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»Erfolg und Katastrophe liegen eng zusammen«

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Der heimische Freerider Tom Leitner (vorne) war ebenfalls beim Filmprojekt dabei. Er musste die Tour nach einem schweren Sturz aber vorzeitig abbrechen. Der Film »Snowmads – A Journey Towards Eastern Suns« ist am Freitag nun in Salzburg zu sehen. (Foto: Jonas Blum/NineOne)

Das wird ein ganz besonderer Abenteuer-Abend werden. Der österreichische Freeride-Profi Fabian Lentsch stellt am kommenden Freitag um 18.30 Uhr in der Panzerhalle in Salzburg (Siezenheimer Straße 39 A-D) seinen neuen Film »Snowmads – A Journey Towards Eastern Suns« vor. Zudem zeigt der Traunsteiner Bergsteiger Otto Huber im Rahmen dieses Filmabends einen Diavortrag über seine Reisen in die Bergregionen Afghanistans – das Außergewöhnliche dabei: Huber machte damit eine ähnliche Tour wie Lentsch und seine Kollegen bereits in den 60er Jahren. Damit treffen quasi Gegenwart und Vergangenheit in einer überaus spannenden Gegenüberstellung aufeinander.


Spannender Vergleich: Otto Huber zeigt Diavortrag

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»Es gibt da durchaus interessante Parallelen und ich habe mir gedacht, dass das eine spannende Sache sein könnte«, betont auch der heimische Freerider Tom Leitner, der diesen Filmabend miteingefädelt hat. Auch Huber und Lentsch waren von der Idee des Grabenstätters sofort begeistert.

»Es ist einfach interessant zu sehen, wie sich etwa die Selbstdarstellung im Laufe der Jahre geändert hat«, erzählt Leitner. »Huber hat uns gesagt, dass man sich damals nie getraut hätte, Emotionen zu zeigen«, betont Leitner. »Dabei hatten sie damals das gleiche Gefühl wie wir heute.« Der Vergleich zwischen dem Film und dem Diavortrag ist damit eben auch ein »Spiegel der Zeit«.

In dem Film begibt sich der österreichische Freeride-Profi Fabian Lentsch auf eine Entdeckungsreise in den Mittleren Osten. In einem alten Feuerwehrauto, das er zu einem Abenteuermobil umgebaut hat, bereiste er zusammen mit einer Gruppe gleichgesinnter Skifahrer und Freunde unter anderem die Türkei, Armenien, Iran und Georgien. Lentsch begleiteten unter anderem Tobi Tritscher, Markus Ascher, Roman Rohrmoser und Jochen Mesle.

Mit dabei auf einem Stück seines Wegs war aber auch Tom Leitner – allerdings endete das Abenteuer für den Grabenstätter im Iran unglücklich, nämlich mit einer schweren Verletzung. Eine Episode des Films, der am 12. Dezember auch auf Red Bull TV gezeigt wird, widmet sich Leitners Unfall. »Ich habe richtiges Glück gehabt«, erinnert sich Leitner an seinen verhängnisvollen Sprung hoch oben in den Bergen des Irans. »Ich habe schon beim Absprung gemerkt, dass ich komplett in einem Steinfeld landen werde.«

Leitner stürzte und verletzte sich dabei schwer am Knie, wieder einmal. Die bittere Diagnose: Kreuzbandriss, zudem wurden auch das Innenband und der Meniskus in Mitleidenschaft gezogen. Noch am Berg rief er seine Lebensgefährtin an, die sofort alles für den Rückflug organisierte. »Ich bin im Iran gar nicht zum Arzt, das war mir zu unsicher«, erzählt Leitner, der mit einem Ski und den Stöcken noch selber mühsam vom Berg runterfuhr. Bereits am nächsten Tag ging es zurück in die Heimat. »Im April bin ich dann operiert worden.« Mittlerweile geht es dem 33-Jährigen wieder einigermaßen gut. »Mein Ziel ist es, bis Weihnachten wieder zu 100 Prozent auf den Skiern zu stehen«, betont er.

Seinen Sturz hatte er sich übrigens schon im Vorfeld der Filmpremiere einmal angeschaut. »Es ist einfach grausig, das zu sehen«, betont er. Dennoch wird er wieder auf die Piste und in die Berge zurückkehren. »Bei solchen Abenteuern liegen Erfolg und Katastrophe eben ziemlich eng zusammen. Das ist halt so«, betont er.

Die Geschichte mit dem Truck, der übrigens in Salzburg zu sehen sein wird, geht auch weiter – und von der ist Tom Leitner einfach überzeugt. Schließlich geht es diesmal nicht ausschließlich darum, das Freeriden zu zeigen. »Die Skiszenen sind sogar eher in der Unterzahl«, betont Leitner. »Diesmal sieht man auch viel von den Ländern, den Kontakt mit den Menschen. Der Film möchte gerne Vorurteile abbauen«, hebt er hervor.

Leitner will wieder mitmischen

Für die Fortsetzung hat Fabian Lentsch jedenfalls schon genaue Pläne. In diesem Winter möchte er gerne in den Alpen bleiben. Leitner will beim Projekt auf jeden Fall wieder mitmischen. Und auch ein anderes Filmprojekt könnte in diesem Winter in die Tat umgesetzt werden – dabei sollen die verschiedenen Facetten des Skifahrens aufgezeigt werden. »Felix Neureuther wird da auch dabei sein«, verrät Tom Leitner. Doch jetzt freut er sich erst einmal auf den besonderen Filmabend am Freitag – und auf den spannenden Vergleich von Gegenwart und Vergangenheit.

Karten für die Veranstaltung, bei der es auch eine Aftershowparty mit DJ Mew Sick geben wird, gibt es unter www.snowmads.world/ im Internet, im Blue-Tomato-Shop Salzburg und im Peak-Experience-Shop direkt in der Salzburger Panzerhalle. SB