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»Es gibt jetzt wirklich Wichtigeres als Fußball«

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SVK-Kapitän Florian Hofmann (rechts) hält sich gerade wie alle anderen seiner Mannschaftskollegen alleine fit. Trainingspläne bekommen die Spieler dabei regelmäßig vom Trainerteam. (Foto: Butzhammer)

Der bayerische Amateurfußball ruht aufgrund der Coronavirus-Krise gerade. Der SV Kirchanschöring hat in der Fußball-Bayernliga Süd in diesem Jahr noch ein Spiel austragen können und gewann das prompt mit 2:1 gegen den SSV Jahn Regensburg II. Wir haben nun in einem Video-Interview mit SVK-Kapitän Florian Hofmann gesprochen, wie er die fußballlose Zeit gerade erlebt und wie er sich jetzt fit hält.


Wie kommen Sie gerade so durch die Tage und trainieren Sie weiter, Herr Hofmann?

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Es ist keine einfache Zeit. Und ja, es tut jetzt jeder Spieler für sich etwas. Ich etwa gehe allein laufen und mache daheim auch noch kleine Workouts. Da ist jetzt wirklich jeder einfach selber gefragt, um die Fitness, die wir uns über den Winter gut antrainiert haben, beizubehalten. Wir bekommen aber natürlich auch von den Trainern etwas vorgegeben – also, Trainingspläne für die Woche, was wir so machen sollen.

Das erste Spiel, das von der Generalsabsage betroffen war, war die Partie beim TSV Landsberg. Wie haben Sie von der Absage mitbekommen?

Wir haben am Donnerstag noch ganz normal trainiert. Es war auch eine gute Einheit. Aber viele von uns haben schon damit gerechnet, dass das Spiel abgesagt wird. Am Freitagvormittag haben wir es dann auch erfahren. Es war für niemanden mehr überraschend.

Ihr seid ja kurz vor dem Frühjahrsstart noch im Trainingslager gewesen. Alle haben sich da auf die Frühjahrssaison gefreut und jetzt geht nichts mehr...

Ja, es passiert gerade extrem viel. Vor eineinhalb Wochen sind wir noch auf dem Platz gestanden. Jetzt sitzen wir alle daheim. Man kann es nicht ändern. Man muss die Situation jetzt so annehmen, wie sie ist – und sich vor allem auch an die Regeln halten!

Denken Sie jetzt gerne an das erste Punktspiel in diesem Jahr gegen Regensburg II zurück? Es könnte ja das letzte Spiel für lange Zeit gewesen sein...

Ja, klar! Im ersten Spiel nach der Wintervorbereitung weiß ja keiner, wo er genau steht. Das war ein richtig geiler Tag, wir waren richtig gut im Spiel und haben einen verdienten Sieg gefeiert. Das Trainer-Team hat im Winter eine gute Arbeit geleistet. Wir haben 90 Minuten marschieren können und das war letztlich der Schüssel zum Erfolg in dem Spiel. Danach hatten wir ja einen Mannschaftsabend, da hat der 2:1-Heimsieg natürlich perfekt reingepasst.

Blicken wir auf die vergangenen Jahre beim SVK zurück. Ich habe mir zuletzt ein paar Videos von einigen Spielen angeschaut. Da waren einige Gänsehaut-Momente dabei. Haben Sie in diesen Tagen auch schon mal zurückgeschaut?

Ja, jetzt hat man die Zeit! Ich etwa habe auf unser Aufstiegsjahr zurückgeschaut. Wenn man sich da die Tabelle anschaut, hat man sofort ein paar Momente im Kopf drin. Das war schon genial!

Was fehlt Ihnen in der fußballlosen Zeit denn am meisten?

Am meisten fehlen mir die Jungs, mir geht die Kameradschaft ab und natürlich das Kicken. Ich mag es einfach, wenn man mit einer Mannschaft als Team erfolgreich ist. Natürlich gehen mir auch die Zuschauer ab, die uns bei unseren Heimspielen immer so unterstützen!

Aktuell weiß noch keiner, wie es weiter geht...

Stimmt. Aber es gibt jetzt wirklich Wichtigeres als Fußball. Wir haben jetzt ganz andere Probleme. Wenn es wieder so weit ist, dass wir kicken dürfen, dann freuen wir uns alle darauf und sind sicherlich noch mehr motiviert. Es wir dann sicherlich eine geile Restsaison oder eine geile neue Saison! Darauf sollten wir uns freuen. Michael Wengler

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