Eine »Punktlandung« mit Maximilian Schmid

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Maximilian Schmid gewann mit Ruby Sunrise den Großen Preis der Springreiter auf Gut Ising. (Foto: Weitz)

Das war eine Punktlandung: Kurz bevor der große Regen kam, war der Große Preis von Gut Ising beendet – und damit auch die zweite Turnierwoche des Chiemsee-Pferdefestivals 2020. Den Sieg holte sich dabei Maximilian Schmid vom RV Königsbrunn Fohlenhof. Mit seiner Stute Ruby Sunrise verwies er Basile Bettendorf (PSV St. G. Ingolstadt-Hagau) mit Amadeus d'Oncieres sowie die in Ising arbeitende Elisabeth Meyer (RA SV Leingarten) mit deren Wallach Chicago auf die Plätze.


»Wir haben den Großen Preis etwas vorverlegt, das hat sich bewährt«, zeigte sich Turnierleiter Sepp Beilmaier erleichtert. Insgesamt war die Veranstaltung sehr erfreulich verlaufen, und Beilmaiers Hoffnung, »dass das Wetter schön bleibt«, erfüllte sich – denn erst nach dem Abschluss des Großen Preises setzte der große Regen tatsächlich ein.

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Sportlich boten Spring- und Dressurreiten eine anspruchsvolle Mischung aus Top-Prüfungen und Wettbewerben für den Nachwuchs. In weiteren S-Springen gab es wieder hervorragende Leistungen vieler etablierter Sportler. So gewann Christoph Kaufmann (RFV Jettingen) ein Springen der Klasse S**, das als Qualifikation zum Bayernchampionat diente – vor dem späteren GP-Sieger Maximilian Schmid, der in dieser Prüfung freilich auf Cooper ritt. Dritter wurde Tobias Bachl (RFV Pfarrkirchen). Eine Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse S* entschied Tina Deuerer (RV Eppelheim) zu ihren Gunsten. In einer Amateur-Zwei-Phasen-Springprüfung der Klasse S* setzte sich Lea Kremer (SRC Fünfseenland) an die Spitze – hier wurde Sally-Carina Zwiener (PSC Ising) Dritte, während für den Gastgeber Lisa-Marie Arvai eine Amateur-Springprüfung der Klasse M** sowie eine Abteilung einer M*-Prüfung gewann. Zwiener setzte sich dafür in einer S*-Prüfung der Amateure vor Arvai durch.

Der Große Preis der Julius-Bär-Bank war zum Abschluss der Höhepunkt der hochkarätigen Spring-Wettbewerbe, doch in der zweiten Turnierwoche waren auch die Dressurreiter hochkarätig vertreten.

Während die vorangemeldete mehrmalige Olympiasiegerin Isabell Werth doch nicht am Start war, war eine andere Olympiasiegern in der Dressur mit von der Partie: Dorothee Schneider (Framersheim) vom Frankfurter Turnierstall Schwarz Gelb. Die Team-Olympiasiegerin von 2016 musste sich im Grand Prix nur Ingrid Klimke (RV St. Georg Münster) geschlagen geben, gewann dafür aber den Prix St. Georges und die Grand Prix Kür.

Zudem wurden auch für den besten Dressur-Nachwuchs Prüfungen der zwei wichtigsten Nachwuchsserien angeboten. So war es auch kein Wunder, dass unter anderem Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu anwesend war. Denn bei den Prüfungen des Louisdor-Preises geht es um die höchste Serie für Nachwuchs-Pferde mit Grand-Prix-Ambitionen. »Beim Piaff-Förderpreis steht dagegen der Reiternachwuchs im Vordergrund«, erläutert Turnierleiter Sepp Beilmaier. Der Förderpreis ist die wichtigste Talentserie für Reiter der Altersklasse U 25, die in Richtung Grand Prix gehen wollen. Die Finals dazu finden normalerweise in Stuttgart und Frankfurt statt, »aber Stuttgart hat schon abgesagt, dafür hofft Frankfurt noch«, weiß Dietmar Gugler, der seinen Turnierstall auf Gut Ising hat.

Gugler freute sich ebenso wie die zahlreichen Teilnehmer darüber, dass heuer schon die fünfte Turnierwoche auf Gut Ising ausgetragen werden konnte. »Auch München hat zwei Veranstaltungen gemacht, das war sehr gut. Aber für normale Vereine ist es unter den Corona-Bedingungen praktisch unmöglich, ein größeres Turnier aufzuziehen«, bedauert er.

Den Isingern gelang es auch, praktisch alle Sponsoren bei der Stange zu halten. Was aber nicht möglich war: »Normalerweise bewirten wir auch größere Gruppen, die von den Sponsoren kommen – das konnten wir jetzt nicht machen. Aber ich bin begeistert, wie ruhig hier alles abläuft. Auch alle Reiter halten sich sehr gut an die Regeln und die Abstände«, lobte Gugler.

In Sachen Turnierorganisation hatte Sepp Beilmaier unter den Corona-Bedingungen »etwas weniger Aufwand, weil wir ja die Wettbewerbe jetzt nicht international ausschreiben. Und weil keine Zuschauer kommen, brauchen wir auch nicht extra den großen Parkplatz herzurichten.«

Dafür sei mehr Aufwand wegen der Hygienemaßnahmen notwendig, dazu gehörten auch die freundlichen Helferinnen, die die Anmeldungen kontrollierten. Insgesamt hatten die Veranstalter rund 50 Helfer im Einsatz, hinzu kam der Gastronomiebereich.

Auch die drei Parcourschefs und acht weitere Parcoursmitarbeiter gehörten zu den Helfern. Hinzu kamen zwei Zeltmeister, die sich nicht nur darum kümmerten, dass die Pferde gut versorgt wurden, sondern »die auch die Lastwagen einweisen müssen, damit die perfekt dastehen und der Platz reicht«, wie Beilmaier erläutert.

Insgesamt zeigte er sich angetan vom Verlauf des Pferdefestivals. »Aber man merkt bei der Organisation schon langsam, dass das hier schon das fünfte Turnier 2020 ist, das wir veranstalten«, bekannte er, dass die Helfer nun doch auch allmählich eine »Turnierpause« gut gebrauchen können. Die haben sie nun auch, ehe am Wochenende vom 15. bis 18. Oktober ein weiteres Dressurturnier stattfinden soll. who

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