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Fans in Inzell bejubeln Bronze für den »Bayern-Express«

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Sie lieferten sich an beiden Tagen packende Zweikämpfe, letztlich lag jeweils Franz Zorn (Nr. 13) vor Günther Bauer (Nr. 19). (Fotos: Weitz)

Riesiger Jubel in der Inzeller Max-Aicher-Arena: Die deutsche Mannschaft holte bei der Team-Weltmeisterschaft vor eigenem Publikum nach einem dramatischen Finale die Bronzemedaille. Günther Bauer (Schleching), Max Niedermaier (Edling) und Hans Weber (Schliersee) holten als »Bayern-Express« insgesamt 41 Punkte.


Insgesamt 10 700 Zuschauer (800 Training, 5100 Samstag, 4800 Sonntag) verzeichnete die ausrichtende DMV-Landesgruppe Südbayern. Und die Fans sahen zahlreiche spannende Rennen. Beim souveränen Erfolg von Favorit Russland (60 Punkte) hatte es einen packenden und harten Dreikampf um die restlichen zwei Medaillen gegeben.

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In diesem holte sich letztlich Österreich (45 Punkte) Silber vor Deutschland (41) und Schweden (39). Österreich hatte dabei kurzfristig auf den noch immer angeschlagenen Harald Simon verzichten müssen, für den dann Josef Kreuzberger ins Aufgebot rückte. Der bekam zwar keinen Einsatz, aber Charly Ebner junior erwies sich an beiden Tagen als starker Partner für Zorn und half so kräftig mit beim österreichischen Erfolg. Rang 5 ging an Tschechien vor Finnland (je 25) und der Schweiz (14).

Der Dreikampf um die Ränge 2 bis 4 hatte sich bereits am Samstag angedeutet. Auch da waren diese drei Mannschaften schon auf ähnlichem Niveau gefahren, wobei für Deutschland Günther Bauer (Schleching) und Max Niedermaier kräftig gepunktet hatten. Hans Weber (Schliersee) kam nur einmal zum Einsatz, wobei ihm die Kette an seine Maschine riss und er ausschied.

Besonders Bauer trumpfte in seinem sportlichen »Wohnzimmer« groß auf. Als ausgerechnet im ersten Duell gegen Schweden Niedermaier in den Strohballen gelandet war, gewann Bauer den Wiederholungslauf souverän. So gab es ein »3:3-Unentschieden«, denn Bauer als Sieger kassierte drei Zähler, der zweitplatzierte Niklas Svensson und der drittplatzierte Ove Ledström einen.

Zwar war gegen die favorisierten Russen nichts zu machen und gegen Österreich gab es ein 3:3, weil Zorn vor Bauer und Niedermaier gewann, aber gegen Finnland, die Schweiz und Tschechien feierten die Gastgeber jeweils einen Doppelsieg. Das heißt sie kassierten fünf Punkte, der Gegner nur einen. Im Duell mit Tschechien war zwar Jan Klatovsky zunächst in Führung gegangen, doch Bauer und Niedermaier zogen noch vorbei. »So darf es weitergehen«, waren sich der 45-jährige Schlechinger und sein 28-jähriger Teamkollege vor dem Rennen am Sonntag einig.

Am Sonntag ging's dann zuerst gleich gegen die Tschechen zur Sache. Bauer und Niedermaier schafften eine Doppelführung und schienen einem klaren Erfolg zuzustreben, als der Edlinger ins Straucheln kam, stürzte und damit disqualifiziert wurde. Im Wiederholungslauf gewann Bauer, doch gab es statt eines möglichen 5:1-Erfolges letztlich ein 3:3.

Doch auch die Tschechen verschenkten wenig später Punkte. Im Duell mit Österreich lag Jan Klatovsky hinter Zorn an zweiter Stelle, stürzte dann aber. Im Wiederholungslauf setzte sich überraschend Lukas Hutla hinter Zorn auf Rang 2. Bedrängt von Charly Ebner junior, riskierte der Tscheche zu viel und stürzte. So gab es letztlich einen zweiten Wiederholungslauf, in dem Zorn Ebner nach ruhiger Fahrt den »Vortritt« ließ.

Dann kam auch der »Bayern-Express« wieder mächtig unter Dampf. Gegen die Schweiz feierten Bauer und Niedermaier einen souveränen Doppelerfolg, ehe sie dann im Duell mit Finnland schon härter gefordert waren. Letztlich gab's einen Doppelsieg, und das heimische Duo beglückwünschte sich auf der Auslaufrunde auf der Gegengeraden. Im »Derby« gegen Österreich sicherte Bauer mit Rang 2 immerhin zwei wertvolle Zähler. Im aussichtslosen Duell gegen Russland bekam Hans Weber seine Chance und präsentierte sich stark. Er blieb lange dicht an Dimitri Khomisewitsch, letztlich war aber nicht mehr als Rang 3 vor Niedermaier drin.

Die Schweden, die in ihren ersten Rennen groß auftrumpften, verschenkten dann gegen Österreich ebenfalls wertvolle Punkte. Zunächst lag Niklas Svensson hauchdünn vor Zorn, doch Charly Ebner fuhr in die Strohballen – Aus. So schien nun ein schwedischer Sieg drin, doch der junge Svensson riskierte diesmal zu viel und schied aus. Im nächsten Wiederholungslauf blieben somit nur noch Zorn und Ove Ledström übrig, und Zorn stellte relativ bald klar, dass er der Bessere ist. So hatten die Schweden vor dem abschließenden Duell mit Deutschland zwei Punkte Rückstand – mit einem 4:2-Sieg hätten sie ein Stechen um Bronze erzwingen können. Doch Günther Bauer fuhr nach der Startkurve innen an Niklas Svensson vorbei und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Unter dem riesigen Jubel der Fans hatte er somit Bronze für die deutsche Mannschaft gesichert. who