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Es geht um die internationalen Startplätze

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Sie hoffen auf starke Leistungen bei den Deutschen Meisterschaften am Arber und in Ruhpolding: die heimischen Athleten (von links) Dominic Schmuck, Matthias Dorfer, Niklas Homberg und Marco Groß. (Foto: Hohler)

Jetzt geht es um die internationalen Startplätze: Bei den Deutschen Meisterschaften im Biathlon hoffen die heimischen Athleten, sich für den Weltcup oder zumindest für den IBU-Cup qualifizieren zu können. Die Titelkämpfe werden an diesem Wochenende am Arber und am folgenden Wochenende in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena ausgetragen.


Gerade für diejenigen, die (noch) nicht oder nicht regelmäßig im internationalen Geschäft etabliert sind, geht es um viel. Dazu gehören auch einige Sportler des Stützpunkts Ruhpolding.

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Der Ruhpoldinger Marco Groß etwa hatte im vergangenen Winter bereits erste Einsätze im IBU-Cup erhalten. Und diese erhofft sich der 23-Jährige auch in diesem Winter. »Das Schießen läuft durchwegs gut, und im Laufen steigere ich mich langsam«, freut er sich über eine insgesamt positive Entwicklung. Heuer lief die Vorbereitung für ihn lange Zeit hervorragend, ehe er bei einem Lehrgang durch einen Sturz etwas eingebremst wurde. »Er hat sich eine Rippe gebrochen, aber zum Glück an einer günstigen Stelle«, berichtet Trainer Remo Krug. So fiel sein Schützling nur kurze Zeit aus und dürfte insgesamt fit zur Deutschen Meiterschaft reisen.

Ohne größere Wehwechen kam heuer auch der Marzoller Matthias Dorfer durch die Vorbereitung. Entsprechend erleichtert zeigt sich der 26-Jährige, denn in früheren Jahren hatten ihn zahlreiche gesundheitliche Rückschläge auch sportlich immer wieder zurückgeworfen. Sein erstes Ziel sei erst einmal der IBU-Cup, zeigt sich Dorfer vorsichtig. Den Weltcup hat er freilich durchaus im Blick: »Es sind ja immerhin drei Plätze frei, vielleicht klappt es ja.« Wie nahe der FC-Bayern-Fan diesem Ziel schon bei den nationalen Titelkämpfen kommen kann, ist schwer abzuschätzen. Doch bei einem teaminternen Wettkampf am vergangen Samstag in der Chiemgau-Arena gewann der 26-Jährige – bei den Damen lag übrigens Denise Herrmann aus dem heimischen Stützpunkt vorne.

Remo Krug hat für seine Schützlinge zur DM einen allgemeinen Rat parat: »Sie sollen sich auf den Wettkampf freuen, schließlich haben sie jetzt monatelang hart trainiert, da ist das eine schöne Abwechslung.« Der Inzeller betreut am Stützpunkt Ruhpolding mit Isidor Scheurl (DSV-Disziplintrainer Herren) das Herrenteam, im Winter ist er vor allem für die Herren des IBU-Cup-Teams zuständig. Zur Trainergruppe am Stützpunkt gehören nach dem Ausfall von Andi Stitzl zudem Andi Birnbacher und Tobias Reiter (Junioren und Juniorinnen) sowie Kristian Mehringer (Leitender Disziplin-Trainer Damen des DSV), Florian Steirer (DSV-Disziplintrainer Damen) und Rudi Schöllmann.

Sie alle hoffen, dass ihre Schützlinge bei der DM gute Leistungen zeigen. Dass die DM ein Qualifikations-Wettkampf ist, bedeutet für Betreuer und Sportler eine Gratwanderung: »Wir müssen eine gesunde Mischung finden: Einerseits müssen wir uns auf die lange Saison vorbereiten, aber andererseits auch ein bisschen gezielt auf die DM hinarbeiten – schließlich geht es da um die internationalen Startplätze«, weiß Remo Krug. Bei den Herren sind drei Weltcup-Plätze und zwei im IBU-Cup zu vergeben, bei den Damen für den Weltcup zunächst einmal vier Plätze. »Das ist viel, da haben die Sportler eine echte Chance«, sieht der 56-Jährige gute Anreize für die Athleten.

Von seinen Sportlern – zu ihnen gehören auch Dominic Schmuck (SC Schleching) und Niklas Homberg (SK Berchtesgaden) – fällt allerdings Dominic Reiter (SC Ruhpolding) gesundheitlich bedingt aus.

Die Athleten reisten bereits am gestrigen Donnerstag zur ersten DM-Station an den Arber. Im dortigen Hohenzollern-Skistadion steht am heutigen Freitag das offizielle DM-Training auf dem Programm. Am morgigen Samstag folgen die Sprints der Damen (11 Uhr/7,5 km) und Herren (13.30 Uhr/10 km), am Sonntag die Verfolgungsläufe der Damen (11 Uhr/10 km) und Herren (13.30 Uhr/12,5 km) .

Eine Woche später geht es in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena weiter. Am Freitag, dem 13. September wird ein Speziallanglauf auf Skirollern ausgetragen. Die Herren eröffnen um 11 Uhr das Wettkampfgeschehen (10 km), die Damen (6 km) gehen ab 13.30 Uhr an den Start. Tags darauf folgen der Massenstart der Herren (11 Uhr/15 km) und Damen (13.30 Uhr/12,5 km). Am Sonntag, 15. September stehen dann noch die Staffeln der Herren (11 Uhr/ 3 x 7,5 km) und Damen (13.30 Uhr/3 x 6 km) an. Dabei werden die Deutschen auf hochkarätige internationale Konkurrenz treffen. Aus Italien wird ebenso das A-Team – unter anderem mit Dorothea Wierer und Lisa Vitozzi – erwartet wie aus der Ukraine, auch die britische Nationalmannschaft mischt mit »Das wird ein erstklassiges Feld«, freut sich Wettkampfleiter Alois Reiter.

Das Trainerteam will nach den Wettbewerben in Ruhpolding relativ zügig über die Nominierungen beraten, »aber je höher die Leistungsdichte ist, desto länger kann es dauern, bis alle Entscheidungen getroffen sind«, weiß Remo Krug. Sportlich allerdings erwartet er »keine größeren Überraschungen« – und so gesehen dürfte es auch bei den Nominierungen nicht zu viele Überraschungen geben ... who