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Fourcade siegt in Ruhpolding – Lesser muss weiter um die WM zittern

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Der Russe Anton Shipulin wurde in Ruhpolding Dritter.

Erik Lesser hat die WM-Norm schon wieder nicht geknackt. Beim 42. Weltcup-Sieg des Franzosen Martin Fourcade vor dem Österreicher Simon Eder und Anton Schipulin aus Russland verpasste der Thüringer am Mittwoch im Einzel-Wettbewerb von Ruhpolding als 17. erneut die Qualifikation.


Nach dem Biathlon-Klassiker über die 20 Kilometer im Neuschnee wollte der Verfolgungs-Weltmeister aber keinen Gedanken an das noch fehlende Ticket für die Titelkämpfe in Oslo im März verschwenden. »Alle Fragen, die mit der WM-Norm zu tun haben, bringen mich auf 180. Die WM-Norm interessiert mich momentan überhaupt nicht«, sagte er nach dem Startnummer-Rennen.

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Ohne den weiter angeschlagen pausierenden Simon Schempp verfehlten die Männer vor 7500 Zuschauern in der Chiemgau-Arena das Podest klar. Als Achter schaffte es Benedikt Doll immerhin in die Top Ten. Er hatte nach zwei Schießfehlern 1:54 Minuten Rückstand auf Fourcade. Der Franzose baute mit seinem fünften Saison-Sieg seine Führung im Gesamtweltcup aus.

Andreas Birnbacher wird Fünfzehnter

Als zweitbester Deutscher lag der Schlechinger Andreas Birnbacher als 15. nach zwei Strafminuten 2:55,4 Minuten hinter dem Olympiasieger und Weltmeister zurück. Lesser leistete sich vier Fehlschüsse und hatte 3:08,5 Minuten Rückstand – viel mehr wäre für ihn also möglich gewesen. Der für Daniel Böhm ins Team gerutschte Johannes Kühn (WSV Reit im Winkl) kam auf einen guten 21. Rang. Der ehemalige Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer dagegen erwischte als 61. einen schwarzen Tag.

Während die deutschen Frauen in der letzten Woche beim Ersatz-Weltcup für Oberhof mit drei Siegen in drei Rennen glänzten und dank Laura Dahlmeier und Franziska Hildebrand auch im 15-Kilometer-Einzel am Donnerstag (14.15 Uhr/ZDF und Eurosport) zu den Topfavoritinnen gehören, sind die deutschen Männer im neuen Jahr noch ohne Top-Drei-Platzierung. Doch bis auf Lesser und Böhm haben alle zum Weltcup-Team gehörenden Skijäger nach ihren starken Leistungen zum Saison-Auftakt das WM-Ticket schon in der Tasche.

»Die Techniker haben gezaubert. Ich habe gemerkt, es geht was im Laufen, aber leider habe ich es am Schießstand nicht rübergebracht«, sagte Lesser, der Olympia-Zweite über die 20 Kilometer. »Sehr zufrieden«, war naturgemäß Doll. »Mit der Startnummer hatte ich Glück, denn nach hinten heraus ist es schneller geworden«, sagte der Schwarzwälder, der mit der 47 losgelaufen war.

Weil in Ruhpolding lange der Schnee fehlte, liefen die Biathleten nur 19,8 statt 20 Kilometer. Vor dem ersten Schießen mussten sie ungewohnte 6,6 Kilometer zurücklegen. »Es war für alle gleich und nimmt eigentlich keinen Einfluss auf das Rennen«, meinte Birnbacher.

Schempp hatte kurzfristig entschieden, nach seiner Erkältung nicht an den Start zu gehen, sondern sich erst »zu 100 Prozent auszukurieren«. Schon in der vergangenen Woche war er beim Heim-Weltcup nicht angetreten.