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Feuertaufe bestanden: Teisendorfer Judoka siegen zum Auftakt

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Seine Energieleistung wurde mit einem Sieg gekrönt: Maximilian Haueis (schwarz-roter Anzug) besiegt seinen Kontrahenten Tobias Rosenbaum. (Foto: Wittenzellner)

Auftakt nach Maß für die Teisendorfer Judoka in der II. Bundesliga: Die Truppe um Abteilungschef Konrad Gasser bestand ihre Feuertaufe und siegte zum Start gegen den JC Wiesbaden nach hochklassigem, spannenden Kampf mit 8:6 (Unterbewertung 77:60). Die gut 200 Zuschauer zeigten sich zufrieden und trieben das heimische Team immer wieder an.


Bevor es richtig los ging, bekamen die Zuschauer unter der Leitung des heimischen Kampfrichters Georg Lamminger noch kurz einen Crashkurs in der aktuellen Regelkunde – sind die Regeln im Judo doch gerade zum vergangenen Jahr einer Reihe von Änderungen unterworfen. Das Los sorgte dafür, dass in der Kampffolge 60 kg/ 66 kg/ bis 100 kg/ 81 kg/ 73 kg/ plus 100 kg/ bis 90 kg gekämpft wurde.

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Anschließend ging es auf der Matte ernst und konzentriert zur Sache. Der TSV zeigte dabei schon im ersten Durchgang, dass er vor allem in den leichteren Gewichtsklassen eine Macht ist. Benedikt Schmid (60 kg) kochte mehr als sechs Kilogramm ab und demonstrierte gegen Florian Denkewitz mit einem Ausheber und einem von dem sicher leitenden Kampfrichtertrio ausgesprochenen Ippon seine Klasse. Dem stand Fritz Gasser (66 kg) in nichts nach: Drei blitzschnell gezogene Seoi-nage (Schulterwurf) und der Kampf gegen Fabian Görner war zu Ende.

Christian Pichler (bis 100 kg) tat sich gegen Daniel Winn enorm schwer. Der Zug mit zwei Händen fehlte bei Griffansätzen und auch nach vier Minuten offizieller Kampfzeit kannte das Mattenduell keinen Sieger. Im Golden Score gelang ihm nach aufopferungsvollem Kampf bis an die körperlichen Grenzen mit einem äußeren Eindrehwurf der viel umjubelte Sieg. Wolfgang Kettenberger (81 kg) – ohne Judo-Einwirkung am Kopf nach einem Cut gezeichnet – hatte mit dem letztjährigen U-21-Meister Daniel Stamm eine zu schwere Aufgabe. Nach einem Festhalter war Schluss für den Teisendorfer.

»Schönes und gefährliches Judo«

Für gelassenere Blicke auf der Teisendorfer Seite sorgte der Kampfausgang in der Gewichtsklasse bis 73 kg: Xaver Schwarz legte gegen den Wiesbadener Patrick Görner eine kleine Serie von Opferwürfen (Tomoe-nage) hin, der Letzte wurde dann mit Ippon belohnt. An sich war ein Sieg von Ösi-Bomber Christoph Kronberger (plus 100 kg) fest eingeplant. Der körperlich starke Kameruner Mbakom Tchiengang Igor Fabius nutzte nach langem einseitigem Griffaufbau eine Unachtsamkeit des Teisendorfer Kämpfers und besiegte den sichtlich konsternierten Kronberger.

Vitali Zeleznjak ( bis 90 kg) kämpfte gegen Mohammad Falahatpisheh auf Augenhöhe, dennoch ging der Punkt nach einem erfolgreichen Beinsteller an den Gästekämpfer. Das 4:3 für den TSV zur Pause war alles andere als beruhigend. Gästecoach Roland Denkewitz zeigte sich zuversichtlich: »Wir drehen das noch.« Den Teisendorfern attestierte er »schönes und gefährliches Judo«. Gemäß des Regelwerks mussten beide Teams im zweiten Durchgang mindestens drei Kämpfer austauschen.

Wie gefährlich der TSV sein kann, zeigten die leichten Kämpfer zu Beginn des zweiten Abschnitts: Neuzugang Tristan Kuhlmann (60 kg) holte mit einem Hüftwurf gegen Florian Denkewitz den ersten Siegpunkt. Und auch Maximilian Haueis (66 kg) siegte nach Wurf und Armhebel gegen Tobias Rosenbaum vorzeitig. Robert Buendowski (bis 100 kg) begann gut gegen Philipp Eckelmann. Ein Würger beendete jäh den erhofften Punktgewinn. Und auch Frank Thome (81 kg) musste nach einem Festhalter Sieghoffnungen begraben. Es blieb Schwarz (73 kg) vorbehalten, mit seinem zweiten Sieg an dem Abend den gefährdeten Erfolg in trockene Tücher zu bringen. Mit einer großen Außensichel beendete er den Kampf gegen den Wiesbadener Paul Schulz vorzeitig. Mit Wut im Bauch über die Niederlage gegen Mbakom Tchiengang Igor Fabius ging Kronberger auf die Matte und setzte den Kameruner permanent unter Druck. In dem kräfteaufreibenden Kampf siegte der Österreicher, nachdem der Gästekämpfer erneut verwarnt wurde. Da war es zu verschmerzen, dass Zeleznjak (bis 90 kg) erneut gegen Falahatpisheh den Kürzeren zog. Teisendorf siegte unter dem Jubel der heimischen Fans mit 8:6.

»Der Auftaktsieg ist enorm wichtig für uns und gibt uns Selbstvertrauen«, war Teisendorfs Abteilungsleiter Konrad Gasser die Erleichterung nach dem erfolgreichen Auftakt sichtlich anzumerken. Lange ausruhen darf man sich auf diesem Erfolg jedoch nicht: Bereits Anfang Mai geht es für den TSV zum Auswärtskampf zum VfL Sindelfingen, der am 1. Kampftag einen Kantersieg gegen das JT Rheinland einfuhr und der TSG Backnang Judo ein Unentschieden abtrotzte. awi