weather-image
26°

Es geht noch um einen Einsatz beim Weltcup-Finale

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Sie kann auf eine äußerst erfolgreiche Saison zurückblicken – und hofft noch auf einen Platz im Weltcup-Finale: Karolin Horchler vom heimischen Stützpunkt. (Foto: Wukits)

Nach ihrem hervorragenden Abschneiden bei den Biathlon-Europameisterschaften sind die Sportler des IBU-Cup-Teams noch beim Finale des IBU-Cups im Martelltal am Start. Und dabei geht es für fünf Athleten aus dem Stützpunkt in Ruhpolding noch darum, sich einen Platz für das Finale des Biathlon-Weltcups in Khanty-Mansyisk (Russland) zu sichern (siehe eigenen Text).


Bei den Herren dürfte Florian Graf (WSV Eppenschlag/Stützpunkt Ruhpolding) über das »normale« Weltcup-Ticket aufrücken. Bei der EM in Tjumen (Russland) holte er Bronze in der Verfolgung und Gold im Massenstart. Er profitierte dabei unter anderem von seinem Missgeschick in der Mixed-Staffel, die in Führung gelegen hatte, ehe er als Schlussläufer die mögliche Medaille am Schießstand vergeben hatte.

Anzeige

Florian Graf: »Den Dämpfer habe ich gut analysiert«

»Das war ein Dämpfer, aber ich habe es gut analysiert«, so der 27-Jährige. »Ich hatte gedacht, dass man sich bei der Abfahrt vom Schießstand noch lange genug erholen könnte, aber das war nicht so.« So war er die erste Runde einfach zu schnell gelaufen – das passierte ihm danach nicht mehr. Nun freut er sich über den positiven Saisonabschluss. Zunächst hatte er durch einen missglücken Saisonstart seine Chancen auf Weltcup-Einsätze eingebüßt, »und es gibt dann nur noch wenige Möglichkeiten, sich zu qualifizieren.«

Doch »in einer solchen Situation ist es eh besser, sich im IBU-Cup wieder Sicherheit und Selbstvertrauen zu holen, als im Weltcup hinterherzulaufen«, gewinnt er diesem »Abstieg« auch Positives ab. Die EM-Medaillen hätten ihm »gezeigt, dass es möglich ist, wieder in den Weltcup zu kommen – aber das Team ist schon sehr stark.« Allgemein sieht er bei sich noch Verbesserungsmöglichkeiten bei »Feinheiten«: So zum Beispiel »tue ich mich beim Liegend-Anschlag bei hohem Puls etwas schwer, und die Wettkampfhärte könnte noch besser sein.«

Etwas zwiespältig ist die Saisonbilanz von Johannes Kühn. »Es hat gut angefangen – bis zur Staffel in Ruhpolding ...«, so der Tüßlinger. Da hatte er beim Heim-Weltcup mit drei Strafrunden nach dem Stehend-Anschlag einen möglichen Podestplatz »verschossen«. So ging es meist weiter: Er kassierte immer wieder im Stehendschießen zahlreiche »Fahrkarten«.

Johannes Kühn: »Läuferisch ist die Leistung ja da«

»Das ist eine Kopfsache. Ich habe keine Angst davor, aber das Selbstvertrauen fehlt – und dann hast du eben mal gleich mehrere Fehler.« Zwar hofft der 24-Jährige, sich noch für Khanty-Mansyisk empfehlen zu können, aber insgesamt ist er froh, dass das Saisonende naht. Denn während der Saison »hast du wenig Zeit, um an solchen Dingen zu arbeiten«, weiß er. Was ihm Mut macht: »Vor zwei Jahren hatte ich auch im Schießen Probleme, da war ein technischer Fehler drin – und dann habe ich im Jahr danach gut geschossen.« Das soll im Winter 2016/2017 wieder klappen, denn »läuferisch ist die Leistung ja da«, betont Kühn.

Gemischte Gefühle bei Matthias Dorfer

Gemischte Gefühle gab es auch bei Matthias Dorfer. Der Sportler des SV Marzoll holte gemeinsam mit Karolin Horchler bei der EM Silber im Single-Mixed – und wurde dann nicht mehr eingesetzt. »Schade, aber das Team ist schon sehr stark«, bedauert er dies.

Dagegen freut er sich darüber, dass er es heuer erstmals geschafft hatte, von Anfang an im IBU-Cup eingesetzt zu werden. »Allerdings hatte ich nach gutem Start mal krankheitsbedingt eine schwächere Phase«, berichtet der 23-Jährige. Im Laufen »war es okay, aber es ist schon noch was drin, das Schießen war schon top«, bilanziert Dorfer. Er freute sich bei der EM auch über das neue Stadion, »das hatte schon Weltcup-Atmosphäre, da waren am Wochenende gut 10 000 Zuschauer da.«

Annika Knoll noch nicht ganz zufrieden

Die sahen auch gute Leistungen der beiden Stützpunkt-Athletinnen Annika Knoll (SC Friedenweiler) und Karolin Horchler. Knoll, die seit Mai in Ruhpolding lebt und trainiert, beklagt, ihre Leistungen seien noch »eher ein bisschen schwankend« gewesen, »vor allem läuferisch hätte ich mir mehr erwartet.« Umso mehr freute sich die 21-Jährige über EM-Bronze im Sprint. »Es ist super, wenn man beim Saisonhöhepunkt seine besten Leistungen bringt.« Das will sie nun auch im Martelltal tun – dann könnte mit dem Weltcup-Finale noch ein weiterer Saisonhöhepunkt winken. Günstig dabei: Inzwischen ist der Sprint ihre Lieblingsdisziplin – und genau davon stehen im Martelltal zwei auf dem Programm.

Karolin Horchler: Freude über die Medaillen

Den Weltcup hat Karolin Horchler (WSV Clausthal-Zellerfeld) fest im Blick. Sie holte dreimal Silber bei der EM, und dass es knapp nicht zu Gold reichte, stört sie kaum, »zumal ja im Sprint meine Schwester Nadine gewonnen hat. Ich freue mich einfach über die Medaillen«, so die 26-Jährige. Insgesamt sei die Saison gut gelaufen, wobei sie sogar Einsätze im Weltcup verbuchte – und unter anderem mit einem 9. Platz in Canmore (Kanada) überzeugte.

Im Mai 2016 werden es zwei Jahre, dass sie am Stützpunkt Ruhpolding ist, »ich habe hier gute Trainingsmöglichkeiten und die Gegend gefällt mir sehr gut«, so Horchler. Verbessern müsse sie vor allem noch ihre Schießzeiten im Wettkampf, »im Training klappt das schon sehr gut.« Nach einer sehr erfreulichen Saison gelte es nun, sich »Schritt für Schritt« zu verbessern, »denn das Weltcup-Team ist sehr stark, da muss man seine Chancen nutzen, die man bekommt«, weiß sie.

Ihre Einsätze im Weltcup führten allerdings zu einigen »Pausen« im IBU-Cup – daher liegt sie hier »nur« auf Rang 14 und muss im Martelltal gute Ergebnisse abliefern, um in der Gesamtwertung vorzurücken. Dann gibt es den nächsten Start im Weltcup ... Walter Hohler