Fast 2200 Kilometer für den guten Zweck unterwegs

Bildtext einblenden
In herrlicher Gegend unterwegs waren Tim Hoffmann und seine Schwester Charly Hoffmann, die beide beim TSV als Judoka aktiv sind.

Ein ganz besonderes Training absolvierten die Judoka des TSV Palling. Der Nachwuchs aus der Abteilung sollte – jeweils mit Familie – innerhalb von 32 Stunden möglichst viele Radkilometer zusammenbringen.


Für jeden Kilometer gab es von den Sponsoren 19,20 Cent als Spende – und der Erlös aus dieser Aktion wird für einen guten Zweck gespendet. Die Pallinger zeigten sich ausgesprochen einsatzfreudig: 2182 Kilometer kamen zusammen.

Anzeige

Jugendleiter Tino Flemming, der die Aktion initiiert hatte, war überrascht – und gleichzeitig begeistert. Ursprünglich war es vor allem sein Ziel, den Sportlern das »Vereinsgefühl« zu erhalten. Denn seit Mitte März gibt es ja wegen der Corona-Krise kein Judotraining mehr beim TSV.

Dieser Zustand wird voraussichtlich noch länger anhalten, »schließlich sind wir eine Kontaktsportart, und da wird es noch eine ganze Zeit dauern, bis wir wieder trainieren dürfen«, erläutert er. Zumal sich das Judo-Dojo in der Pallinger Grundschule befindet, und so lange die Halle dort zu ist, können die Judoka dort ohnehin nicht ihren Sport ausüben.

Bildtext einblenden
Auch sie sammelten fleißig Kilometer: Die Mitglieder der Familie Rasch mit (von links) Papa Stefan, Tochter Lea (Judoka) und Mama Gordona waren innerhalb der 32 Stunden gleich mehrmals unterwegs.

Daher wurden in den vergangenen Wochen von den Trainern des TSV private Trainingspläne erstellt oder die Aktiven zum »Durchhalten« animiert. Obwohl zum Beispiel auch über Social-Media-Gruppen nicht nur Trainingseinheiten, sondern auch lustige Ideen ausgetauscht werden, zeigte sich, dass Trainingspläne nicht ausreichen werden, um die erfolgreiche gemeinsame Arbeit des Vereins aufrechtzuerhalten.

Aus diesem Grund suchte Jugendleiter Tino Flemming nach Möglichkeiten, um ein Signal zu setzen. Er fragte beim Bayerischen Landessportverband und den Behörden nach, um Informationen und Grünes Licht für ein Projekt zu erhalten, das vor allem den Sportlern und deren Eltern das »Vereinsgefühl« weiterhin erhalten sollte. Das Ziel sollte – in Absprache mit der Abteilungsleitung – eine gemeinschaftliche, aber doch getrennte Radltour im Kreis der Familien der Sportler sein. Dabei sollten die Regeln des Freistaats Bayern in Zusammenhang mit Corona unbedingt eingehalten werden.

Zunächst steckte der Jugendleiter das Ziel, dass die jungen Sportler insgesamt 1000 Kilometer mit dem Rad zurücklegen sollten. Doch die Teilnahmebereitschaft der Sportler und Familienangehörigen war für den Jugendleiter so überraschend, dass er kurzerhand das Ziel höhersteckte.

Bildtext einblenden
Sogar um den Chiemsee fuhren Louis (links) und Tino Flemming.

Dabei nahm er einen aktuellen Anlass des Sportvereins als Grundlage: Heuer feiert der TSV Palling eigentlich sein 100-jähriges Bestehen! Also bildete die Zahl 1920 – das Gründungsjahr – die Grundlage für Flemmings Idee. Die Kinder und Jugendlichen sollten in 1920 Minuten (32 Stunden) eine Strecke von 1920 km auf dem Rad zurücklegen. Diese Aktion begann am ersten Tag um 9 Uhr und endete am folgenden Tag um 17 Uhr.

Das Ergebnis begeisterte die Verantwortlichen der Judo-Abteilung. Denn insgesamt radelten 20 junge Sportler und 27 Eltern – und teilweise sogar die Großeltern – um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen.

Jeder musste seine Route genau per App dokumentieren und einen Nachweis erbringen. Die Auswertung der Strecken jeder einzelnen Familie offenbarte ein hervorragendes Ergebnis: Die Pallinger Nachwuchs-Judoka waren zusammen 2182,03 Kilometer in 1920 Minuten für den TSV 1920 Palling und einen guten Zweck geradelt, wobei die Strecke mit 19,20 Cent/km von den Sponsoren vergütet wird.

Der eingeradelte Betrag soll zu einhundert Prozent einem sozialen oder gesellschaftlichen Projekt gespendet werden, das besonders finanziell von der Corona-Krise betroffen ist, oder sich in dieser schweren Zeit besonders um das soziale Wohl verdient gemacht hat.

Rahmenereignisse haben gerade beim Nachwuchs des TSV ohnehin einen hohen Stellenwert, »wir versuchen immer wieder, uns da etwas einfallen zu lassen«, erläutert Flemming. Derzeit sind im Nachwuchs des TSV 46 Kinder bzw. Jugendliche aktiv. Für diese planen die Pallinger Verantwortlichen nun schon die nächste Aktion: Am Wochenende 23./24. Mai sollen die Familien wieder unterwegs sein – dann aber in den Bergen. Dort soll es darum gehen, viele Höhenmeter zu sammeln. fb

Mehr aus Traunstein
Mehr aus Traunstein