»Es ist ja ein wahnsinniges Privileg«

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Mit voller Kraft voraus: So wollen sich Skilangläufer Andreas Katz und seine Stützpunkt-Kollegen beim Weltcup in Lahti präsentieren. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Mit einem Trio war der Stützpunkt Ruhpolding bei der Tour de Ski vertreten. Bis zum Schluss dabei waren die Skilangläufer Lucas Bögl (SC Gaißach/schaffte dort die WM-Norm) und Jonas Dob- ler (SC Traunstein/hat nun die »halbe« WM-Norm). Dagegen fühlte sich Andreas Katz (SV Baiersbronn) nicht optimal in Form und ließ daher die letzten drei – von insgesamt acht – Rennen innerhalb weniger Tage aus. Beim Weltcup an diesem Wochenende in Lahti (Finnland) will er nun wieder angreifen – und fühlt sich gut dafür gerüstet.


»Ich habe mich schon vor der Tour ein wenig müde gefühlt, und das hat sich in den ersten Wettkämpfen leider bestätigt«, berichtet der 33-Jährige. »Ich habe gesehen, dass es nicht so läuft, und mir zumindest drei Tage gespart. Das hilft viel bei der Regeneration, denn neben der körperlichen ist auch die mentale Belastung sehr hoch.« Die Tour sei immer eine große Herausforderung: »Beim ersten Training daheim läuft es meistens noch gut. Aber ein paar Tage später kommt auf einmal die Müdigkeit auf«, hatte er schon nach früheren Teilnahmen festgestellt.

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Diesmal ließ er nach der Rückkehr nach Ruhpolding erst einmal für einige Tage die Langlaufskier weg, »dafür habe ich die Schlittschuhe und die Skitouren-Schuhe genutzt.« Mit den Schlittschuhen lief er heuer übrigens zum ersten Mal »hinten im Drei-Seen-Gebiet, in frühere Jahren war ich dafür immer in der Eishalle.«

Nach einem intensiven Training mit einer schnellen Einheit »bin ich jedenfalls guten Mutes«, freut er sich. Er sei nun gespannt, wie es ihm in Lahti ergehen werde – und das gleich aus mehreren Gründen. Zum einen sind – im Gegensatz zur Tour – diesmal auch wieder Norwegens und Finnlands Topstars wohl dabei, die Konkurrenzsituation also noch härter. Zum anderen »war ich erst vor zwei Jahren zum ersten Mal dort und habe noch gar nicht alle Strecken begutachten können. Ich bin echt gespannt, wie die Runde so ist.«

Klar sei aber: Diese Runde beinhalte auf jeden Fall auch die berühmt-berüchtigte »Lahti-Kurve«. »Dort kam schon der ein oder andere zu Fall. Aber die Kurve kenne ich schon.«

Zuversichtlich stimmt ihn und seine Teamkollegen Dobler und Bögl, dass in Lahti – vor den Staffeln am Sonntag – am morgigen Samstag der Skiathlon (15 km Klassisch, 15 km Skating) auf dem Programm steht. »Die längeren Distanzen kommen uns auf jeden Fall entgegen – wir waren im Sommer sehr fleißig, haben hohe Umfänge trainiert.« Und während die Grundschnelligkeit »mit zunehmendem Alter nicht mehr besser wird«, helfe bei so langen Strecken die Erfahrung dafür umso mehr – sowohl von der Wettkampfführung her als auch von der nötigen Ernährung auch während des Rennens.

Dass ihm noch die WM-Normen fehlen, sei noch nicht zu problematisch. »Die WM-Chancen sind auf alle Fälle vorhanden.« Schon in Lahti sind ja die längeren Strecken für ihn eine günstige Gelegenheit, seine Stärken unter Beweis zu stellen. Auch am folgenden Wochenende in Falun (Schweden) sind über 15 km Skating und im Klassik-Massenstart über 15 km gute Möglichkeiten gegeben, sich für die Heim-Titelkämpfe in Oberstdorf zu empfehlen. Den reinen Sprint-Weltcup in Ulricehamn (Schweden/6. und 7. Februar) wird das heimische Trio dagegen auslassen.

Die Heim-Weltmeisterschaft vom 23. Februar bis 7. März ist auf jeden Fall das große Ziel des Trios. Dass die WM wegen der Corona-Pandemie nun definitiv ganz ohne Fans stattfinden muss, sei zwar »wahnsinnig schade, das wünscht man sich natürlich weder als Sportler noch als Veranstalter. Mit Fans wäre es schon toll gewesen.«

Aber angesichts der Pandemie »war die Entscheidung so zu erwarten, und wir sind einfach froh, wenn überhaupt etwas stattfinden kann. Wir sind ja auch um jeden Weltcup froh«, betont Katz. Klar sei nämlich: »Es ist ja ein wahnsinniges Privileg, dass wir unseren Sport überhaupt ausüben dürfen.« Nun will er sich noch das »Privileg« erarbeiten, dies auch als Aktiver bei der WM tun zu dürfen. who

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