weather-image
19°

»Entsprechend mit den Ergebnissen umgehen«

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Die Biathleten Lowell Bailey (von links) und Susan Dunklee sowie Bernd Eisenbichler, dem »Chief of Sports« im US-Team, feierten ihre Erfolge bei der WM in Hochfilzen. (Foto: S. Huber)

Es waren die größten Überraschungen bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Hochfilzen: Die beiden Medaillen für die US-Amerikaner Lowell Bailey mit Gold im Einzel und die Silbermedaille im Massenstart für Susan Dunklee. Erfolge, hinter denen auch Bernd Eisenbichler steckt. Der Siegsdorfer ist 1999 zu den amerikanischen Biathleten gewechselt und hat mittlerweile als »Chief of Sports« das Sagen.


»Es war ein tolles Erlebnis und mein persönlicher Höhepunkt, seit ich bei den Amerikanern bin«, sagte Eisenbichler bei einem Abstecher nach Siegsdorf. Nach der WM kam er mit rund 40 Sportlern und Betreuern zu einer spontanen Feier ins Café Weinmüller. Dieses führt der ehemalige Langlauftrainer Hans Reiter.

Anzeige

Eisenbichler ist angesichts der Leistungen von Bailey und Dunklee immer noch ein wenig sprachlos. »Dass es ausgerechnet bei einer WM klappt, ist Wahnsinn. Vor allem, dass sie beide so gut geschossen haben.« Gerade Bailey hatte immer wieder in den wichtigen Rennen mit dem berühmten letzten Schuss gehadert.

Aber auch das Material der amerikanischen Skijäger war bei der WM in einer Top-Verfassung. Dank Knowhow aus dem Chiemgau, muss man sagen. Der Schlechinger Muck Bauer mit seinen Helfern Christian Sieler, Toni Lang und Hansi Stöckl sorgte dafür, dass die Sportler schnelle Bretter unter den Füßen hatten. »Was Besseres hätte dem amerikanischen Biathlon nicht passieren können«, freute sich Eisenbichler. Schließlich wird es dadurch eine bessere finanzielle Unterstützung geben und möglicherweise neue Sponsoren.

In den USA haben es viele Sportarten nicht leicht, gegen Baseball, American Football, Basketball und Eishockey zu bestehen. »In manchen Gegenden haben wir eine große Langlaufkultur. Hier können wir auf alle Fälle die Attraktivität steigern. Wir müssen jetzt nur dementsprechend mit den Ergebnissen umgehen«, denkt Eisenbichler schon an die Zukunft.

Bis zum Samstag sind die Amerikaner in Inzell und trainieren in der Chiemgau-Arena in Ruhpolding. Schließlich stehen noch drei Weltcups auf dem Programm. Der nächste wird auf den olympischen Strecken in Südkorea ausgetragen, wo nächstes Jahr die Olympischen Spiele stattfinden. »Das ist für Sportler und Betreuer sehr wichtig. Wir werden uns die Strecken genau anschauen«, so Eisenbichler.

Er hofft jetzt auf weitere Erfolge. »Die Winterspiele sind für uns unwahrscheinlich wichtig. Sollten wir da auch erfolgreich sein, würden wir einen weiteren Hype auslösen. Die Amerikaner kann man schnell für etwas begeistern«, weiß Bernd Eisenbichler. SHu