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Es begann alles mit einem erfolgreichen Fußballspiel

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Der Aufbau des Troadkastens, der als Umkleidekabine sozusagen die »Ur-Mutter« der späteren Turnhallen war.

»TSV Palling – 50 Jahre jung geblieben« – so könnte man die Feiern zur 50-jährigen Wiedergründung des TSV Palling auf einen kurzen Nenner bringen. Seit 1964 hat sich der TSV zum größten Verein in der Gemeinde Palling entwickelt.


Beim Festabend am heutigen Freitag um 19.30 Uhr im Michlsaal wird der Verein im Rahmen eines kurzweiligen Programms Rückschau halten, Gründungsmitglieder und weitere verdiente Funktionsträger ehren.

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Angefangen hatte alles 1964, nachdem ein erfolgreiches Fußballspiel »Alt gegen Jung« auf der Gemeindewiese stattgefunden hatte und viele Fußballfreunde motiviert hatte, beim Pallinger Fußballspiel mitzumachen. So setzten sich am 12. Juni 1964 im Gasthaus Michlwirt 85 Sportfreunde zusammen und beschlossen die Wiedergründung des Turn- und Sportvereins Palling.

Erste Gründung schon 1920

Die Betonung liegt dabei auf der Wiedergründung, denn einen Turnverein Palling hatte es schon seit 1920 gegeben, doch in den Wirren des II. Weltkriegs und des Wiederaufbaus war an regelmäßigen Sportbetrieb nicht zu denken.

Die Gründungsväter von 1964 haben die Wiedergründung akribisch festgehalten. So wurde am 20. Juni 1964 eine Vereinssatzung aufgestellt, die wenige Tage später bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ohne Einwand genehmigt wurde. Der 1. Vorsitzende war Anton Uhl, sein Stellvertreter Andreas Zipfer, Schriftführer Max Diez, Kassier Josef Seiler und Sportwart Willi Garschhammer. Obwohl noch kein Sportplatz vorhanden war, meldete man eine Fußball-Senioren- und eine -Jugendmannschaft zum Spielbetrieb an.

Platz in zwei Tagen fertig

Schon bald wurde ein Grundstück von etwa 10 000 Quadratmeter an der heutigen Seestraße gepachtet. In nur zwei Tagen errichteten dort die Sportler einen Fußballplatz, eine 100-Meter-Laufbahn, eine Weitsprunganlage und einen Faustballplatz. Hochsprung- und Kugelstoßanlage folgten und Zuschauerbänke für 250 Besucher wurden aufgestellt.

Faustball, Leichtathletik und Ski hatte es auch schon vor 1964 gegeben. Nun wurden all diese Sportarten unter dem Dach des TSV Palling 1920 geführt. Statt einer Halle diente ein »Troadkasten« als Umkleidekabine. 1965 vollzog Pfarrer Franz Guggenberger die kirchliche Segnung der Pallinger Sportstätte.

Den Erlös aus der Einweihungsfeier steckten die Sportler in eine Flutlichtanlage. Wenn man die Vereins-Finanzen von 1964 mit 4,60 D-Mark (entspricht 2,30 Euro) Barvermögen mit dem heutigen Aufwand für Sport- und Geschäftsbetrieb vergleicht, könnte einem rückwirkend schwindlig werden.

Aber die Sportler waren nicht nur körperlich fit, sondern hatten auch mit allerlei Unternehmungsgeist verschiedene Veranstaltungen unternommen und damit das Vereinsvermögen vermehrt. So erinnern sich die etwas älteren Mitglieder an ein Gaudi-Fußballspiel im Fasching »Gemeinderat gegen Raiffeisenverwaltung«, Sportlerball und Weihnachtsfeier wurden eine feste Einrichtung. Bei der Weihnachtsfeier 1964 hatte der TSV-Männerchor seinen ersten Auftritt.

Heute sind zehn Abteilungen aktiv: Fußball, Leichtathletik (mit Radfahren für Kinder), Ski (mit Männerturnen, Männer-Radfahren und Fit ab 40), Judo, Tischtennis, Männerchor, Volleyball, Turnen (mit den Untergruppen Frauenturnen, Kindertanzen, Aerobic, Step-Aerobic). Die Stockschützen haben neben der Turnhalle eine eigene Asphaltbahn, die Tennisabteilung hat eigene Plätze und ein Tennisheim.

Erste Turnhalle gebaut

Unter Bürgermeister Franz Schillinger baute die Gemeinde Palling in den 70-er Jahren eine Turnhalle, die mittlerweile in den Neubau einer weiteren Turnhalle integriert wurde, die unter Bürgermeister Josef Jahner entstand und 2003 eingeweiht wurde. Diese Schulturnhallen sind jeweils Eigentum der Gemeinde, der TSV darf laut Vertrag die Hallen nutzen.

Der TSV Palling hat sich in den 50 Jahren seines Bestehens zum größten Verein der Gemeinde Palling mit derzeit 1400 Mitgliedern entwickelt. Und man könnte schon fast sagen, dass das Pallinger Volksfest, das der TSV Palling jedes Jahr auf der Gemeindewiese veranstaltet, eine »elfte Abteilung« geworden ist.

Dass der TSV Palling heute so gut dasteht, ist vielen fleißigen Mitgliedern zu danken. Gründungsvorstand war Anton Uhl von 1964 bis 1968, seine Nachfolger waren Ernst Glaser, Willi Garschhammer, Kurt Fischer, Curt Gradl, Albert Lohwieser, Rudi Glaser, Helmut Zahnbrecher, nochmals Rudi Glaser und jetzt Hermann Langwieder. Sie alle freuten sich über alle Mitglieder, egal ob sie große Leistungen hervorbrachten oder die breite Masse abdeckten.

Derzeit ist Leichtathlet Benedikt Huber als Läufer Pallings großes Aushängeschild. Aber auch in all den Jahren vorher waren immer wieder Pallinger Sportler bis auf Bundesebene am Start. Der bekannteste Funktionsträger des TSV Palling ist wohl Judoka Ludwig Tradler, der bis vor kurzem Bundeskampfrichter war.

Auch gesellschaftlich aktiv

Auch auf der gesellschaftlichen Ebene ist der TSV Palling eine Größe, mit der man rechnen kann. Er ist bei allen Festlichkeiten mit der Fahnenabordnung dabei und zudem ist der TSV auch selbst als Veranstalter aktiv.

Auf all diese Dinge darf der TSV Palling bei seinem Festabend zum Jubiläum »50 Jahre Wiedergründung TSV Palling« dankbar zurückschauen.

Das Rahmenprogramm gestalten der TSV-Männerchor, es gibt eine Vorstellung des Gesamt-TSV mit den wichtigsten Daten und eine kurze Vorstellung der einzelnen Abteilungen sowie Grußworte und viele Ehrungen. Eine Diaschau über die Vereinsgeschichte rundet das Programm ab. Die Vorstandschaft und der ganze TSV Palling würden sich über zahlreiche Besucher freuen.

Einen eigenen Festsonntag feiert der TSV Palling am Sonntag, 13. Juli, im Rahmen des Volksfests mit Kirchenzug, Festgottesdienst, Festzug und gemeinsamem Mittagessen im Festzelt. cw