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Eishockey-Derby um Platz eins elektrisiert Fans

Unzählige Derbys in den letzten Jahrzehnten liegen hinter den Rosenheimer und Landshuter Eishockeyspielern. Kein Spiel elektrisiert die Fans an der Mangfall so sehr wie das Duell gegen den Erzrivalen aus Niederbayern, das heute, Freitag, 19.30 Uhr, im Kathrein-Stadion über die Bühne geht. Am Sonntag gastieren die Starbulls beim Schlusslicht Heilbronn.

Steht er heute wieder im Rosenheimer Tor oder Pasi Häkkinen, der in Bietigheim bei seinem Comeback so glänzend hielt? Frederic Cloutier, der vor jedem Spiel seinen Helm küsst. (Foto: Ziegler)

Rosenheim gegen Landshut – da spitzen alle die Ohren, die schon einmal mit der schnellsten Mannschaftssportart der Welt in Berührung gekommen sind. Plötzlich taucht überall die Frage auf: »Hast du schon Karten für das Derby?« Da verwundert es nicht, dass bereits am Mittwoch fast alle Sitzplätze für das heutige Heimspiel im Kathrein-Stadion ausverkauft waren – die Starbulls-Verantwortlichen rechnen mit einem vollen Haus.

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Natürlich ist es eine besondere Konstellation vor diesem Derby. Der Tabellenzweite Rosenheim trifft auf den Spitzenreiter aus Landshut – und der Sieger dieses Spiels grüßt die Konkurrenz zumindest bis Sonntag von ganz oben. Rosenheim müsste nach 60 Minuten siegen, Landshut reicht theoretisch ein Erfolg nach Verlängerung oder Penaltyschießen für den »Platz an der Sonne«.

Landshut hat momentan einen Punkt Vorsprung auf Rosenheim, Landshut hat nach Bietigheim mit 47 Toren die zweitmeisten Treffer erzielt und zusammen mit den Starbulls (42 erzielte Tore) mit 31 die wenigsten Gegentore erhalten. Die Niederbayern können bis auf Fabio Wagner auf ihren kompletten Kader zurückgreifen, während bei Rosenheim mit ziemlicher Sicherheit wieder vier Akteure fehlen – alles Faktoren, die für Landshut sprechen, doch mit dem 4:2-Erfolg in Bietigheim haben Gottwald und Co ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Dort wo Landshut vor zwei Wochen mit 5:7 baden ging, haben die Starbulls überraschend, fast schon sensationell, gewonnen.

Bei Rosenheim fehlen die beiden Kontingentspieler Shawn Weller und Kim Staal sowie ausgerechnet die beiden gebürtigen Landshuter Maxi Hofbauer und Florian Müller. »Es ist nicht schön, wenn man verletzt ist, aber wenn man der eigenen Mannschaft beim Spiel zuschauen muss, ist das noch viel schlimmer«, erklärte der dänische Nationalspieler Kim Saal vor dem letzten Heimspiel gegen Bremerhaven. Staal wird wegen seiner Schulterverletzung voraussichtlich noch bis nach der Deutschland-Cup-Pause ausfallen. Weller, der zwar am Donnerstag leicht trainierte, wird wohl frühestens nächste Woche wieder eingreifen können. »Staal und Weller fehlen uns besonders beim Überzahlspiel«, sagt Trainer Franz Steer.

»Erster gegen Zweiter – das hat es während einer Saison vielleicht einmal in den glorreichen 80er-Jahren gegeben«, erklärte Steer.

Der Starbulls-Trainer ist übrigens sehr davon angetan, was seine Spieler derzeit abliefern: »Es ist unglaublich, was die Mannschaft leistet. Mit diesen Ausfällen in Bietigheim zu gewinnen ist top.«

Die Bietigheimer boten drei Top-Sturmreihen auf, und auch Landshut wird in Rosenheim mit drei Top-Reihen auflaufen. Der EVL kann es sich sogar leisten, den gelernten Stürmer Billy Trew Verteidiger spielen zu lassen. Vantuch/Abstreiter/Davidek, Thornton/Morris/Armstrong, sowie Max Brandl, Ostwald und Forster – die Landshuter Offensive ist enorm stark besetzt.

Wie groß der Unterschied zwischen den Rosenheimer und den Landshuter Formationen ist, zumindest was die Erfahrung betrifft, machen folgende Zahlen deutlich: Rosenheims dritte Sturmreihe mit Robin Hanselko, Robert Schopf und Marcus Marsall samt dem Verteidiger-Duo Michael Rohner/Marinus Kritzenberger kommt auf einen (!) DEL-Einsatz. Im Vergleich dazu: Landshuts dritte Reihe mit Forster/Ostwald/Brandl mit ihren Verteidigern Daschner und Kronthaler kommen zusammen auf sage und schreibe 510 (!) DEL-Einsätze. Aber: DEL-Einsätze schießen keine Tore und Rosenheim hat in der laufenden Saison bewiesen, dass man jeden Gegner schlagen kann.

Zwar ging das erste Derby in Landshut mit 2:4 verloren, doch mit dem bisher stets gezeigten starken Willen und den eigenen Fans im Rücken können die Starbulls auch den EVL packen.

Wer heute gegen Landshut im Rosenheimer Tor steht, wollte Franz Steer gestern noch nicht verraten: »Ich schaue mir erst das Abschlusstraining an und dann entscheide ich, ob Pasi Häkkinen oder Frederic Cloutier im Tor stehen. Auf alle Fälle wird jeder an diesem Wochenende ein Spiel absolvieren.« bz