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Endlich auf glattem Untergrund unterwegs

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Wann kann er sich mal wieder so heiße Positionskämpfe mit seinen Konkurrenten liefern wie hier? Luca Bauer (links, Nr. 18) weiß es nicht – aber er will gut vorbereitet sein und trainiert daher derzeit in Schweden. (Foto: Weitz)

Große Freude bei Luca Bauer: Der Eisspeedway-Pilot aus Reit im Winkl kann nun endlich ein Trainingslager absolvieren. »Ja, wir sind jetzt in Schweden. Dort ist es endlich kalt genug geworden, und sie haben hier eine Bahn hergerichtet«, freut sich der 22-Jährige.


Zuvor hatte er – allerdings vergeblich – versucht, in Russland zum Training zugelassen zu werden. Er hatte zudem die Einladung des Sportministeriums aus der Region, in der er sogar in der russischen Liga antreten hätte können. »Das nützt derzeit alles nichts«, weiß er. Auch das noch gültige Zwei-Jahres-Visum für Russland, das normalerweise ausreichend gewesen wäre, sei derzeit nicht hilfreich. Es gibt wegen der Corona-Pandemie keine Einreisegenehmigung. Mit Rekordweltmeister Nikolaj Krasnikow (Russland), der ihm immer wieder Tipps gibt, konnte er sich deshalb dort auch nicht treffen. »Wir haben halt telefoniert – aber das ist schon alles irgendwie blöd«, bedauert der junge Pilot. Doch nun spielt wenigstens das Wetter im hohen Norden mit, und Luca Bauer plant – je nach Wetterlage – zehn bis 14 Tage Aufenthalt in Schweden ein. Schließlich geht es darum, auch im Rhythmus zu bleiben und überhaupt weitere Fahrpraxis zu sammeln. In der schwedischen Liga geht das allerdings nicht, »da tut sich heuer auch nichts«, weiß der 22-Jährige, der beim Trainingslager unter anderem von seinem Vater Günther Bauer begleitet wird.

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Rein theoretisch wären noch zwei Rennwochenenden für Luca Bauer möglich. Das erste wäre der WM-Lauf in Togliatti (Russland) – doch ob in der Lada-Stadt tatsächlich ein internationales Teilnehmerfeld aufs Eis gehen kann, erscheint angesichts der derzeitigen Visa-Problematik eher unrealistisch. Zumal auch fraglich ist, ob die Veranstaltung nicht auch durch die Welt-Antidopingagentur WADA untersagt würde, da Russland wegen seiner Dopingverfehlungen ja derzeit noch grundsätzlich als Ausrichter für Titelkämpfe gesperrt ist. Ob es hier eine Ausnahmegenehmigung geben könnte – es ist ja theoretisch nur einer von mehreren WM-Läufen, und die Dopingfälle waren nicht dem Motorsport zuzurechnen – erscheint zumindest unsicher.

Naheliegender wäre für Bauer daher ein Start bei den Europameisterschaften, die am 13. März in Tomaszow Mazowiecki (Polen) angesetzt sind. »Aber selbst da wissen es die Veranstalter noch nicht ganz genau«, berichtet der Reit im Winkler. Auch von dieser Unklarheit will er sich jedoch nicht beeindrucken lassen: Für ihn geht es erst einmal darum, möglichst viele Testrunden in Schweden zu drehen.

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