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Freude über »erstklassige Trainingsbedingungen«

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Er muss noch um seinen Platz bei der U-23-WM kämpfen: Florian Knopf aus dem heimischen Stützpunkt. (Foto: DSV)

Flexibilität ist in der Corona-Pandemie sehr wichtig. Das gilt auch für die Skilangläufer des Stützpunkts Ruhpolding. Weil der Continentalcup, der in Nove Mesto (Tschechien) stattfinden sollte, abgesagt wurde, fuhr das heimische Team kurzfristig schon am 28. Dezember nach Obertilliach. Und dies wurde belohnt. »Wir haben hier erstklassige Trainingsbedingungen«, freute sich Frank Nitsch aus dem heimischen Trainerteam.


»Es ist schön, mal wieder so viel Schnee zu sehen. An einem Tag hat es sogar gut 70 Zentimeter Neuschnee gegeben. Da konnten wir zwar für diesen Tag nicht auf die Loipe, aber wir konnten mit den Skiern auf der Straße laufen – die war für den Verkehr ohnehin gesperrt«, berichtet der 41-Jährige. Zusätzlich wurden an diesem Tag noch Stabilisationsübungen absolviert und die Zeit somit sinnvoll genutzt.

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Für einen guten Teil der Sportler ging es am gestrigen Dreikönigstag wieder in die Heimat nach Ruhpolding. Allerdings sind die Kandidaten für die Junioren-WM schon ab diesem Freitag wieder bei einem Lehrgang in Oberstdorf. Aus dem Stützpunkt dürfen Anian Sossau (SC Eisenärzt), Albert Kuchler (SpVgg Lam), Florian Knopf (SLV Bernau) und Alexandra Danner (SC Lenggries) auf einen Startplatz bei der U-23-WM hoffen. Danner hat bereits die Qualifikation für die Nachwuchs-WM geschafft, Sossau und Kuchler haben zumindest schon die »halbe« Norm in der Tasche.

Durch den Ausfall des jüngsten Continentalcups fehlt den Sportlern eine weitere Qualifikations-Möglichkeit. Daher soll am Wochenende 16./17. Januar ein teaminterner Vergleich weiteren Aufschluss darüber geben, wer für die U-23- oder U-20-WM nominiert werden könnte. »Wir hoffen, dass wir das so durchkriegen. Wir müssen vorsichtig sein, daher dürfen da maximal 70 Personen – die Betreuer mit eingerechnet – dabei sein.« Eine Woche später soll – voraussichtlich abermals in Oberstdorf – mit nur zehn Sportlern je Altersgruppe ein weiterer interner Vergleich hinzukommen.

Denn die ursprünglich für 22. bis 24. Januar in Oberwiesenthal geplanten Rennen im Rahmen des Deutschlandpokals mit Deutscher Jugendmeisterschaft »können wohl eher nicht stattfinden«, mutmaßt Nitsch.

Nicht im Trainingslager dabei waren die Sportler aus der Trainingsgruppe, die bei der Tour de Ski am Start sind: Dies sind Lucas Bögl (SC Gaißach), Jonas Dobler (SC Traunstein) und Andreas Katz (SV Baiersbronn). Vor allem Lucas Bögl habe bei der Tour schon mit guten Leistungen überzeugt.

So kam er im Verfolgungsrennen insgesamt auf den 17. Platz, stellte aber die zwölftbeste Zeit in diesem Lauf auf. Bei Jonas Dobler (31./mit der 23. Zeit) wäre auch mehr drin gewesen, aber er hatte in einem Rennen einen Sturz und verlor damit wertvolle Zeit. Andreas Katz »hätte es eigentlich drauf, aber er kann es momentan nicht abrufen. Ihm fehlt derzeit etwas die Frische.«

Gar keine Chance, ihr Potenzial unter Beweis zu stellen, erhielt Nadine Herrmann (Bockauer SV). Die Stützpunkt-Athletin »war bei den Weltcups die viertbeste Deutsche, trotzdem durfte sie nicht zur Tour mit«, bedauert Nitsch. Das hätte der 25-Jährigen neben wertvoller Wettkampfpraxis auch einige Chancen geboten, die für die Nordische Ski-WM nötigen Qualifikationsleistungen abzuliefern.

Gerade, weil bei der Tour ja die Norweger nicht dabei sind sowie auch ein Teil der Weltelite aus Finnland verzichtete, »wären die Chancen hier besser gewesen«, bedauert der Trainer. So muss Herrmann darauf hoffen, dass sie bei den internen Tests in Oberstdorf und womöglich noch bei einem weiteren Weltcup – dann allerdings wieder mit der kompletten Weltelite am Start – noch Akzente setzen kann. Immerhin: Sollte sie die WM-Qualifikation noch schaffen, könnte sich die Nichtteilnahme bei der Tour zumindest in trainingsmethodischer Hinsicht noch als Vorteil erweisen. Schließlich konnte sie dadurch ja einen längeren Trainingsblock zum Formaufbau absolvieren.

Prinzipiell jedenfalls sieht Nitsch die heimischen Athleten auf einem guten Weg. Zum einen, weil die Formkurve ansteigend sei, zum anderen »sind sie alle gesund und motiviert.« who

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