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Erster Erfolg unter Weiß: Erleichterung beim SVK

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Manuel Jung verwandelte für den SVK in Nördlingen einen Elfmeter zur 3:1-Führung der Gäste. (Foto: Butzhammer)

Die rund zwölfstündige Tour durch Südbayern nach Nordschwaben ins Gerd-Müller-Stadion zum TSV 1861 Nördlingen hat sich für den SV Kirchanschöring gelohnt. Mit 3:2 (0:0) gewann die Elf von Seppi Weiß beim Tabellenschlusslicht der Fußball-Bayernliga Süd. Nicht nur der SVK-Trainer zeigte sich nach seinem ersten Sieg »erleichtert«.


Bei Nördlingen sah das anders aus. Abteilungsleiter Andreas Langer sprach von einem »erwartet engen Spiel«, das die Gastgeber so lange wie möglich offenhalten wollten. Die Mannen aus dem Landkreis Donau-Ries wussten, dass Kirchanschöring nicht gerade mit Selbstvertrauen gesegnet wäre. Bei den Gegentoren hätte man die Bälle zu leichtfertig her geschenkt und damit die Tore selbst vorbereitet, ärgerte sich der Funktionär.

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Die 320 Zuschauer im Rieser Sportpark mussten eine Viertelstunde warten, ehe es zu ersten Tor-Szenen kam. Für Nördlingen schoss Phi-lipp Buser über den SVK-Kasten (17.). Die Gelb-Schwarzen prüften mit Manuel Omelanowsky TSV-Tormann Andre Behrens (19.). Eine Hereingabe von Lukas Birner von rechts schnappte sich auch der Schlussmann der Heimelf (24.). Einen Freistoß von rechts konnte die SVK-Hintermannschaft entschärfen (26.), während ein Schuss von Daniel Holzmann von rechts knapp am linken SVK-Pfosten vorbeirauschte (35.). Die dickste Chance der Nördlinger durch einen Kopfball von Alexander Schröter entschärfte SVK-Torwart Stefan Schönberger zur Ecke (39.), eine Vorlage von Maximilian Reiter konnte Albert Deiter mit einem Lupfer aus der Drehung nicht über Behrens im Tor unterbringen (41.).

Halbzeit zwei startete mit einem Kopfball von Felix Käser, der über den SVK-Kasten flog (50.). Dann folgte die Führung der Gäste: Manuel Jung erkämpfte links das Leder, Omelanowsky zog frei auf Torwart Behrens zu und knallte die Kugel ins rechte Eck (60.). Kurz darauf konnten die Gelb-Schwarzen die Führung ausbauen: Tobias Schild setzte sich gegen mehrere Rieser durch, bediente links Deiter, der die Kugel ins lange Eck zum 0:2 (68.) einschob.

Der Zwei-Tore-Vorsprung wehrte aber nur kurz: Nach einem weiten Pass und folgendem Foul an der linken Strafraum-Linie bekamen die Nordschwaben einen Foulelfmeter zugesprochen, den Buser ins linke Eck schoss, Schönberger roch zwar den Braten, konnte den Anschlusstreffer aber nicht verhindern (71.). Nördlingen schöpfte nun Hoffnung, doch der SVK konterte: Einen Omelanowsky-Vorstoß klärte Tormann Behrens zur Ecke (75.), in deren Folge wurde im Getümmel ein Gelb-Schwarzer in der Mitte zu Fall gebracht, Schiedsrichter Brandstätter zeigte erneut auf den Punkt. Diesmal trat Jung für die Gäste vom Punkt an und knallte das Leder rechts ins Eck zum 1:3 (77.).

Diese vermeintliche Vorentscheidung konnten die Rieser aber in der 88. Minute wieder verkürzen: Flanke von rechts, Kopfball Buser und es hieß nur noch 2:3. Als wieder Buser nach einer Hereingabe von rechts nur knapp am Leder vorbeigrätschte kam Hektik auf, Keeper Behrens eilte bei einem Eckball nach vorne, versuchte Schönberger zu irritieren, der Abpraller endete in einem Freistoß aus aussichtsreicher Position. Doch der landete in der vielbeinigen SVK-Mauer, es folgte der Schlusspfiff und der SVK hatte drei Punkte im Sack.

»Das war aufgrund der zweiten Halbzeit auch verdient«, betonte SVK-Coach Weiß, der beide Teams in den ersten 45 Minuten die Verunsicherung ansah. Der SVK hatte in der zweiten Halbzeit viele Ballgewinne im Mittelfeld. »Da waren wir viel präsenter«, lobte der Trainer. »Wir sind schnell über die Außen gekommen, haben Möglichkeiten kreiert und die Konter-Situationen haben wir gut abgeschlossen« lobte Weiß, der sich aber auch ärgerte – und zwar wegen des Anschlusstreffers: »Mit dem 1:2 haben wir uns selber wieder in die Bredouille gebracht.«

Natürlich hätte die Mannschaft dann wieder gezittert, ergänzte er. Was aber mit dem dritten Tor, »einer schönen Aktion«, gut gelöst worden wäre. Nach dem 2:3, wäre es wieder brenzlig geworden, der Sieg war in seinen Augen dennoch verdient. Auch wie der zu Stande gekommen ist: Dank einer bis zur letzten Sekunde geschlossenen Team-Leistung.

TSV 1861 Nördlingen: Behrens, Käser, Holzmann, Kaiser (71. Bosch), Buser, Halbmeyer, Meyer, Rothgang (63. Michel), Schröter (83. Gruber), Geiß, Schmidt.

SV Kirchanschöring: Schönberger, Janietz, Dinkelbach, Deiter, Birner (61. Hartl), Pöllner, Omelanows-ky (88. Urban), Daniel, Schild, Reiter, Jung (83. Peter).

Tore: 0:1 Omelanowsky (60.), 0:2 Deiter (68.), 1:2 Buser (71./Foulelfmeter), 1:3 Jung (77./Foulelfmeter), 2:3 Buser (88.).

Schiedsrichter: Felix Brandstätter (München).

Zuschauer: 320. mw

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