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Fast zwei Drittel für späteren Saisonstart

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Die Fußball-Saison in den oberbayerischen Fußball-Kreisen dürfte bald später beginnen und enden als bisher. 87 von 138 Vereinsvertretern aus dem Kreis Inn/Salzach sprachen sich bei einer Umfrage auf dem Kreistag des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) in Rosenheim für eine Verschiebung um eine oder zwei Wochen nach hinten aus.


In den Kreisen Zugspitz und Donau/Isar gab es sogar eine Mehrheit dafür, in den Kreisligen, Kreisklassen, A-, B- und C-Klassen statt Anfang August erst um den 20. August anzufangen und den letzten Spieltag auf Mitte Juni zu verschieben. Und den Münchener Fußball-Vereinen ist der Saisonbeginn mitten in den Sommerferien ohnehin ein Dorn im Auge. In den Bezirksligen bleibt wegen der Aufstiegsrunden zur Landesliga aber alles beim Alten. Die endgültige Entscheidung fällt Mitte Mai auf dem Bezirkstag in Oberhaching.

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Es war die einzige Schlappe für den alten und neuen Kreisvorsitzenden Bernd Schulz aus Großkarolinenfeld. »Bleiben wir bei dem, was wir haben«, hatte er dazu aufgerufen, die Saison wie gewohnt Ende Mai abpfeifen zu lassen. Schulz und seine teilweise erneuerte Führungsmannschaft wurden ohne Gegenkandidaten einstimmig für vier Jahre gewählt oder bestätigt. »Machen wir so weiter wie bisher, dann gibt es keine Probleme«, rief Schulz den Vereinen zu, nicht ohne erneut die Gewaltexzesse auf den Fußballplätzen zu verurteilen, die immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hatten.

Der Vorsitzende des Kreissportgerichts, Stephan Bierschneider (Altenmarkt), zog dennoch eine positive Bilanz: Die drei Sportrichter hätten inzwischen ein Viertel weniger Fälle pro Jahr zu behandeln als noch 2010. Rund ein Fünftel davon sind Spielausfälle – zu viel, wie Bierschneider meint. »Wir vergeben jedes Jahr rund 350 Punkte am Grünen Tisch.«

Neuer Kreisjugendleiter ist Bernhard Hellmich von der SpVgg Jettenbach, der bisher den Jugendfußball in der Gruppe Inn organisiert hatte. Sein Vorgänger Peter Switilek hatte eingeräumt, er habe nach 15 Jahren »etwas den Spaß verloren.« Er wurde ebenso mit dem Ehrenteller des Bezirks verabschiedet wie die Gruppenspielleiter Astrid Eimannsberger (Gruppe Inn, bis 2013) und Armin Bernard (Gruppe Chiem). »Es war eine wunderbare Zeit mit dir«, würdigte der Bezirksvorsitzende Horst Winkler (Rosenheim) das Fußball-Urgestein Bernard. Als Pionier im Futsal sei er im ganzen BFV zum Markenzeichen geworden.

Zum ersten Mal gewählt wurde auch Carmen Jutta Gardill (Pittenhart), die seit gut einem Jahr für den Frauen- und Mädchen-Fußball im Kreis zuständig ist und hier nach vier Personalwechseln in acht Jahren endlich für Kontinuität sorgen soll.

Die größte Zustimmung in Rosenheim (117 Ja, 12 Nein) fand der Vorstoß, Vereinen den Rückzug in eine niedrigere Spielklasse zu ermöglichen, wenn sie sich sportlich oder wirtschaftlich überfordert fühlen. Winkler nannte das Beispiel der FT Starnberg, die nach der vergangenen Saison fast die gesamte Mannschaft verloren hatte und nun in der Bezirksliga Süd fast chancenlos am Tabellenende steht. Knapper war das »Ja« mit 68 zu 57 Stimmen (12 Enthaltungen) zur flächendeckenden Einführung der »Fair-Play-Liga« für die unter Neunjährigen. Sie sollen in Zukunft ohne Schiedsrichter kicken, die oft überehrgeizigen Eltern müssen 15 Meter Abstand zum Spielfeld halten.

BFV-Präsident Rainer Koch hatte fast 90 000 Euro nach Rosenheim mitgebracht, die die Sozialstiftung des Verbands, der DFB und die DFL an vom Hochwasser geschädigte Vereine und Mitglieder ausschüttete. Allein die FT Rosenheim, bei der die über die Ufer getretene Mangfall eine halbe Million Euro Schaden am Sportgelände angerichtet hatte, bekam einen Scheck über 40 000 Euro. »Wir werden das Geld richtig einsetzen«, versprach Abteilungsleiter Bernd Metzger. Je 15 000 Euro gingen nach Tittmoning und an den SB Chiemgau Traunstein.

Koch ermahnte die Vereine zur Zuversicht: »Wir dürfen den Amateurfußball nicht schlechtreden.« Noch immer gebe es in nahezu jedem Ort einen Fußballverein – auch wenn die Flucht in die Städte und die geburtenschwachen Jahrgänge die Zahl der Nachwuchs-Mannschaften in fünf Jahren um 20 Prozent habe schrumpfen lassen. »Nicht jammern, sondern einfach machen.« ah