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Eine WM-Medaille im Hinterkopf

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Der Ruhpoldinger Markus Fischer trainierte zuletzt mit den österreichischen Biathletinnen – auf unserem Bild ist der 51-Jährige mit Katharina Innerhofer zu sehen – in der Chiemgau-Arena. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Die österreichische Biathlon-Nationalmannschaft ist sowohl bei den Herren als auch bei den Frauen fest in deutscher Hand. So ist der Ruhpoldinger Ricco Groß bereits seit zwei Jahren Cheftrainer bei den Männern. Im Frühjahr wurde Markus Fischer zum Cheftrainer bei den Frauen berufen. Ihm zur Seite steht als Schießtrainer Gerald Hönig, der vorher in verschiedenen Funktionen beim DSV als Trainer tätig gewesen ist.


Die vergangenen Tage ist Markus Fischer mit seinem Team nun zu einem Trainingslehrgang in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena gewesen. Für den 51-Jährigen war das ein Heimspiel, schließlich ist er in Ruhpolding zuhause.

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Neben der Vorbereitung auf die kommende Saison nahmen seine Damen auch an zwei internationalen Testwettkämpfen teil. »Es hat alles gut gepasst hier in der Chiemgau-Arena«, fällt das Resümee von Fischer positiv aus.

Sechs Damen umfasst seine Mannschaft. Zugpferd ist Lisa Hauser, aber auch Katharina Innerhofer, Julia Schwaiger und Christina Rieder zählen zu den Top-Athletinnen im Team. Rieder holte bei der WM in Antholz zuletzt einen tollen siebten Platz im Einzelrennen über 15 Kilometer.

Fischer ist zuversichtlich, dass er seine Damen bis zum Saisonstart Ende November in Finnland auf das gewünschte Niveau bringen wird. Er baut dabei vor allem auf das Potenzial von Lisa Hauser. »Wenn sie mehr Konstanz hat, ist einiges von ihr zu erwarten. Im Laufen hat sie noch Luft nach oben«, sagt Fischer über die Achtzehnte des Gesamtweltcups der vergangenen Saison.

In dieser vorolympischen Saison soll auf das bewährte Trainingssystem gebaut werden. Wichtig sei ihm, eine gewisse Konstanz am Schießstand zu erreichen, sagt Fischer. Hier baut der Trainer ganz auf die Erfahrung von Gerald Hönig, der im Frühjahr zum ÖSV gestoßen ist. »Als ich noch aktiver Biathlet gewesen bin, war der Gerald mal mein Trainer. So schließt sich der Kreis«, erinnert er sich.

Ziele für die kommende Saison hat der Bruder von Biathlonlegende Fritz Fischer einige. Im Nationencup will man unter den Top 10 bleiben. Platzierungen zwischen Platz sechs und acht werden angestrebt, auch mit der Staffel soll es in diesen Bereich gehen. Bei der WM 2021 in Pokljuka wünscht er sich, dass es vielleicht eine seiner Sportlerinnen zur Flower-Zeremonie schafft. »Eine Medaille wäre eine Überraschung«, gibt er zu. Er sagt aber auch, dass Pokljuka ein gutes Pflaster für den ÖSV sei. Dort holte Katharina Innerhofer 2014 mit dem Sprintsieg den bisher einzigen Weltcup-Erfolg für Österreichs Damen.

Froh ist Markus Fischer, dass trotz der Corona-Pandemie die Vorbereitung fast problemlos verlaufen ist. »Wir konnten Anfang Mai wie geplant mit dem Training beginnen. Die Hygienemaßnahmen sind eingehalten worden, wir waren sehr diszipliniert«, lobt er sein Team. Fischer befürchtet aber auch, dass die Weltcups in diesem Winter ohne Zuschauer stattfinden werden. »Ohne Zuschauer tut man sich vielleicht beim Schießen leichter, insgesamt aber ist die Motivation für die Sportler mit den Fans im Rücken schon größer. Wichtig ist aber, dass die Weltcups überhaupt durchgeführt werden.«

Optimistischer ist er in Sachen Olympische Winterspiele 2022 in Peking. »Da gehe ich davon aus, dass es geht«, sagt der erfahrene Coach, der unter anderem schon Nationaltrainer in China und Kasachstan gewesen ist. Seit 2016 hat er beim ÖSV verschiedene Teams betreut, ehe er jetzt im Frühjahr zum Damen-Cheftrainer befördert worden ist. SHu

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