»Fast wie bei der Tour de France«

Bildtext einblenden
Er mischte in der Weltspitze kräftig mit: Der Traunsteiner Skilangläufer Jonas Dobler (vorn) kam bei der Tour de Ski in der Gesamtwertung auf den 17. Platz. (Foto: I. Susemihl)

Das war der bisher größte Erfolg seiner Laufbahn: Skilangläufer Jonas Dobler (SC Traunstein) erreichte bei der Tour de Ski in der Gesamtwertung als bester Deutscher den 17. Platz und schaffte zudem mit zwei 15. Rängen in den Einzelwertungen auch die WM-Qualifikation. Vom Stützpunkt Ruhpolding kamen auch die jungen Läufer Lucas Bögl (24 Jahre/SC Gaißach/32. Gesamt) sowie der 23-Jährige Thomas Wick (SCM Zella-Mehlis/43.) bei den Herren sowie die etablierten Damen Denise Herrmann (WSC Oberwiesenthal/8.) und Stefanie Böhler (SC Ibach/11.) hervorragend durch die Tour.


»Das macht dann richtig Spaß«

Anzeige

Dass die deutschen Herren vor allem auf der vorletzten Etappe – Tim Tscharnke vom SV Biberau gewann, Thomas Bing (Rhöner WSV Dermbach) wurde Sechster und Dobler belegte mit nur 13,1 Sekunden Rückstand auf den Sieger Platz 15 – so hervorragend abschnitten, hat nach Ansicht des 23-jährigen Traunsteiners zwei Hauptgründe. Zum einen »sind wir immer besser reingekommen« in die Tour, zum anderen »war der Massenstart klassisch für uns auch sehr günstig. Schließlich läuft man da mit allen anderen gleichzeitig los. Und wenn man bis zum Schluss mit der Weltspitze mitmischen kann, macht das auch richtig Spaß«, so der Sportler des Skiclubs Traunstein. »Und es gibt Motivation, weil man sieht, dass es geht.«

Dagegen sei es zum Beispiel beim Tournee-Beginn in Oberstdorf schwieriger gewesen, weil hier als Prolog ein Sprint gelaufen worden war und dann in den Zeitabständen des Prologs das erste Distanzrennen ausgetragen wurde. »Da läufst du dann schon ein ganzes Stück hinter den Besten her, da ist es schwerer, den Anschluss herzustellen.«

Bei den ganzen Torturen sei es auch wichtig gewesen, immer zuversichtlich zu bleiben. »Man ist an den letzten Tagen schon ein bisschen platt, aber man muss optimistisch bleiben, dann sieht man, dass der Knoten platzen kann«, so Dobler. Erfreulich sei auch der gute Teamgeist gewesen. »Wenn man gemeinsam so lange unterwegs ist, schweißt das auch zusammen«, betont er.

Für Dobler war es nach 2014 die zweite Zielankunft bei der »härtesten Herausforderung« des Weltcup-Winters. »Wir hatten zwischen den Etappen eine gute Physio-Betreuung. Man muss auch die zwei Ruhetage gut nutzen, viel schlafen und viel essen«, betont er. Denn die Regeneration nach den Etappen sei immens wichtig.

Begeistert ist Dobler vom Schlussanstieg nach Alpe Cermis, auch wenn dieser noch einmal für den Körper eine echte Qual darstellt. »Das ist etwas ganz Besonderes. Es stehen extrem viele Fans dort, das ist fast schon eine Stimmung wie bei der Tour de France«, zeigt er sich begeistert.« Dass er hier nochmals die 15.-beste Einzelzeit schaffte und damit die WM-Norm komplett machte, »war natürlich ein super Abschluss«.

Platz in der Staffel »wäre ein Traum«

Jetzt stehen erst einmal einige ruhigere Trainingstage auf dem Plan. Dobler wird beim Weltcup am kommenden Wochenende in Otepää (Finnland) aussetzen, weil dort nur Sprints auf dem Programm stehen. So bleibt etwas mehr Zeit zur Erholung, bis eine Woche später der Weltcup in Rybinsk (Russland) wieder Distanz-Wettbewerbe im Programm hat.

Danach geht es in die Vorbereitung zur WM in Falun (Schweden/19. Februar bis 1. März). Dobler ist glücklich darüber, dass er die Qualifikation hierfür schon in der Tasche hat. Nachdem er im Vorjahr erstmals mehr Einsätze im Weltcup als im Continentalcup verbucht hatte, hat er sich heuer weiter auf höchster Wettkampfebene etabliert, »und mit das Wichtigste ist einfach die stetige Weiterentwicklung, um allmählich an die Spitze heranzukommen.«

Für die WM selbst hat er sich noch keine konkreten Ziele gesteckt. »Das wäre auch vermessen, ich habe mich ja gerade erst qualifiziert«, betont der 23-Jährige. Aber einen »Traum« hat er schon: »Es wäre natürlich hervorragend, wenn ich mich für die Staffel qualifizieren könnte.« who

Mehr aus Traunstein
Mehr aus Traunstein