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Fedor Michel Deutscher Meister

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In Köln die nationale Nummer 1: Fedor Michel (oben in der Mitte), flankiert von seinen Trainern Johann Gette und Eduard Michel (rechts). Unten Artur Mileschko, der Lospech hatte.

Die Box-Abteilung des TuS Traunreut hat einen frisch gebackenen Deutschen Meister im Mittelgewicht bis 75 kg. Fedor Michel kämpfte sich nämlich bei den nationalen U-18-Meisterschaften in Köln bis zur Goldmedaille durch. »Und das absolut verdient«, freute sich TuS-Spartenchef Johann Wilhelm.


Der Traunreuter wurde seiner Favoritenrolle von Anfang an gerecht. »Der Druck ist jetzt erst einmal weg«, freute sich sein Vater und Trainer Eduard Michel nach dem Titelgewinn, »denn mental war es ein schwieriger Weg bis zum ersten Platz.« Als Favorit gesetzt, hatte Fedor Michel zunächst ein Freilos gezogen und konnte seinen ersten Kampf somit erst am vierten Turniertag bestreiten. »Die Wartezeit war schon sehr lange, das war eine Geduldsprobe«, meinte Wilhelm.

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Seine Kontrahenten schlug der Traunreuter überzeugend. Dabei zeigte er sich sehr variabel und stellte sich auf den jeweiligen Gegner taktisch klug ein. Selbst im Finale – wo sein Gegenüber mit 1,95 m Gardemaß aufwartete – ließ Fedor Michel nicht viel anbrennen. Mit hervorragender Beinarbeit demonstrierte er seine Dominanz, »in der dritten und letzten Runde hat er einen Gang hochgeschaltet und seinen Gegner mit harten und präzisen Schlägen in Kopf und Körper bombardiert«, analysierte Wilhelm. »Der Meistertitel ist die logische Konsequenz«, ergänzte sein Vater Eduard, »wir haben lange und sehr hart dafür trainiert.«

In der Tat: Nach der Teilnahme an der U-15-Europameisterschaft in Ungarn hatte Fedor Michel verletzungsbedingt eineinhalb Jahre pausiert. Danach wurde gezielt nach einem speziellen Trainingsplan gearbeitet. »Besonders wichtige und international stark besetzte Turniere wurden ausgesucht«, sagt Wilhelm, »insgesamt hat Fedor drei internationale Turniere in Russland, Weißrussland und Litauen bestritten, bei denen er keinen einzigen Kampf verloren hat.«

Zu Beginn dieses Jahres landete er auf der Deutschen U-17-Meisterschaft auf Platz zwei, danach versuchte er sich sogar in einer höheren Altersklasse (U 19) und schied – auch mit etwas Lospech – im Halbfinale gegen den späteren Meister knapp aus. »Nun konnte es ja fast nicht mehr anders laufen«, so Eduard Michel, der in diesem Zusammenhang auch einige Personen erwähnen wollte, »die uns unterstützen.« Hervorzuheben sei immer wieder der Einsatz des Traunreuter Co-Trainers Johann Gette, der seine Freizeit und seinen Urlaub opfert, um seine Schützlinge wochenlang zu betreuen und zum Erfolg zu führen. »Nicht zu vergessen sind unsere Sponsoren«, betont der Cheftrainer.

Artur Mileschko (64 kg), der ebenfalls in Köln am Start war, schied mit Lospech gegen den späteren Deutschen Meister aus. Doch auch er erntete Lob und Anerkennung des Traunreuter Trainerteams. »Er steigert sich kontinuierlich«, meint Eduard Michel, »trotz seiner kleinen Kampfbilanz mit 15 Kämpfen behauptet er sich gegen ganz große Namen sehr gut.«

In seinem Auftritt belegte er die Ringmitte und arbeitete nach vorne. Für den späteren Meister (77 Kämpfe) war Mileschko nach Meinung der Bundestrainer »der schwierigste und unbequemste Gegner auf dem Weg zum Podest.« Schon morgen, Samstag, hat der Traunreuter seinen nächsten wichtigen Einsatz in Rosenheim vor der Brust (18 Uhr, Luitpoldhalle).

Fedor Michel macht nun erst einmal eine längere Pause, um zu regenerieren und den Kopf frei zu bekommen. Dank des Erfolgs in Köln ist er in den deutschen Kader aufgenommen worden. Zudem zeigt Hans Buchmeier, Bundestrainer und Vorstand des BC Straubing (II. Bundesliga), Interesse an Fedor. Derartige Ausnahme-Boxer brauche man, um Erfolge zu feiern, betonte Buchmeier. cs