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Springen der Kindervierschanzentournee in Reit im Winkl – Ältere Jahrgänge mit einigen Höhepunkten im Training

Erster Formtest für den jüngeren Nachwuchs

Ein Wettkampf der 19. Internationalen Kindervierschanzentournee findet am heutigen Samstag ab 9.30 Uhr in Reit im Winkl statt. Es stehen ein Probedurchgang und zwei Wettkampfsprünge auf den Schanzen HS 18 m (Mädchen I und Buben 7 bis 9 Jahre) sowie der Schanze HS 30 m (Mädchen II, Buben 10 und 11 Jahre) auf dem Programm.

Beim heutigen Springen der Kindervierschanzentournee in Reit im Winkl sind die jüngeren Jahrgänge des nordischen Nachwuchses am Start. Die Älteren sind weiter mitten in der Saisonvorbereitung, und einer der Höhepunkt war eine Tour auf Skirollern von Passau nach Linz (unser Bild).

Am Start sein werden hier auch die jüngeren Schützlinge von Trainer Lorenz Wegscheider, der am Stützpunkt in Ruhpolding den Nachwuchs im Skispringen und der Nordischen Kombination betreut. Er hat mit seinen Schützlingen aller Altersklassen (6 bis 15 Jahre) inzwischen wieder eine intensive Saisonvorbereitung hinter sich, die möglichst wieder zu zahlreichen Erfolgen wie schon in den vergangenen Jahren führen soll.

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Schon ab April wieder im Training

Nach dem Saisonende Mitte März ging es schon im April mit dem Training wieder los. »Wir haben viel Grundlagentraining gemacht, waren unter anderem auch in Rastbüchl.« Hinzu kommen beim Training für den nordischen Nachwuchs viele Übungen zur Beweglichkeit und Koordination, »die Kinder erhalten eine komplette Sportausbildung mit Langlaufskiern.« Vor allem bei den älteren Jahrgängen wird auch schon viel für die Ausdauer getan. Diese wird hauptsächlich über das Radeln erarbeitet. Für die Älteren ging es heuer zum Zeltlager an den Gardasee – die zwölf Teilnehmer radelten dort jeden Tag fleißig und bewältigen dabei auch viele Höhenmeter.

Diese Jahrgänge sind auch häufiger beim Training in Saalfelden. Zudem gab es für sie heuer ein besonderes Erlebnis: Mit den Skirollern ging es von Passau nach Linz (ca. 55 Kilometer).

Die Schanzensituation in der Region ist allerdings eher bescheiden. Das galt bis vor Kurzem auch in Reit im Winkl, »denn die haben zwar gute Schanzen, aber im Sommer war da zuletzt nichts möglich«, so Wegscheider. Das ändert sich aber jetzt: »Die Schanzen K 20 und K   30 wurden komplett saniert, eine K-10-Schanze neu gebaut«, so WSV-Vorstand Sebastian Schwarz. Rund 30 Prozent der Kosten (ca. 70 000 Euro) musste der Verein aufbringen. »Außerdem wurden von den Helfern des WSV gut 1500 ehrenamtliche Stunden geleistet«, berichtet Schwarz, zugleich Sportwart Nordische Kombination und Skispringen im Skiverband Chiemgau. »Vor allem die Vereine versuchen, selbst etwas in Sachen Schanzen zu tun«, auch in Berchtesgaden sei man hier sehr aktiv.

In Ruhpolding sind die Schanzen K 20 und K 40 im Sommerbetrieb. Sie gehören dem SC Ruhpolding, doch die K 60 (Gemeinde) und K 90/100 (Bund) standen zuletzt nicht zur Verfügung.

Vor allem für seine älteren Schützlinge seien die daher nötigen langen Trainingsfahrten nach Saalfelden, Reit im Winkl, Berchtesgaden etc. ein Problem. Diese 18 Sportler haben nämlich schon teilweise nachmittags Unterricht, da wird die Zeit für den Sport knapp. Wöchentlich wird meist fünf- bis sechsmal trainiert, »in den Ferien manchmal auch mehr. Daher machen wir viele Lehrgänge an den Wochenenden. Im Winter gibt es dann noch maximal einen auf Schnee, anschließend sind ja fast jedes Wochenende Wettkämpfe.«

Das Einstiegsalter liegt bei etwa sechs Jahren. Die derzeit zwölf Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren sind meist dreimal pro Woche im Training.

Im Gegensatz zu den Fahrtkosten ist der Materialaufwand erstaunlich gering: »Ein paar Skier reicht für Sommer und Winter. Jeweils nach der Sommer- oder Wintersaison erfolgt einmal der Schliff bei Muck Bauer in Schleching, dann ist der Ski wieder wie neu«, lobt Wegscheider.

Spezialisierung im Alter von 14 oder 15 Jahren

Im Alter von 14 oder 15 Jahren beginnt dann die Spezialisierung – Skispringer oder Kombinieren. Die über 15-Jährigen, die ambitioniert sind und genügend Talent haben, wechseln dann auf das CJD in Berchtesgaden, wo sie weiter gefördert werden.

Doch die Grundlagen werden schon zuvor gelegt. Dass sich das lohnt, zeigt sich unter anderem daran, dass die jetzt in der Weltspitze vertretenen Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf) und Andreas Wellinger (SC Ruhpolding) die Nachwuchs-Ausbildung bei Wegscheider durchlaufen haben und immer wieder auch andere Talente in den Vordergrund rücken.

So wünschen sich Lorenz Wegscheider und Sebastian Schwarz auch für den jüngsten Nachwuchs noch mehr Unterstützung. Dass die Kinder in Reit im Winkl nun die Schanzen zur Verfügung haben, ist dabei schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung. who