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»Eine unfassbar große Chance«

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Florian Schuster, Vorsitzender der Seeoner Löwen (links), und der ARGE-Vorsitzende Christian Schmidbauer (rechts) freuten sich über den Besuch des 23-jährigen Christian Köppels. (Foto: Donhauser)

Der 1860-Fanclub »Seeoner Löwen« war Gastgeber der Winterregions-Versammlung der ARGE 6 (Oberbayern Südost) der Fans des Fußball-Regionalligisten TSV 1860 München. Als Gast konnten der Vorsitzende der ARGE-6-Region Christian Schmidbauer (Laufen) und Fanclub-Präsident Florian Schuster vom Ausrichter den 23-jährigen Christian Köppel in der Gaststube des Landgasthofes Alter Wirt in Seeon begrüßen.


Schmidbauer beschrieb Köppel als »Verteidiger mit Stürmerblut«. Er betonte, »aus der sehr jungen und ambitionierten Mannschaft sticht Köppel heraus.« Zugleich bedankte er sich bei den »Seeoner Löwen« für die Ausrichtung der Versammlung. Schuster informierte über seinen Fanclub, der über 120 Mitglieder, darunter 30 Kinder und Jugendliche, verfügt. Im Vorjahr konnte der Verein auf 20 Jahre seines Bestehens zurückblicken.

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Seine Mutter schickte ihn zum »richtigen Verein«

Christian Köppel stieß im Alter von 13 Jahren zu den Löwen, er kam von Olympia Moosach an die Grünwalder Straße. »Meine Mutter, ein glühender Löwen-Fan, hat mich gut erzogen und zum richtigen Verein geschickt.« Er selbst hat auch ein großes »Löwen-Herz«, und musste schon immer mit den Blauen leiden. Celtic Glasgow und der FC Liverpool sind auch noch seine Lieblingsklubs. »Sie haben die gleiche Fankultur wie bei uns, das gefällt mir.«

Er gab einen kurzen Abriss über den Restverlauf der Vorsaison in der II. Liga und der jetzigen Spielzeit in der IV. Liga: »Als abzusehen war, dass die Relegation und möglicherweise der Abstieg droht, wurde mit uns jungen Spielern der U-23-Mannschaft gesprochen«, so Köppel. »Das übernahm Trainer Daniel Bierofka, dass es am Ende ein Doppelabstieg war, machte die Situation nicht leichter.« Am Ende drängte die Zeit und eine komplett neue Mannschaft stand auf dem Rasen.

»Ich habe eine unfassbare Chance bekommen, bei Sechzig in der I. Mannschaft zu spielen.« Köppel ist dankbar dafür, beim Tabellenführer der Regionalliga-Mannschaft dabei zu sein und »auch einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben, dass es momentan so läuft.« Aber es ist erst die halbe Miete. Er lobte seinen Coach: »Der 'Biero' ist ein positiv Verrückter, ähnlich wie Arjen Robben. Wir haben den besten Mann auf der Trainerbank, er ist auch zugleich mein Mentor.«

Zudem hebt er die Fans hervor: »Sie kitzeln das eine oder andere Prozent noch aus uns heraus. Das könnte am Ende entscheidend sein in Sachen Aufstieg in die III. Liga.« Da will er mit seinem Team hin.

Er blickte auf eine Woche Vorbereitung zurück. Zum Auftakt am 24. Februar beim 1. FC Nürnberg II müsse das Team bei 100 Prozent sein, weiß er. Die Chancen in der Relegation stünden bei 50:50, »aber es ist noch ein langer Weg dorthin.« Was ihn auch freut, ist die Unterstützung bei den Auswärtsspielen: »Denn das sind wegen der Fans zugleich Heimspiele.« Sein Vorbild ist Peter Kurzweg von Union Berlin (II. Bundesliga), der früher auch bei den Löwen war, »aber unterschätzt wurde.«

Der kleine Moritz aus Seeon wollte wissen, wie man Fußball-Profi wird? »Das Leben, die Art, Fleiß, Disziplin und eine gute Einstellung sind Voraussetzung«, sagte Köppel, der sich auch als gläubiger Mensch bekennt und Vorbild für die Jungen sein will.

Fans sind gespalten

Franz Hell, Beisitzer im ARGE-Vorstand und »Allesfahrer«, ärgert sich über den Absturz in die IV. Liga: »Früher haben wir 20 000 Euro für ein Freundschaftsspiel in Rosenheim bekommen, nun müssen wir dort ein Punktspiel bestreiten.« Die Fans sind laut Hell gespalten, was die Situation zwischen Vorstand und Investor betrifft: »Momentan der Graben tiefer als der Marianengraben.«

Zum Abschluss informierte Schmidbauer über einige anstehende Jubiläen der Fanclubs und bedankte sich bei Christian Köppel und Florian Schuster mit einem Gutschein für eine Chiemseeschifffahrt. td