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Freude über DM-Silber hielt sich in Grenzen

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Kämpfte eine ausgezeichnete Deutsche Meisterschaft und sicherte sich die Silbermedaille: Artur Tatarinov vom TV Traunstein (blaues Trikot). (Foto: Wittenzellner)

Gute Erfolge und doch leicht betrübte Gesichter bei den Ringern des TV Traunstein: Die Zwillinge Artur und Eduard Tatarinov holten bei der Deutschen Meisterschaft der A-Jugend (Jahrgang 1997 bis 1999) einen zweiten und einen vierten Platz: Während Artur im griechisch-römisch im nordbadischen Ladenburg in der Gewichtsklasse bis 54 kg Silber gewann, wurde Eduard im freien Stil in der Gewichtsklasse bis 63 kg Vierter. Beide waren als klare Anwärter auf Gold beziehungsweise eine Medaille zu den Titelkämpfen gereist. Und lange Zeit sah es auch so aus, als seien die Brüder auf dem Weg zum ganz großen Erfolg nicht zu stoppen.


Artur Tatarinov setzte sich mit einem hohen 17:0 gegen den Greifswalder Timur Marziev durch und traf anschließend auf dessen Vereinskamerad Eric Uteß, den der TVT-Ringer mit 15:0 bezwang. Im dritten Kampf traf Artur auf Patrick Allgaier von der RG Lahr – 16:0 lautete das Ergebnis zum Kampfende für den Traunsteiner.

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Gegen den amtierenden Bayerischen Vizemeister, Oliver Tanzina aus Mering, tat sich das TVT-Talent schon deutlich schwerer. Beim 8:2 musste Tatarinov erstmals Punkte abgeben. Auf dem Weg ins Finale musste er nur noch einmal gewinnen: Toni Jilke vom KVA Remseck hatte dem Traunsteiner wenig entgegenzusetzen – 15:0 aus der Sicht des TVT-Ringers.

Im Finale stand er Clovelle Meier vom ASV Urloffen gegenüber. Der Südbadener hatte mit bis dahin 83:8-Punkten ebenfalls eine imponierende Kampfbilanz aufzuweisen. Im vergangenen Jahr war der Urloffener Vierter geworden, zu einem direkten Aufeinandertreffen der beiden war es noch nicht gekommen. Vorsicht war also angebracht auf Traunsteiner Seite.

Am Ende reichte es nicht ganz zum großen Wurf für Artur Tatarinov. Der Traunsteiner unterlag mit 2:9 und holte, wie im Vorjahr, Silber. Trotzdem war ihm die Trauer um das verpasste Gold auch lange nach dem Kampf noch anzumerken. Dabei lag er im Endkampf in Führung, zog seinen Gegner auf und wurde dabei mit zwei Vierer-Wertungen »eiskalt« erwischt. Auch im Bodenkampf wollte ein Durchdreher trotz Armeinschluss nicht gelingen – am Ende musste er sich dem stark kämpfenden Ringer vom ASV Urloffen geschlagen geben.

Eduard Tatarinov ließ dem Magdeburger Waleri Syrissov im Auftaktkampf mit 13:4 kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Gegen Erik Pillat vom SV Warnemünde zeigte der Traunsteiner eindrucksvoll, wer Chef auf der Matte war – Eduard siegte mit 16:0.

Als nächstes wartete Daniel Decker (KSV Köllerbach) auf den TVT-Ringer. Schnell lag Eduard mit 6:3 in Front. Doch dann verließ sich Tatarinov auf die Defensive als Taktik – ein Fehler, wie sich nach einem Armzug und weiteren Punkten seines Gegners zeigte. Mit 6:7 ging der Kampf verloren, der Traum vom Finale war geplatzt.

Mit Wut im Bauch ging Eduard Tatarinov in den nächsten Kampf; Dennis Glok vom KSV Taisersdorf wurde mit 18:0 geradezu von der Matte »gefegt«. Im Kampf um Bronze musste der TVT-Ringer gegen Simon Einsle vom TSV Westendorf ran. Die Beiden standen sich bereits bei der Bayerischen Meisterschaft in Traunstein gegenüber. Da gewann Tatarinov den Kampf. Diesmal hatte Einsle knapp mit 5:3 das bessere Ende für sich. »Eduard war bereit für das Finale, aber die Enttäuschung über die Pool-Niederlage hat einfach noch nachgewirkt«, resümierte sein Trainer Petar Stefanov.

Weitere Ringer aus Vereinen des Bezirk Inn-Chiem konnten sich nicht in die Medaillenränge eintragen. Der SC Anger stellte im griechisch-römischen Stil drei Ringer. Andreas Bauer (50 kg) begann mit zwei Siegen, ehe er sich Dominik Wölfle (KSV Hofstetten) knapp geschlagen geben musste. Die 0:15-Niederlage gegen Pascal Hilkert (KSV Sulzbach) bedeutete Rang acht. Nach zwei Niederlagen war auch Michael Klouceck (63 kg) zum Zuschauen verurteilt, dabei hatte er mit dem Kampf gegen den späteren Deutschen Meister Dorian Becker (SV Triberg) kein leichtes Los gezogen. Er landete auf Rang 18. Der für den SC Anger ringende Traunsteiner Simon Öllinger hatte in der gleichen Gewichtsklasse mit zwei Siegen einen gelungenen Auftakt. Dann folgte eine knappe, unglückliche und zum Teil auch strittige Niederlage gegen Kevin Adler (ASC Bindlach) und eine deutliche Niederlage gegen den späteren Bronzemedaillengewinner Andrej Kurockin (SC Kleinostheim), was am Ende den neunten Platz für Öllinger bedeutete, der einer der jüngsten Ringer in seiner Gewichtsklasse war.

Auch für die beiden jungen Freistil-Ringer des TSV Berchtesgaden reichte es nicht für den Sprung aufs Treppchen: Lukas Laue (54 kg) hatte in der mit 30 Ringern sehr stark besetzten Gewichtsklasse einen guten Start und legte zwei Siege auf die Matte. Nach zwei Niederlagen gegen starke Poolringer, musste er sich trotz guter Leistung mit dem elften Platz begnügen. Auch Marius Mackamul (76 kg) konnte in seinem letzten A-Jugend-Jahr nur einmal die Matte als Sieger verlassen. Seine beiden weiteren Gegner, die jeweils in die Finalkämpfe vorrückten, waren zu stark. Er erreichte dennoch einen achtbaren neunten Platz. awi