch die Schneelehrgänge an, zum anderen sind auch die Deutschlandpokal-Wettbewerbe als Chance da.« Insgesamt solle das System »relativ offen sein: Wer gute Leistungen bietet, soll auch die Chance haben, aufzusteigen«, so Krug. who