»Erhoffen uns schon drei Medaillen in Peking«

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Er zeigt sich zuversichtlich für die kommende Saison: Trainer Kristian Mehringer. (Foto: DSV)

Die deutschen Biathletinnen sind gut gerüstet für den kommenden Winter: »Es sind alle verletzungsfrei durchgekommen, und wir konnten mit der Lehrgangsgruppe I a (d. h. das Topteam, d. Red.) unser Programm wie vorgesehen durchziehen«, freut sich Kristian Mehringer kurz vor dem Saisonstart am kommenden Samstag (11.45 Uhr Einzellauf Damen, 15 Uhr Einzellauf Herren) in Östersund (Schweden). Der Ruhpoldinger ist Leitender Disziplintrainer in der LG I a und betreut mit dem Österreicher Florian Steirer (Disziplintrainer) das Team.


»Wir haben vor allem in der Höhe viel gemacht«, verweist Mehringer darauf, dass die Wettkämpfe bei den Olympischen Winterspielen in Peking (Februar 2022) ja auch in Höhen von etwa 1600 bis 1700 Metern stattfinden. »Wir waren in Italien, in Frankreich, in Davos (Schweiz) und in Antholz (Italien), zuletzt von Ende Oktober bis Mitte November, denn wir wollten uns möglichst gut auf die Höhe vorbereiten«, berichtet der 40-Jährige.

Die Winterspiele sind der absolute Saisonhöhepunkt, und dafür gilt es, sich entsprechend vorzubereiten. »Die Olympischen Spiele sind ja nur alle vier Jahre, daher ist das für uns noch wichtiger als eine WM«, betont Mehringer.

So gelte es auch, den Formaufbau möglichst so hinzubekommen, dass die Athletinnen in China dann ihre persönlich beste Form haben können. In den vergangenen Jahren »hat das bei uns gut funktioniert – aber die anderen Nationen schlafen ja auch nicht«, mahnt er.

Zudem sei der richtige Formaufbau eine Gratwanderung: Schließlich sollen die Sportlerinnen ja auch schon bei den Weltcups ab diesem Wochenende überzeugen. »Wir wünschen uns schon auch einen guten Einstieg. Es geht darum, sich möglichst bald die Olympia-Qualifikation zu erkämpfen und sich auch das Selbstvertrauen zu erarbeiten.«

Als die zwei größten Hoffnungen auf Spitzenplätze gelten auch in diesem Jahr wieder Denise Herrmann (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) und Franziska Preuß (SC Haag/im Vorjahr Dritte der Weltcup-Gesamtwertung), die beide dem Stützpunkt Ruhpolding angehören. »Bei ihnen rechnen wir schon damit, dass sie konstant vorne mitlaufen können.« Das sollen sie natürlich auch in Peking tun: »Ich denke schon, dass wir drei Medaillen holen können. Dabei erhoffen wir uns je eine Einzelmedaille von Denise und Franziska und eine Medaille in der Staffel.«

In Bezug auf die Corona-Pandemie waren die nötigen Einschränkungen »im Vorjahr noch gewöhnungsbedürftig. Aber das hat sich jetzt alles eingespielt, für uns ist das kein Problem mehr.«

Eher sieht Mehringer ein Problem in der Nachwuchsarbeit: »Das ist natürlich im Hinterkopf bei einem Trainer. Wir haben im Vorjahr schon gemerkt, dass der Vereinssport zeitweise fast unterging. Aber zumindest der Fußball und der Skilanglauf haben das im Sommer eigentlich wieder gut aufgeholt. Aber es könnte jetzt wieder ein Problem für die Vereine werden – und viel an den Eltern hängenbleiben.« Denn: »Es ist wichtig, dass die Kinder sich möglichst viel an der frischen Luft bewegen.«

Zufrieden ist Mehringer übrigens auch mit den Sportlerinnen, die unlängst in Obertilliach um die Qualifikationen für den Weltcup- und IBU-Cup-Kader kämpfen mussten. »Vor allem im Schießen haben diejenigen, die sich qualifizieren mussten, überzeugt«, lobt er.

Läuferisch ließen sich bei Athletinnen, die schon länger auf hohem Niveau dabei seien, trotz intensiven Trainings keine allzu großen Sprünge mehr schaffen. »Man kann sich normal um etwa 0,5 Prozent verbessern – wenn man ein Prozent schafft, ist das schon bombastisch«, erläutert er. Das habe sich auch bei dem einen Quali-Rennen gezeigt, bei dem Franziska Preuß mitgelaufen sei: Sie war deutlich schneller als die Lauf-Zweitschnellste, die ohnehin ebenfalls laufstarke Vanessa Hinz (SC Schliersee/Stützpunkt).

Neben den Olympischen Spielen ist für Mehringer und sein Team natürlich auch der Heim-Weltcup in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena ein Saisonhöhepunkt. Angesichts der derzeitigen Corona-Lage ist noch unklar, welche Regelungen im Hinblick auf die Fans bei den Wettkämpfen vom 12. bis 16. Januar 2022 gelten werden. »Wir hoffen natürlich auf die Unterstützung durch das Heimpublikum – aber das liegt nicht in unseren Händen.«

Daher konzentrieren sich Trainer und Sportlerinnen darauf, zu beeinflussen, was sie beeinflussen können. Das heißt: möglichst gut zu trainieren, um eine erfolgreiche Saison zu absolvieren. Mit möglichst vielen Spitzenplätzen – besonders in Ruhpolding und Peking ...

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