Extrem-Bergläufer Hannes Namberger siegt mit Streckenrekord

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Hannes Namberger genoss bei seinem Sieg beim Lavaredo-Ultra-Trail die Atmosphäre mit zahlreichen Zuschauern an der Strecke. (Foto: Lavaredo Ultra Trail)

Hannes Namberger hat seinen ersten Extrem-Berglauf in dieser Saison gewonnen – und dabei gleich einen neuen Streckenrekord aufgestellt: Der Ruhpoldinger bewältigte die 120 Kilometer lange Strecke mit 5800 Höhenmetern beim Lavaredo-Ultra-Trail in Italien in 12:02:12 Stunden. Er war damit rund sieben Minuten schneller als der Spanier Andreu Simon Aymerich (12:09:13), der vor dem Norweger Sebastian Krogvig (12:33:14) Zweiter wurde und das Feld vom Start weg angeführt hatte.


»Bis zum Kilometer 111 haben wir uns ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert«, berichtet Hannes Namberger über den Zweikampf an der Spitze. »Ich hätte nicht gedacht, dass ich da weglaufen kann.« Doch dann bekam sein Konkurrent Magenprobleme und konnte das Tempo nicht mehr halten.

»Ich habe mir das Rennen extrem gut eingeteilt«, sagt der Sieger. »Ich bin kontrolliert losgelaufen und hatte so am Schluss noch Kraft.« Auf den letzten Kilometern bergab zum Ziel vergrößerte der Ruhpoldinger so die Lücke zu seinem Verfolger immer weiter. »Ich habe Gas gegeben bis zum Schluss.«

Doch nicht nur der Streckenrekord ist für Hannes Namberger »viel wert«, sondern auch der Sieg zum Saisonauftakt – immerhin war der Lauf als erster großer Ultra-Trail der Saison gut besucht, die Startplätze schon weit vor Beginn ausgebucht. »Der Sieg bei so einem Klassiker ist schon etwas Besonderes«, sagt der 32-Jährige. »Ich weiß jetzt, dass ich sehr viel richtig gemacht habe und viel stimmt. So kann ich ganz entspannt in den nächsten Wettkampf gehen.«

Bevor es zu seinem Saisonhöhepunkt, dem Ultra-Trail Mont Blanc in Frankreich, geht, steht für Hannes Namberger am 31. Juli noch der Großglockner-Trail auf dem Programm. Dabei startet der Ruhpoldinger über eine Distanz von 58 Kilometern. »Das ist dann eher ein Vorbereitungsrennen«, meint er. Schließlich muss er in Frankreich 170 Kilometer bewältigen. »Das wird noch mal eine Wundertüte«, gibt sich Hannes Namberger zurückhaltend. »Man kann ja immer einen 'Motorschaden' haben.« Mit dieser Distanz sei das noch mal eine andere Herausforderung als die 120 Kilometer in Italien.

Trotzdem hat der Ruhpoldinger nun erst mal ein Zeichen gesetzt: »Ich weiß jetzt, was möglich ist, aber ich mache mir nicht mehr Druck«, betont er. Vielmehr freut sich der 32-Jährige, dass die Saison nun endlich – wegen Corona verspätet – angefangen hat. »Die Leute haben Bock, die Zuschauer und die Läufer«, weiß er. Schließlich war nicht nur das Teilnehmerfeld in Italien gut besetzt, sondern an der Strecke jubelten auch viele Zuschauer den Läufern zu. »Das war einfach genial«, sagt Hannes Namberger immer noch ganz überwältigt von den Eindrücken. »Die Zuschauer haben das Rennen gefeiert wie beim Giro d'Italia oder der Tour de France.« Beim Zieleinlauf habe das noch für ein bisschen zusätzlichen Schwung gesorgt. »Das war brutal und wirklich einzigartig.« jom

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