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Eine Silbermedaille und »einige weitere Höhepunkte«

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Sie holte im Single-Mixed gemeinsam mit Justus Strelow die einzige EM-Medaille für die deutsche Mannschaft: Stefanie Scherer vom Stützpunkt Ruhpolding. (Foto: Wukits) Foto: Ernst Wukits

Eine Silbermedaille und einige vordere Plätze erkämpften die deutschen Biathleten bei den Europameisterschaften in Minsk-Raubichi (Weißrussland). Dass die Titelkämpfe eine harte Herausforderung werden würden, weil gerade die östlichen Nationen großen Wert auf die EM legen, war dabei dem Team des Deutschen Skiverbands bewusst.


»Es war wie erwartet schwierig, weil unter anderem Russland, die Ukraine, Weißrussland und Polen einen Großteil ihrer Weltcup-Teams dabei hatten. Aber wir hatten auch einige Höhepunkte. Neben der Medaille waren das unter anderem die Leistungen von Roman Rees, Lucas Fratzscher und Stefanie Scherer im Sprint, ebenso wie der elfte Platz von Dominic Schmuck in der Verfolgung«, so Remo Krug aus dem IBU-Cup-Trainerteam. »Es gab außerdem einige Mittelfeldplätze. Wir sind nicht enttäuscht, aber es war teilweise doch eher mittelprächtig«, zieht Krug eine gemischte Bilanz. Zu dieser Bilanz trug auch bei, dass wir »auf dem eher dreckigen Kunstschnee nicht immer die optimalen Ski hatten.«

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Und der Schnee bietet auch für den IBU-Cup an gleicher Stätte noch etwas Sorgen: »Es ist relativ warm hier und regnet teilweise. Die Organisatoren geben sich wirklich alle Mühe, aber es ist noch offen, ob der Schnee noch für alle drei Wettbewerbe (zweimal Sprints, einmal Massenstart 60, d. Red.) noch reicht.

Im Sprint und in der Verfolgung der Männer gab es jeweils russische Siege, womit sich Russland (2 x Gold, 2 x Silber) im Medaillenspiegel letztlich hinter Gastgeber Weißrussland (3 - 0 - 1) und vor den drittplatzierten Norwegern (1 - 2 - 3) den zweiten Platz holte. Den Sprint der Männer entschied Matwej Elisejew (23:46,4/1) zu seinen Gunsten – er liegt in der Weltcup-Gesamtwertung auf Rang 15. Auch Silber-Gewinner Andrejs Rastorgujevs (Lettland/+ 4,1/1) ist regelmäßig im Weltcup unterwegs. Rang drei ging an den Norweger Aleksander Fjeld Andersen (+ 25,5).

Stark präsentierte sich hier Roman Rees (SV Schauinsland/+ 30,8/0) vom Stützpunkt in Ruhpolding: Der Sechste hatte nur 5,3 Sekunden Rückstand auf einen Medaillenplatz. Auch Lucas Fratzscher (10./WSV Oberhof/+ 52,7/1) und Dominic Schmuck (17./SC Schleching/+ 1:10,7/1) landeten im Vorderfeld der 119 Teilnehmer. Die weiteren Platzierungen: 39. Danilo Riethmüller, WSV Clausthal-Zellerfeld + 1:46,4/2; 42. Justus Strelow, SG Stahl Schmiedeberg + 1:50,0/2; 44. Florian Hollandt, SWV Goldlauter + 1:52,9/2.

In der Verfolgung setzte sich dann der Russe Sergej Bocharnikow (35:03,9/2) – ebenfalls Stammgast im Weltcup – vor einem norwegischen Trio durch. Rang zwei ging an Sturla Holm Lägreid (+ 6,7/2) vor seinem Landsmann Sivert Guttorm Bakken (+ 23,9/2), der von Rang 20 im Sprint weit nach vorne lief.

Bester Deutscher war hier Dominic Schmuck (+ 1:22,2/2): Der 23-Jährige verbesserte sich auf den 11. Platz. Die weiteren Ergebnisse: 23. Roman Rees + 2:47,4/4; 24. Florian Hollandt + 2:55,3/5; 37. Lucas Fratzscher + 3:38,4/6; 41. Justus Strelow + 4:09,0/4; 49. Danilo Riethmüller + 5:04,3/7.

Bei den Frauen holte sich die Schwedin Elisabeth Högberg Gold im Sprint und Bronze in der Verfolgung. Auf der 7,5-km-Strecke lag die Schwedin (22:39,6/1) vor der Norwegerin Ida Lien (+ 14,4/0) sowie der weißrussischen Weltcup-Teilnehmerin Irina Kryuko (+ 15,9/1). Als beste Deutsche überzeugte hier Stefanie Scherer (SC Wall) aus dem Stützpunkt Ruhpolding: Die 23-Jährige (+ 58,5/0) wurde Achte. Es folgten: 17. Maren Hammerschmidt, SK Winterberg + 1:15,7/1; 25. Marion Deigentesch, SV Oberteisendorf + 1:44,6/0; 38. Anna Weidel, WSV Kiefersfelden/alle Stützpunkt + 2:17,7/0; 40. Vanessa Voigt, WSV Rotterode + 2:19,8/2; 82. Sophia Schneider, SV Oberteisendorf + 4:18,8/6.

In der Verfolgung war Hammerschmidt (+ 2:46,4/4) mit Platz 15 beste Deutsche beim Sieg der Weißrussin Elena Kruchinkina (29:21,1/0). Silber ging an Kristina Reztsowa (Russland/+ 17,6/2) vor Högberg (+ 35,1/3). Die Ergebnisse der deutschen Athletinnen: 21. Vanessa Voigt + 3:34,9/0; 23. Anna Weidel + 3:57,2/1; 33. Stefanie Scherer + 4:38,4/5; 36. Marion Deigentesch + 5:04,4/5.

Für die einzige deutsche Medaille hatte Stefanie Scherer in der Single-Mixed-Staffel gemeinsam mit Justus Strelow gesorgt, als das Duo Silber geholt hatte (wir berichteten). Die vorderen Platzierungen bei der EM haben eine zusätzliche positive Nebenwirkung, denn alle EM-Ergebnisse werden auch in die IBU-Cup-Gesamtwertung mit eingerechnet.

Die Top Ten des Endstands dürfen dann beim Weltcup-Finale in Oslo (Norwegen/20. bis 22. März) mitmischen. Bei den Damen haben derzeit Vanessa Voigt (6.) und Stefanie Scherer (9.) gute Chancen. Maren Hammerschmidt hat – weil sie teilweise auch im Weltcup eingesetzt war – weniger IBU-Cup-Rennen absolviert und weist auf Rang 16 derzeit 56 Punkte Rückstand auf Rang 10 auf. Sie müsste schon herausragende Ergebnisse abliefern, um noch den Sprung zu schaffen. Bei den Männern führt Lucas Fratzscher sogar den IBU-Cup an. Er hat damit nicht nur einen Start in Oslo in Aussicht, sondern wäre im Falle des Gesamtsieges auch für den Saisonauftakt des Winters 2020/21 im Weltcup qualifiziert.

Schon in dieser Woche beim Weltcup in Nove Mesto (Tschechien) ist Roman Rees am Start. Da Philipp Nawrath (SK Nesselwang/Stützpunkt) erkrankt ausfällt, wurde er nachnominiert. Auf einen Startplatz in Oslo kann er auch über das IBU-Cup-Klassement hoffen: Dort ist er Fünfter, sein Vorsprung auf Rang 11 beträgt immerhin 99 Zähler. who

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