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Feinschliff für einen besonderen Winter

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Flotte Runden schon im Training (von links): die Inzeller Eisschnellläufer Roxanne Dufter, Moritz Geisreiter und Joel Dufter. Im Hintergrund (links) Michelle Uhrig, die dem EV Berlin angehört. (Foto: Wukits)

Mit einem Lehrgang im heimatlichen Inzell hat die Eisschnelllauf-Trainingsgruppe von Danny Leger den Feinschliff für den kommenden Winter forciert. Ein besonderer Winter, schließlich stehen 2018 die Olympischen Winterspiele in Südkorea auf dem Programm.


Da in Inzell diesmal nur die Eishockeyfläche beeist wurde, standen für die Sportler Shorttrack-Einheiten auf dem Trainingsplan. »Meine Athleten zeigen bisher Top-Leistungen. Wenn das bis zum Saisonstart so weitergeht, stehen wir vor einer sehr guten Saison«, ist Leger überzeugt. »Wenn keine schwerwiegenden Zwischenfälle mehr passieren, bin ich mir sicher, dass alle meine fünf Athleten bei Olympia dabei sind.«

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Gute Aussichten hat der Jüngste in der Gruppe, Joel Dufter. Der 22-Jährige weiß, dass der »Welpenschutz« für ihn nicht mehr gilt. In der vergangenen Saison hatte er sich bereits gut etabliert. Daran will er in diesem Jahr anknüpfen und sogar noch die eine oder andere Schippe drauflegen.

»Die Messlatte wird höher gelegt. Ich will konstanter werden und in der einen oder anderen Situation weiter nach vorne kommen«, gibt er als Ziel aus. »Ich bin mir sicher, der Joel wird sich weiter steigern«, gibt ihm Leger mit auf dem Weg.

Gleiches gilt für Hubert Hirschbichler. »Er ist so leistungsstark wie noch nie«, hat sein Trainer festgestellt. »Ich war in der vergangenen Saison schon immer ganz knapp dran und habe dann Großereignisse knapp verpasst. Das war eine Saison davor auch schon so. Deswegen habe ich ein wenig Wut in mir«, gibt der 26-Jährige offen zu. Sein Motto: »Jetzt erst recht«.

Das Hauptaugenmerk in diesem Sommer bei ihm liegt auf der Technik. »Das ist beim Eisschnelllauf das Wichtigste. Da kann man sich schnell verbessern. Dazu gehört die Fitness, aber die haben wir ja alle.« Hirschbichler legt Wert auf die Gruppendynamik. »Wir verstehen uns sehr gut. Joel (Dufter) und ich pushen uns, einmal ist er schneller, ein anderes Mal habe ich die Nase vorne.«

Auch bei Moritz Geisreiter verläuft die Vorbereitung nach Plan. Zuletzt erklomm er mit dem Fahrrad sogar den Großglockner. Seine »Baustellen« Knie und Rücken hat er nach eigenen Worten passabel unter Kontrolle. »Wir verfolgen in erster Linie natürlich einen klassischen Formaufbau. Im Verlauf des Sommers ist es zunehmend intensiver. Dann kommt das Zeug, das brennt«, erklärt der 29-Jährige, der derzeit in Berlin auch eine Trainerausbildung macht.

Auch Einheiten auf dem Eis in Heerenveen und Inzell hat der Langstreckenspezialist bereits hinter sich. »Mit dem Training auf dem Eis bin ich noch nicht so zufrieden, aber die körperliche Form stimmt«, so Geisreiter. In Inzell feilte er auf der Shorttrack-Fläche an seiner Kurvensicherheit. »Das brauche ich für die Langstrecke, damit es dann dort umso einfacher geht.«

Natürlich hat auch Geisreiter die Olympischen Spiele im Hinterkopf. »Die Erfahrungen aus der Vergangenheit helfen mir, einige Dinge besser zu machen. Gleichzeitig ist es mir aber wichtig, im Kopf locker zu bleiben.« Er habe ein gutes Gefühl, dass es ein richtig guter Winter für ihn werden könnte. Das bestätigt auch Leger: »Seine physischen Werte sind auf einem Top-Niveau. Das gilt es nun auf das Eis zu bringen.«

Zufrieden ist der Trainer auch mit seinen Damen. Die erfahrene Gabi Hirschbichler möchte noch einmal »Olympialuft« schnuppern. »Der Winter ist bereits jetzt allgegenwärtig. So eine olympische Vorbereitung ist immer was ganz Besonderes«, bestätigt die 33-Jährige. »Sie trainiert auf einem hohen Niveau und ist sehr fokussiert. Trotz kleiner Blessuren ist sie auf einen guten Weg«, so Leger.

Einen hervorragenden Eindruck hinterließ bisher auch Roxanne Dufter. »Sie wird von Jahr zu Jahr stärker. Sie wird im kommenden Winter stärker sein als je zuvor«, ist sich der Trainer sicher. »Das Kribbeln ist da und ich unterhalte mich auch mit der Gabi (Hirschbichler) über das Flair von Olympia«, gibt Dufter zu.

»Ich muss nur schauen, dass der Druck nicht zu groß wird. Ich will mich weiter steigern und habe da auch ein paar Sachen im Kopf«, gibt sich die 25-Jährige etwas geheimnisvoll. In der Team-Verfolgung ist für sie sogar eine Medaille in Reichweite. Deswegen will sie weiter daran arbeiten, saubere Läufe aufs Eis zu bringen. Die Trainer Jan van Veen und Danny Leger legen bei jedem Training auf die Qualität großen Wert. »Das steht absolut im Vordergrund. Ansonsten versuche ich immer wieder, auch den Kopf freizubekommen«, so Dufter. SHu