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»Enormes Potenzial« bei den Eisschnellläufern

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Roxanne Dufter (vorne) hat in Astana mit dem 9. Platz über 1500 Meter das erste Top-10-Ergebnis ihrer Karriere in einem Weltcup-Einzelrennen erreicht. (Foto: Wukits)

»Wir sind weiter als vor einem Jahr und der Weg zeigt weiter nach oben«, so formuliert es der Trainer der Inzeller Eisschnelllauf-Gruppe, Danny Leger, nach den beiden Weltcups in Astana und Heerenveen. »Die Motivation ist da, technisch und physisch haben wir noch enormes Potenzial.«


Immerhin haben seine fünf Sportler schon zu diesem frühen Zeitpunkt für Glanzpunkte gesorgt. Vor allem der Jüngste im Team, Joel Dufter, sorgte über die 1000 Meter in Heerenveen für einen Paukenschlag. Mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 1:08,86 Minuten wurde er Fünfter und hatte das Podest in Reichweite. »Ich habe mich an diesem Tag sehr stark gefühlt und war richtig motiviert«, freut sich der 21-Jährige. Vor allem die Lust am Laufen war es, die ihm schier Flügel verlieh. »Das war absolute Klasse, wir wissen, dass er viel drauf hat. Diesmal hat alles hingehauen«, freute sich Leger.

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Punktekonto im Weltcup ausgebaut

Damit machte Dufter auch seinen 16. Platz über die 1000 Meter in Astana wett – ein etwas unglücklicher Lauf. »Wenn ich sechs Hundertstel schneller bin, laufe ich auf Platz 11«, ärgerte er sich ein wenig. Trotzdem erhöhte er sein Punktekonto im Weltcup, diese sind für einen Start bei der Einzelstrecken-WM sehr wichtig.

In Heerenveen schickten ihn die Trainer auch über die 500 Meter aufs Eis. Mit 35,80 Sekunden sicherte Joel Dufter Deutschland einen zweiten Startplatz für die Europameisterschaft. Einen kleinen Dämpfer erlebte er im Team-Sprint zusammen mit den Ihle-Brüdern: Der 5. Platz reichte schließlich, um sich für das Weltcupfinale zu qualifizieren.

Für Roxanne Dufter und Gabi Hirschbichler gab es im Team-Pursuit ganz neue Glücksgefühle: Hinter Japan schafften sie zusammen mit Isabell Ost in der neuen Thialf-Halle in Heerenveen mit dem 2. Rang den Sprung aufs Stockerl. »Das war ein hervorragender, aber nicht ganz perfekter Lauf«, meint Leger über das Geschenk seiner Damen zu seinem 37. Geburtstag.

»Zum ersten Mal habe ich zwei Runden geführt, das hat super geklappt«, freut sich Gabi Hirschbichler. Sie hatte bereits in Astana Grund zum Strahlen: Über 1500 Meter holte sie sich in 1:58,22 Minuten den Sieg in der B-Gruppe. Nicht zufrieden war sie mit dem 11. Platz über 1000 Meter (1:16,74) in der A-Gruppe. In Heerenveen wurde sie über 1500 Meter in 1:59,13 Minuten in der A-Gruppe 13.

Den Platz davor sicherte sich Roxanne Dufter in 1:58,77 Minuten. In Astana hatte Dufter über 1500 Meter mit dem 9. Platz das erste Top-10-Ergebnis ihrer Karriere in einem Weltcup-Einzelrennen erreicht. Über 1000 Meter verhaute sie in Astana ihren Lauf gewaltig und musste in die B-Gruppe. Mit dem 3. Platz in der B-Gruppe in Heerenveen reparierte sie den Schaden umgehend und stieg wieder ins Konzert der Großen auf.

»Die 1:58 über 1500 Meter habe ich jetzt im Schlaf drauf«, meint Roxanne Dufter. »Leider mache ich noch zu viele Fehler. Ich muss mich technisch weiter verbessern.« Große Freude machte ihr der 2. Platz im Team. »Mein erstes Podium. Ziel ist jetzt eine Medaille bei der Weltmeisterschaft«, erklärt Roxanne Dufter optimistisch.

Nicht überrascht ist Leger von den Leistungen Gabi Hirschbichlers. Diese wird Ende des Monats 33 und ist spritzig wie nie auf dem Eis unterwegs. »Sie hat sich in den letzten drei bis vier Jahren technisch stark verbessert und ist mental und physisch sehr stark«, lobt der Trainer.

Sorgen hatte Leger vor der Reise nach Astana, ob Langstreckenspezialist Moritz Geisreiter überhaupt mitfahren sollte. Den »Langen« plagte eine Erkältung. Immerhin kam er über die 5000 Meter in 6:25,83 Minuten auf den 5. Platz. Im Team reichte es mit Patrick Beckert und Hubert Hirschbichler nur zum 9. Platz. »Die 5000 haben ganz gut begonnen«, meint er. »Hinten raus bin ich etwas eingebrochen, weil ich zu schnell angegangen bin.«

Ein lässiges Rennen lieferte er dann in Heerenveen über die 10 000 Meter und seinem 6. Platz in 13:11,34 Minuten. »Eine neue Halle und tolles Eis, das hat mir gefallen. Die letzten Runden hat mir dann mein Gegner aus Japan noch richtig 'Feuer unter dem Hintern' gemacht. Die Zuschauer sind voll mitgegangen und ich habe ihn auf der Zielgeraden noch hinter mir gelassen«, freut sich Geisreiter und hofft: »Da geht noch mehr, der Weg stimmt.«

Ansprechende Leistung von Hubert Hirschbichler

Auch Hubert Hirschbichler zeigte bei beiden Weltcups ansprechende Leistungen. In Astana wurde er über 1500 Meter in der B-Gruppe Achter und in Heerenveen Sechster. »Zum Aufstieg hat nicht viel gefehlt, leider hat es nicht ganz mit der A-Gruppe gereicht. Mein Ziel ist jetzt der Weltcup in Berlin im Januar«, sagt Hirschbichler.

Für die Inzeller Kufenflitzer geht es jetzt mit dem deutschen Team nach Lanzarote in die Sonne mit intensiven Trainingseinheiten. »Ich habe gesehen, dass sie die Belastungen der bisherigen vier Weltcups gut weggesteckt haben. Also: Urlaub wird das keiner«, kündigt Leger an. Am 23. Dezember kommen die fünf Inzeller rechtzeitig zu Weihnachten nach Hause. SHu