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Eisspeedway-Trio nicht ganz zufrieden

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Er war bei der Team-WM punktbester deutscher Fahrer: Max Niedermaier. (Foto: Weitz)

Nicht ganz zufrieden war das deutsche Trio mit seinem Ergebnis bei der Eisspeedway-Team-WM in Togliatti (Russland): Mit 34 Punkten belegten Stefan Pletschacher (Ruhpolding), Max Niedermaier (Edling) und Hans Weber (Schliersee/MSC Teisendorf) den vierten Platz und verfehlten Bronze hinter Österreich (38) knapp.


Es war mehr drin, doch Stürze, Verletzungspech und gesundheitliche Probleme bremsten die deutschen Piloten teilweise aus. Am ersten Tag hatte das deutsche Team gleich im ersten Lauf Pech: Niedermaier stürzte und traf Weber, der danach wegen einer Handverletzung erst wieder im letzten »Länderkampf« des Tages aufs Eis konnte.

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So war die deutsche Strategie dahin, dass Niedermaier und Weber auf dem verhältnismäßig guten Eis zunächst einmal die meisten Läufe absolvieren sollten, während der gesundheitlich noch immer angeschlagene Pletschacher erst einmal geschont werden sollte. Doch schon im Wiederholungsdurchgang des ersten Laufes musste er ran, weil ja Niedermaier als Sturzverursacher disqualifiziert und Weber verletzt war. »Seit ich mir in Schadrinsk an der Schulter einen Nerv eingeklemmt habe, spielt der Unterarm nicht mehr mit. Trotz Physio-Behandlungen wird der Arm schon nach wenigen Läufen kraftlos, so kann man nicht die richtige Linie fahren. Das tut mir leid fürs Team«, berichtet der 40-Jährige.

Am zweiten Tag fuhr Weber dann gleich zum Auftakt in die Strohballen und musste verletzt den Rest der Wettbewerbe pausieren. Pletschacher ärgerte sich vor allem über den Lauf gegen die Kasachen: »Da habe ich drei Punkte liegen gelassen, weil sogar beide an mir vorbeigekommen sind. Auch wenn man zugeben muss, dass der Wladimir Tscheblakow gerade am zweiten Tag wirklich gut gefahren ist.«

So nutzte nicht einmal ein 5:1-Erfolg im abschließenden Derby gegen Österreich noch etwas, um die erhoffte Medaille zu schaffen. »Den Speed hätten wir eigentlich gehabt, aber es kamen halt zu viele unglückliche Sachen zusammen«, bedauert Pletschacher. Punktbester Deutscher war Max Niedermaier mit 21 Zählern.

Gold ging erwartungsgemäß an Russland, auch wenn diesmal der WM-Modus verändert worden war: Nach den Läufen aller Teams gegeneinander (je Tag einmal) gab es noch ein Finale der zwei punktbesten Teams. Russland hatte zuvor mit 60 Zählern das Punktemaximum geholt, Schweden (52) nur in den Duellen mit dem Rekordweltmeister jeweils Punkte eingebüßt. Doch auch im Finale setzten sich die Russen wiederum durch. Für Pletschacher geht es – nachdem er den WM-Auftakt in Almaty (Kasachstan) versäumt hatte – nach gut dreieinhalb Wochen nun wieder in die Heimat. Weber und Niedermaier – beide bereits in Almaty am Start – waren sogar eine Woche länger unterwegs.

Nun gilt es für die heimischen Piloten, sich von den Reisestrapazen – allein Pletschacher absolvierte in dieser Zeit gut 15 000 Reisekilometer, in der ganzen Saison waren es bislang 28 000 km – zu erholen. Denn am Donnerstag, 28. Februar, steht für sie in Berlin der nächste Höhepunkt an: die Deutsche Meisterschaft. Dort geht es unter anderem darum, sich einen der deutschen WM-Qualifikationsplätze für die nächste Saison zu sichern.

»Dort ist alles möglich, auch wenn der Hans Weber momentan führend ist«, weiß Pletschacher. Er selbst hofft nun darauf, durch intensive physiotherapeutische Behandlung noch schnell genug für die DM fit zu werden. »Die Geschwindigkeit passt, die Maschinen laufen gut. Es liegt allein an der körperlichen Verfassung, ob ich antreten kann oder nicht«, so der 40-Jährige. Klar sei aber auch: »Ich entscheide das erst nächsten Dienstag oder Mittwoch. Denn es hat nur einen Sinn, mitzufahren, wenn ich auch wirklich gesund bin.« who