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FC Töging im Stile einer Spitzenmannschaft

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Vollen Einsatz zeigten beide Mannschaften: Hier ein Laufduell zwischen SBC-Spieler Tobias Berz (links) und dem Töginger Andreas Bichlmaier. (Foto: Weitz)

SB Chiemgau Traunstein: Abfalter, Bauer, Marchl, Thudt (ab 83. Heinrich), Sebastian Mayer, Tobias Berz (ab 83. Maaßen), Schön (ab 68. Schneider), Mauerkirchner, Probst, Waritschlager, Wittmann.


FC Töging: De Souza Lima, Zeiller, Volkov, Hans, Bahar, Bichlmaier (ab 89. Leipholz), Ganghofer, Berg (ab 87. Stahlich), Bley, Niederquell, Baßlsperger (ab 83. Brindl).

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Schiedsrichter: Riepl (SpVgg Altenerding).

Zuschauer: 500.

Tore: 0:1 (30.) Baßlsperger, 0:2 (59.) Berg, 0:3 (80.) Volkov.

Es war die erste Saison-Heimniederlage für den SB Chiemgau und zugleich die erste Schlappe der Traunsteiner »Ersten« im neuen EHG-Sportpark: Das Team von Coach Franz Gruber musste sich vor 500 Zuschauern dem FC Töging mit 0:3 (0:1) geschlagen geben und ist somit die Tabellenführung los. Dagegen überwintern die Schützlinge von Tögings Trainer Mario Reichenberger in jedem Fall als Spitzenreiter, wenn sie ihre Nachholpartie am kommenden Samstag (14 Uhr) beim TuS Bad Aibling gewinnen.

»Töging war klar besser, das Zweikampfverhalten unserer Leute war viel zu alibimäßig«, klagte Traunsteins Sportlicher Leiter Manfred Wudy.

Dagegen wollte Gruber mit seinen Mannen nicht zu hart ins Gericht gehen. »Wenn wir mit dem Pausenpfiff das 1:1 machen, sieht die Welt ganz anders aus«, trauerte er einer vergebenen Doppelchance in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach. »Auch aus der Pause sind wir ganz gut gekommen, das zweite Töginger Tor war dann aber der Knackpunkt«, meinte der Traunsteiner Übungsleiter.

Sein Kollege Reichenberger war begeistert vom Auftritt von Niederquell, Volkov und Co. »Gegen die Spitzenmannschaften zeigen wir unsere besten Saisonspiele. Schon beim 4:2 in Ebersberg haben wir sehr stark aufgespielt.« Vor allem in punkto Taktik hatte die mit großartigen Individualisten bespickte Gästemannschaft klare Vorteile. Die Töginger griffen erst ab der Mittellinie an, dort aber systematisch (ähnlich wie bei ihrem 5:1-Sieg im Hinspiel). Dann konterten sie zielstrebig. Auch das Verschieben zur ballnahen Seite klappte bestens beim FC.

»Ich hätte von den Traunsteinern mehr Zug erwartet«, sagte Reichenberger, der übrigens Torjäger Benedikt Baßlsperger erstmals nach dessen zehnwöchiger Verletzungspause in die Startelf beorderte. »Entscheidend war auch, dass wir hinten so gut wie gar nichts zugelassen haben«, analysierte der Gästetrainer.

Seine Schützlinge waren schon in der relativ ausgeglichenen ersten Halbzeit das gefährlichere Team, vor allem Markus Bley setzte in der Offensive Akzente. Er war auch am 0:1 (30.) beteiligt, als er nach weitem Pass von Hannes Ganghofer von der Grundlinie Baßlsperger bediente, dessen Direktabnahme im Kasten von Andi Abfalter einschlug.

Die Hausherren blieben dagegen weitgehend harmlos. Nur zwei Ausnahmen gab’s in der ersten Halbzeit: In der Anfangsphase traf Maxi Probst aus Top-Position den Ball nicht voll, sodass nur ein Schüsschen herauskam. Und in den Schlusssekunden des ersten Durchgangs visierte »Sebi« Mayer nach Freistoßflanke von Patrick Schön per Kopf den Pfosten an, ehe Jochen Thudt die Riesen-Nachschusschance vergab, indem er aus kurzer Distanz an Torhüter Welder de Souza Lima scheiterte.

Der Töginger Schlussmann fiel übrigens nicht nur durch eine souveräne, fangsichere Vorstellung auf, sondern vor allem auch durch sein sommerliches Outfit: Mit einem kurzärmligen weißen Sweater trotzte der 30-jährige Brasilianer der November-Tristesse.

Nach dem Seitenwechsel war er eigentlich nur noch bei einem Mayer-Kopfball ein bisschen gefordert, Glück hatte der Gästetorwart dagegen, als Probst nach schöner Ablage von Stefan Mauerkirchner mit einem 18-Meter-Hammer nur knapp das FC-Gehäuse verfehlte.

Kurz darauf fiel das 0:2 – ein Treffer, bei dem sich die SBC-Hintermannschaft laut Franz Gruber »dämlich« anstellte, aber auch ein äußerst sehenswertes Tor: Die an sich harmlose Linksflanke von Bley konnten die Traunsteiner nicht klären, Baßlsperger leitete das Leder mit einem technischen Kabinettstückchen auf die rechte Seite zu Christian Berg weiter, dessen fulminante Direktabnahme im langen Eck landete (59.).

Der Rest war nur noch Formsache für den »Topfavoriten, der das für mich schon vor der Saison war und nach diesem Spiel erst recht bleibt« (Wudy): Andreas Niederquell steckte das Leder in einer Kontersituation für Sergej Volkov durch und dieser schloss souverän zum Endstand ab (80.). Dass der nicht höher ausfiel, hatten die Traunsteiner Abfalter zu verdanken, der sich unter anderem gegen Niederquell und Andreas Bichlmaier, die beide völlig frei vor ihm aufgetaucht waren, behaupten konnte.

»Wir sind natürlich sehr zufrieden, auch mit dem Rochieren – Christian Berg und ich wechseln immer wieder mal die Seiten – haben wir Unruhe in der Traunsteiner Defensive gestiftet«, freute sich Markus Bley über den Dreier in einem Spitzenspiel, das vor allem aufgrund der Gästevorstellung dieser Bezeichnung gerecht wurde. Daran ändert auch die Aussage Grubers (»Wir waren doch keine drei Tore schlechter«) nicht viel.

Fazit: Der SBC geht zwar mit Aufstiegschancen in Richtung Landesliga in die Winterpause, aber die ausgebufften Töginger, die höchstwahrscheinlich als Erster überwintern, dürften wohl beste Chancen haben, in der Endabrechnung vor Traunstein – und 14 weiteren Teams – zu landen. cs

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