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Der neue König von Buschhütten heißt Frederic Funk. (Foto: Ricco Hoffmann)

Frederic Funk krönt sich zum neuen König von Buschhütten

Raketenstart für Frederic Funk in die neue Triathlon-Saison! Der Profi aus Unterwössen setzte gleich beim ersten Saisonhöhepunkt ein dickes Ausrufezeichen und krönte sich beim stark besetzten Klassiker in Buschhütten zum König im Kurzdistanzrennen. »Es lief überraschend gut«, kommentierte der 24 Jahre alte Sportler des Erdinger Active Teams seinen Erfolg im Siegerland bescheiden. Er setzte sich über 1,0 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen souverän in 1:36:58 Stunden durch. Schnellste Frau war die Niederländerin Rachel Klamer in 1:48:48 Stunden.


Funk beerbte damit übrigens Jan Frodeno, der bei der 32. Austragung 2019 gewann. Danach konnte die Veranstaltung coronabedingt zwei Jahre lang nicht stattfinden. Hinter Funk reihten sich Maximilian Sperl (1:38:46 Stunden) und Johannes Vogel (1:39:17) ein. Andi Böcherer (1:39:32) landete knapp dahinter auf Platz vier. Der Südafrikaner Richard Murray, Vierter der Spiele von Rio de Janeiro 2016, wurde nach 1:39:41 Stunden Fünfter. Die drei deutschen Langdistanz-Profis Nils Frommhold (1:40:20), Maurice Clavel (1:41:50) und Franz Löschke (1:42:39) landeten auf den Plätzen sieben, acht und zwölf.

Frederic Funk machte damit zum Saisonauftakt dort weiter, wo er vergangenes Jahr aufgehört hat – nämlich mit einem Sieg! Im Oktober 2021 gewann Funk, der unter anderem ja auch bei der Challenge Walchsee ganz vorn war und sich damit zum Europameister der European Triathlon Union (ETU) krönte, zum Saisonabschluss noch eindrucksvoll die Mitteldistanz bei der Challenge Peguera-Mallorca, ehe er sich in die mehr als verdiente Pause verabschiedete.

Dass er nun nach der langen Vorbereitung so gut aus den Startlöchern kommen würde, damit hatte Frederic Funk selbst nicht gerechnet. Die vergangenen Jahre habe er die ersten Rennen ja immer gebraucht, »um aus dem Quark zu kommen«. Diesmal habe er sich deshalb nicht so unter Druck gesetzt. »Und das hat anscheinend perfekt funktioniert«, freute sich Funk, der in Nürnberg lebt.

In Buschhütten war er nur mit dem Schwimmen etwas unzufrieden. Das wurde im Becken absolviert und »bei der Bahnauslosung hatte ich Pech«. Die Athleten seien sich in seiner Bahn eher uneins gewesen, monierte er. »Wir haben uns so gegenseitig blockiert.« Doch Schwamm drüber, Funk stieg in der Verfolgergruppe aus dem Becken und auf dem Rad ging die Party dann richtig ab! Der Unterwössener ließ die Konkurrenz richtig alt aussehen und baute seinen Vorsprung im zweiten Teil der Radstrecke mehr und mehr aus. Eine Machtdemonstration der Extraklasse – und so kam er mit einem Vorsprung von über zwei Minuten in die Wechselzone. »Zu dem Zeitpunkt wusste ich aber noch nicht, ob es am Ende zum Sieg reichen würde«, gestand er. »Es waren schließlich richtig starke Läufer im Feld dabei.«

Doch auch Funk hatte seine Hausaufgaben im Winter gemacht und konnte sich in der dritten Disziplin »gut verbessern«, freute sich der Schützling von Dan Lorang. Die Laufstrecke in Buschhütten war insgesamt neunmal zu absolvieren. »Und so habe ich die Konkurrenten auch jedes Mal gesehen und wusste ab der 3. Runde, dass ich das auf jeden Fall nach Hause bringen werde.«

Frederic Funk glückte so in Buschhütten ein perfekter Start in die Saison. »Die nächsten Aufgaben kann ich selbstbewusst angehen«, betonte er. Auch, weil er weiß, dass seine Winter-Vorbereitung optimal gelaufen ist. Lediglich ein paar wenige Tage musste er zwischendrin krankheitsbedingt aussetzen. Bitter war ein Radsturz im Trainingslager in Girona (Spanien), der ihn ebenfalls einige Tage kostete. »Alles in allem ist die Vorbereitung aber sehr gut gewesen.«

Funk kehrte übrigens auch erst eine Woche vor dem Rennen in Buschhütten aus einem weiteren Trainingslager zurück. Dabei war er wie schon im vergangenen Jahr drei Wochen in der Sierra Nevada in der Höhe zum Trainieren. »Ich hoffe, dass wieder ein Höhen-Boost einsetzen wird«, betonte Funk, der dort übrigens zusammen mit dem Überseer Profi-Triathleten Julian Erhardt (Triathlon Grassau) seine Zelte aufschlug. »Und zwar in ein paar Wochen«, ergänzte er.

Das könnte sich jedenfalls perfekt mit der Challenge-WM in Samorin (Slowakei) ausgehen. Dort wird sich Frederic Funk am 22. Mai mit zahlreichen Top-Athleten um den Titel über die Mitteldistanz (1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren, 21 Kilometer Laufen) duellieren. Im vergangenen Jahr wurde er dort Dritter. »Diesmal möchte ich nach Möglichkeit natürlich ganz oben am Podest stehen.«

Für ihn geht's dann auch Schlag auf Schlag mit Rennen weiter. Der nächste Saisonhöhepunkt steht nämlich direkt eine Woche später – also am 29. Mai – auf dem Programm. Funk wird erstmals beim Ironman 70.3-Rennen Kraichgau an den Start gehen. Bei diesem Mitteldistanzrennen hat er ein großes Ziel vor Augen: Er will das Ticket für die Ironman70.3-WM lösen.

Diese findet heuer erneut in St. George (USA) statt – und Funk hat dort noch eine Rechnung offen. 2021 musste der junge Athlet dort aussichtsreich im Rennen liegend aufgeben, nachdem er mit dem Rad durch ein Schlagloch gefahren war und sich dadurch sein Sattel so verschoben hat, dass er einen Großteil der Radstrecke in einer unangenehmen Sitzposition verbringen musste. Dadurch machte seine Muskulatur zu und an einen guten Lauf war nicht mehr zu denken.

Diesmal will er dort Ende Oktober bis zum Ende um den WM-Titel mitmischen. Dafür muss er im Kraichgau eins der drei begehrten WM-Tickets holen. »Das sollte sich auf jeden Fall ausgehen«, stellte Funk klar. Denn schließlich will er auch dort ganz weit vorne dabei sein.

Zudem hat Frederic Funk in diesem Jahr noch eine weitere Rennserie im Blick, die von der Professional Triathletes Organisation (PTO) ins Leben gerufen wurde und bei der es um viel Geld geht. Der Startschuss der Serie fällt bei denCanadian Open (23. und 24. Juli) in Edmonton. Weiter geht es mit einem bereits etablierten Event, dem Collins-Cup in Samorin, der am 20. und 21. August stattfinden wird – und für den sich Funk »sehr gerne qualifizieren würde«. Den Abschluss der Serie bilden die US Open am 17. und 18. September in Dallas (Texas).

Der Rennkalender von Frederic Funk ist also auch in diesem Jahr mit vielen Highlights gespickt. Und der junge Triathlet möchte bei allen Veranstaltungen sein Können unter Beweis stellen und der Konkurrenz das Fürchten lehren. So wie eben jüngst in Buschhütten.

SB

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