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Stephan Schmidhuber (rechts), ehemaliger Bayernliga-Spieler und Trainer des SV Kirchanschöring, soll dem talentierten Nachwuchs auf die Sprünge helfen. (Foto: Butzhammer)

Das Nachwuchs-Leistungszentrum (NLZ) des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) in Traunstein existiert erst wenige Wochen, doch erste Personalentscheidungen in Sachen Trainerteam wurden bereits getroffen. Wie NLZ-Leiter Ludwig Trifellner im Rahmen einer Info-Veranstaltung im Jakob-Schaumaier-Sportpark bekannt gab, wird der ehemalige Kirchanschöringer Bayernliga-Spieler und -Trainer Stephan Schmidhuber die jungen Kicker trainieren.


Das genaue Aufgabengebiet des 34-jährigen dreifachen Familienvaters stehe zwar noch nicht fest, meint »Lu« Trifellner, doch ein Mann mit Schmidhubers Erfahrungsschatz sei in jedem Fall »eine unheimlich gute Lösung für unser NLZ«. Wie außerdem durchsickerte, wird Gerry Straßhofer als Koordinator der B-Junioren fungieren. Dieselbe Funktion bei den D-Junioren erhält sein Bruder Siegi Straßhofer (beide aus Traunreut), und für den C-Junioren-Bereich wird Armend Behrami (ehemaliger Co-Trainer des Traunsteiner SBC-Landesliga-Teams) als Koordinator zuständig sein.

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Nicht mehr im Stützpunkt tätig sein wird Hermann Reiter. Der Grund: Ein NLZ-Trainer muss laut »Vorgabe von oben« eine Mannschaft des Vereins trainieren. Das ist bei Reiter jedoch nicht der Fall, weil der sich entschieden hat, den FC Grünthal aus der Herren-Kreisliga zu übernehmen.

»Eines muss jedem klar sein: Der Verein, also der SB Chiemgau, wird kurzfristig nichts ernten. Im Gegenteil: Er wird hohe Kosten decken müssen«, betonte DFB-Koordinator Peter Wimmer aus Bad Endorf. »Irgendwann wird es aber normal sein, dass die SBC-Nachwuchsteams in der Bayernliga vertreten sind. Doch das muss langsam wachsen, wir werden das nicht mit Gewalt durchziehen.« Wichtig sei, so Wimmer, »dass die Strukturen stehen, und das ist in Traunstein absolut der Fall – ich habe hier vollstes Vertrauen in die Stadt, den Landkreis, den Verein und das gesamte Umfeld. Die Funktionäre haben in kürzester Zeit beste Voraussetzungen geschaffen.«

Zahlreiche Interessierte aus umliegenden Vereinen – an der Spitze sogar Trainer der höherklassigen Herrenteams wie Patrick Mölzl (SV Kirchanschöring) oder Tom Stutz (TuS Traunreut) – waren erschienen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Auch Stefan Fritzenwenger, Jugendspielleiter der Gruppe Ruperti, hörte sich die Ausführungen von Wimmer und Trifellner aufmerksam an – und meldete sich prompt auch selbst zu Wort: »Auch wir beim SV Oberteisendorf sind sehr stolz darauf, dass vier Spieler in Kirchanschöring in der Bayernliga spielen.« Ähnlich sollten dies die Vereine aus der Region ab sofort betrachten, falls sie Spieler für das NLZ herausbringen.

Diesbezüglich meinte Wimmer mit Vehemenz: »Das Blockieren oder Verstecken eines Talents – das geht nicht!« Die Vereine sollten stattdessen mit dem Leistungszentrum eng zusammenarbeiten. »Ein Spieler kann auch regelmäßig zum Training nach Traunstein geschickt werden, wenn er noch für seinen Heimatverein spielt«, dies alles sei jedoch »kein Muss«, erklärt der DFB-Vertreter. Entscheidend sei, so Wimmer und Trifellner unisono, dass die Spieler kurze Wege haben, um in der Großen Kreisstadt gefördert und geformt zu werden und nicht mehrmals pro Woche auf der Autobahn nach München oder woanders hin gekarrt werden müssen.

Auch auf den Torwart-Stützpunkt Traunstein ist der ehemalige Bayern-Keeper Trifellner sehr stolz. So kann er – auch in seiner Funktion als Sportlicher Leiter des SB Chiemgau – bereits Vollzug im Hinblick auf die neue Saison melden: »Dann werden wir mit Peter Huber und Patrick Herzog – beide aus den eigenen Reihen – sowie dem Neuen von der SpVgg Unterhaching, Lars Lewerenz, gleich drei junge Keeper für die Bezirksoberliga-A-Junioren beziehungsweise für die beiden Herrenmannschaften zur Verfügung haben.« cs