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Erfolgreich, engagiert und »eine coole Truppe«

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Der hoffnungsvolle Basketball-Nachwuchs des TV Traunstein (von links): Trainer Valentin Rausch, Frederik Jürgens, Vincent Ring, Niklas Joerger, Jakob Günther, Florian Pavic, Tobias Steiner, Trainer Felix Gmeindl, Lukas Schwankner, Thomas Pfaffenzeller, Sebastian Foltys und Anian Varga.

Ihre Lieblingsmannschaft ist der FC Bayern – natürlich! Doch fragt man nach den Lieblingsspielern oder Vorbildern dreht es sich ausnahmsweise einmal nicht um Bastian Schweinsteiger, Franck Ribéry oder David Alaba. Chevon Troutman, Heiko Schaffartzik oder John Bryant sind angesagt – und natürlich der deutsche Ausnahmespieler Dirk Nowitzki. Die Buben und Mädchen, die sich zweimal pro Woche zum Training treffen, sind nämlich keine Fußballfans, sondern eingefleischte Basketball-Anhänger und Aktive des TV Traunstein.


An diesem Nachmittag trainiert die U-14-Mannschaft der Burschen. Angeleitet werden die lebhaften Teenager von Felix Gmeindl und Valentin Rausch, beide Leistungsträger der Bezirksliga-Herrenmannschaft des TVT. Valentin ist 19, Felix wird in diesen Tagen 20 Jahre jung. Valentin geht bereits »eine gefühlte Ewigkeit« auf Korbjagd, Felix ist seit fünf Jahren aktiv. Als Trainer arbeitet das Duo seit drei Jahren. »Im Verein haben sie zu uns gesagt, die Jungen sollen sich mal als Übungsleiter probieren. Und das hat von Anfang an total Spaß gemacht«, erzählt Felix und Valentin ergänzt: »Wir haben aber auch eine coole Truppe!«

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Nicht nur Spieler, sondern auch Trainer oder »Schiri«

Basketball ist die große Leidenschaft der beiden; das ist deutlich zu spüren. Felix, Flügelspieler beim TVT, darf sich inzwischen staatlich lizenzierter Übungsleiter nennen. Regelmäßig nehmen die Trainer des Vereins an Ausbildungslehrgängen an der Sportschule Oberhaching teil oder besuchen die »Coach-Kliniken« des FC Bayern. Valentin ist neben dem zweimaligen Training als Aufbauspieler mit der Bezirksliga-Mannschaft und den Übungseinheiten mit der U 14 zusätzlich noch als Schiedsrichter im Einsatz. Das habe ihm eine neue Sichtweise auf das Spielgeschehen vermittelt, erzählt der 19-Jährige: »Ich war als Spieler immer recht temperamentvoll bei vermeintlichen Fehlentscheidungen. Jetzt verstehe ich die Situation der Unparteiischen viel besser: Jeder Schiedsrichter gibt in jedem Spiel sein Bestes«, bricht er eine Lanze für die Spielleiter.

Geradezu ins Schwärmen gerät das gleichberechtigte Trainergespann, wenn es um »ihre« U 14 geht. Die steht als Aufsteiger an der Tabellenspitze der Bezirksliga. Von neun Partien gewann die Mannschaft acht; sogar der »große« FC Bayern wurde in die Knie gezwungen. Lediglich dem TSV Wasserburg musste man sich beugen. Diese Scharte soll aber in der Rückrunde ausgewetzt werden, bekräftigt Felix: »Natürlich würden wir gerne Meister werden und gleich noch einmal aufsteigen. Aber schon zum jetzigen Zeitpunkt ist die Saison für die U 14 überaus erfolgreich verlaufen.«

Motivationsprobleme kennen Felix Gmeindl und Valentin Rausch bei ihren Schützlingen nicht. »Die Jungs sind alle sehr ehrgeizig. Man merkt ihnen die Freude am Basketballsport an. Dann stellt sich auch der Erfolg ein«, berichtet Felix.

Lukas Schwankner und Niklas Joerger gehören der erfolgreichen U-14-Mannschaft an. Den beiden 13-Jährigen sind die Begeisterung für Basketball und das Talent quasi in die Wiege gelegt worden. Der Vater von Lukas, TVT-Abteilungsleiter Stefan Schwankner, war einst in der Oberliga (heutige Bayernliga) aktiv, Niklas ist durch seine Mutter, Damentrainerin Tanja Klaus-Joerger, »in den Sport hineingewachsen«, wie er selbst sagt. Lukas spielt inzwischen seit sieben Jahren Basketball. »Ich war von Anfang an gar nicht schlecht, habe gleich erste Körbe geworfen. Dann bin ich dabei geblieben«, erzählt der Aufbauspieler, der seinen Trainer Valentin Rausch als sein Vorbild angibt.

Inzwischen haben Lukas und Niklas zusätzlich eine Ausbildung als Schiedsrichter begonnen; mit einem älteren, erfahrenen Unparteiischen an ihrer Seite dürfen sie mittlerweile sogar Spiele leiten. »Es macht echt Spaß, wenn man mal das Kommando hat«, grinst Flügelspieler Niklas. Von siegreichen Ligaspielen oder spannenden Einsätzen als Unparteiischer kann der zehnjährige Felix Schwankner vorerst nur träumen; aber natürlich ist auch er schon mit viel Engagement dabei, um seinem älteren Bruder und dem Papa nachzueifern.

Immer häufiger Kinder mit Koordinationsproblemen

Die Freude am Sport wecken, die Spielregeln näher bringen und mit viel Zuspruch die Leistungen verbessern – darin sehen Felix und Valentin ihre Hauptaufgaben als Trainer. Immer häufiger muss aber auch die Koordination der Nachwuchs-Korbjäger geschult werden. »Das mögen sie zwar nicht sonderlich, aber teilweise kommen die Kinder zu uns und können nicht rückwärts laufen, stolpern über ihre eigenen Füße oder verlieren das Gleichgewicht«, erklärt Valentin, der es etwas bedauert, dass sein Sport trotz der Erfolge des FC Bayern Basketball und der NBA-»Ikone« Dirk Nowitzki gegenüber dem allseits präsenten Fußball immer noch einen relativ schweren Stand hat: »Der Fußball zieht viele Talente ab. Und auch in den Medien könnte die Präsenz des Basketballs noch größer sein.«

Apropos Präsenz: Obwohl die Basketball-Abteilung des TVT aktuell knapp 120 Nachwuchs-Talente im Alter von 7 bis 19 Jahren in ihren Reihen hat und damit unter 250 Basketballvereinen in Bayern im Jugendbereich auf Rang 18 rangiert – beachtlich für eine Stadt in der Größenordnung Traunsteins – werden nach wie vor Basketball begeisterte Kinder gesucht – vor allem Mädchen.

»Ästhetischer Sport – auch für Mädchen«

Julia Kern ist vor zwei Jahren durch eine Aktion des TVT an ihrer Schule auf den Sport aufmerksam geworden. Seitdem ist die 13-jährige Centerspielerin mit Feuereifer bei der Sache. »Auch wenn neben der Schule und den vielen Hausaufgaben und zweimal Training in der Woche nicht mehr so viel Zeit für andere Freizeitaktivitäten bleibt«, schränkt sie vorsichtig ein. Dennoch würde sie – wenn sie etwas älter ist – gerne auch noch als Trainerin tätig sein. »Basketball ist ein sehr eleganter, ästhetischer Sport – auch für Mädchen«, sagt sie begeistert.

Doch all' diese Aktivitäten für die Kinder und Jugendlichen im Verein wären nicht möglich, wenn nicht – meist gänzlich unbemerkt im Hintergrund – viele engagierte Mütter und Väter tatkräftig mithelfen würden. Sie fahren die Nachwuchs-Korbjäger zu den Auswärtsspielen oder sorgen bei den Heimspieltagen für das leibliche Wohl der Zuschauer. Sie seien an dieser Stelle ebenfalls einmal gewürdigt!

Wer jetzt Lust am Basketball bekommen hat, kann jeweils freitags – außer in den Ferien – ab 16 Uhr beim Schnuppertraining vorbeischauen. Weitere Auskünfte erteilt auch gerne Stefan Schwankner unter Telefon 0861/209 76 96. mia